Nach sechs Jahren ist in der Evangelischen Landeskirche wieder der turnusgemäße Urnengang fällig. Im Kirchenbezirk Esslingen lag die Beteiligung 2019 bei 24 Prozent – recht hoch für eine Kirchenwahl. Foto: dpa

Am Sonntag findet eine deutschlandweit einzigartige evangelische Kirchenwahl statt. Im Wahlkreis Esslingen sind 136 700 Christen über 14 Jahre wahlberechtigt.

Am ersten Adventssonntag, 30. November, finden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg die Kirchenwahlen statt. Rund 1,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über ihre Vertretung im örtlichen Kirchengemeinderat und in der Landessynode abzustimmen. Die basisdemokratische Direktwahl der Mitglieder der Landessynode durch die evangelischen Christen in den Gemeinden ist eine Besonderheit, die es sonst in keiner anderen Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt. Wählen dürfen alle Kirchenmitglieder über 14 Jahren, Kandidatinnen und Kandidaten müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

 

Im Wahlkreis Esslingen, der erstmals die Kirchenbezirke Esslingen, Bernhausen, Nürtingen und Kirchheim umfasst, sind 136 700 Kirchenmitglieder in 68 Gemeinden wahlberechtigt. In die Landessynode entsendet der Wahlkreis fünf Laiinnen und Laien sowie drei Theologinnen und Theologen.

Kirchenwahl im Kreis Esslingen

Sowohl Kirchengemeinderäte als auch Synode werden für sechs Jahre gewählt. Die Beteiligung an der Synodalwahl 2019 lag im Kirchenbezirk Esslingen bei 24 Prozent. In der gesamten Landeskirche spiegelt die Statistik einen durch Austritte und Gemeindefusionen bedingten Rückgang. Gewählt wird in 983 Gemeinden. 2019 waren es noch 1208. Entsprechend geht die Zahl der Kirchengemeinderätinnen und -räte von mehr als 10 000 zurück auf gut 7000. Die Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten für die Synode nimmt moderat ab von 165 auf 159. Die Synode selbst, zu zwei Drittel mit Laien, zu einem Drittel mit Theologe besetzt, hat nach wie vor 90 Mitglieder. 2019 zählte man knapp 300 000 Wahlberechtigte mehr als die 1,5 Millionen in diesem Jahr.

Gewählt werden kann in den Wahllokalen in den Gemeinden oder per Briefwahl mit Einwurf beim Pfarramt oder in spezielle Wahlbriefkästen. Für den Postversand ist es mittlerweile knapp. Wer seine Briefwahlunterlagen noch nicht auf den Weg gebracht hat, sollte sie besser selbst zustellen.