Herthas Niklas Stark (r) gegen Augsburgs Andi Zeqiri (M) kämpfen um den Ball. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

Bayern-Bezwinger FC Augsburg hat mit einem Tor in letzter Sekunde eine Niederlage bei Hertha BSC verhindert und die Sieglos-Serie der Berliner verlängert.

Berlin - Bayern-Bezwinger FC Augsburg hat mit einem Tor in letzter Sekunde eine Niederlage bei Hertha BSC verhindert und die Sieglos-Serie der Berliner verlängert.

In der siebten Minute der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Michael Gregoritsch das Tor zum 1:1 (0:1). Bis dahin hatten die Herthaner dank eines Treffers des ehemaligen Augsburgers Marco Richter (40.) wie der sichere Sieger ausgesehen. Für die Berliner Mannschaft von Trainer Pal Dardai war es das vierte Spiel in Serie in der Fußball-Bundesliga ohne Sieg, aus dem Sprung ins Mittelfeld wurde nichts. Der FC Augsburg bleibt bei einem Punkt weniger als die Hertha, freute sich aber eine Woche nach dem Überraschungssieg gegen die Münchner auch diebisch über den wichtigen Auswärtszähler im Kampf um den Klassenverbleib vor 14.523 Zuschauern im Olympiastadion.

Augsburg nimmt einen Punkt mit aus Berlin

Zum siebten Mal nacheinander konnte eine Mannschaft nach einem Sieg gegen die Münchner das nächste Spiel allerdings auch nicht gewinnen. Und zum zweiten Mal hatte Hertha daran seinen Anteil.

Turbulent ging es vor dem Spiel los. Beide Male erwischte es einen Spieler aus der ohnehin bei beiden Teams angeschlagenen Innenverteidigung. Neben dem verletzten Reece Oxford fiel bei den Gästen Nebenmann und Kapitän Jeffrey Gouweleeuw aus, er wurde von der Mannschaft nach einem Corona-Fall im direkten familiären Umfeld isoliert. Der 20 Jahre alte Däne Frederik Winther gab sein Bundesliga-Debüt. Bei der Hertha musste Trainer-Sohn Marton Dardai wegen muskulärer Probleme beim Aufwärmen passen. Papa Pal brachte dafür Jordan Torunarigha, Kapitän Dedryck Boyata fehlte im zentralen Abwehrbereich ja noch wegen einer Rotsperre.

Keine perfekten Voraussetzungen. Technische Feinheiten gehörten bei Dauerregen auch nicht zum Repertoire, Einsatz und Leidenschaft waren gefragt. Bei der Hertha verdiente sich vor allem der neu in die Mannschaft nach der Derby-Pleite vor einer Woche beim 1. FC Union gerückte Ishak Belfodil. Der Mittelstürmer scheiterte allerdings in der siebten Minute an Rafal Gikiewicz im Augsburger Tor. Ebenso eine knappe Viertelstunde später nach Vorlage von Jurgen Ekkelenkamp - ebenfalls neu in der Hertha-Anfangself.

Hertha belohnt sich nicht

Die Augsburger von Trainer Markus Weinzierl brauchten ein bisschen länger, um gefährlich vor das Tor der Berliner zu kommen. In der 28. Minute parierte Alexander Schwolow gegen Iago, 120 Sekunden später ließ er sich auch von einem Kopfball von Ruben Vargas nicht überwinden. Offensichtlich wurde auf beiden Seiten: Die Abwehrformationen waren verwundbar.

Mehr als deutlich zeigte sich das beim Tor der Berliner. Robert Gumny hatte den Ball, Gikiewicz war aus seinem Kasten geeilt, der Augsburger Verteidiger wollte die Situation klären und vis-à-vis mit seinem Keeper an diesem vorbei. Er legte sich den Ball aber so vor, dass Richter dran kam und ins Tor schoss. Auf Jubel verzichtete der 24-Jährige, der vor seinem Wechsel zur Hertha im Sommer 2017 mehrere Jahre für den FCA gespielt hatte.

Eine ideale Ausgangsposition für die Herthaner, die sich im vergangenen Monat auch schon gegen den damaligen Bayern-Besieger Eintracht Frankfurt durchgesetzt hatten. Augsburg musste nun in der zweiten Hälfte weiter aufrücken, das gab Raum für die Gastgeber. Suat Serdar scheiterte jedoch an Gikiewicz (61.). Auf der Gegenseite zeichnete sich eine Viertelstunde später Schwolow wieder aus. Zuvor waren zwei Treffern der Hertha wegen Abseits nicht anerkannt worden, ehe auf einmal der Ball im Tor der Berliner lag.

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