125 Jahre VfB Stuttgart Geschichten, die nur der VfB schreibt

Von Gregor Preiß 

Das Jubiläumsbuch des VfB Stuttgart ist ein lohnens- und empfehlenswerter Zeitvertreib für all jene, die den Brustring im Herzen tragen.

Stuttgart - Mit Vereinschroniken ist das ja oft so eine Sache. Bergen sie doch die Gefahr, so zäh wie ein 0:0 über 120 Minuten zu werden und eigene Erfolge wie den Gewinn des Intertoto-Cups 30 Jahre später zur Weltsensation stilisieren. Beziehungsweise die dunklen Kapitel der Vereinsgeschichte mit dem Mäntelchen des Schweigens zu versehen.

Der VfB Stuttgart hat diese Fehler nicht begangen und zu seinem 125-jährigen Vereinsjubiläums ein schönes Buch herausgebracht. Unter Federführung von Historiker Florian Gauss handelt das 270 starke Werk nicht nur die größten Erfolge der Vereinsgeschichte wie die fünf Meistertitel und die Auftritte in der Champions League ab, ohne dabei zu sehr in weiß-rote Gefühlsduselei zu verfallen. Auch die Tiefpunkte werden als solche aufgearbeitet, wie jenes 2:3 am letzten Spieltag der ersten Zweitligasaison 1975/76 gegen den SSV Reutlingen, über das Gauss schreibt: „Ein Trauerspiel, der VfB spielte wie so häufig in dieser Saison lustlos und ohne Ordnung.“ Löblicherweise lässt der Herausgeber auch die Rolle des Vereins während der Naziherrschaft nicht unter den Buchdeckel fallen, sondern beschreibt stattdessen, wie sich der VfB dem NS-Staat angedient hatte.

Für 34,95 Euro im Buchhandel

Weil die „125 Geschichten aus dem Leben des Vereins für Bewegungsspiele Stuttgart“ darüber hinaus noch etliche Schmankerl zu bieten haben, die nicht jedem Fan auf Anhieb geläufig sein dürften und auch einige bislang unveröffentlichte Fotos und Dokumente Stuttgarter Fußballgeschichte Eingang in die Jubiläumsschrift gefunden haben, ist das Buch ein lohnens- und empfehlenswerter Zeitvertreib für all jene, die den Brustring im Herzen tragen.

Das Buch aus dem „Werkstatt“-Verlag ist ab sofort für 34,95 Euro im Handel erhältlich.

Lesen Sie jetzt