125 Jahre VfB-Ausstellung in Stuttgart Volltreffer für Fans

Von Christoph Kutzer 

Die Jubiläums-Ausstellung des VfB ist eröffnet. Die ersten Besucher zeigten sich begeistert von den Exponaten und der Atmosphäre.

Für VfB-Fans ein Muss: die Ausstellung im Mercedes-Benz-Museum Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Stuttgart - So eine Feier bekommt nicht jeder Jubilar. Am Sonntag genau vor 125 Jahren ist einer der beiden Vorgängervereine des VfB Stuttgart aus der Taufe gehoben worden. Seitdem gilt der 9. September 1893 als Gründungsdatum des VfB. Als Geschenk der Stadt an ihren bedeutendsten Verein leuchtete das Rathaus in Weiß und Rot, samt Wappen und Brustring. Auch die Mercedes-Benz-Arena und die Grabkapelle hüllten sich in Weiß und Rot.

Der VfB bekam aber nicht nur Geschenke, er bescherte auch. Jene Mitglieder, die am 9. September Geburtstag haben, lud er am Sonntag in die Jubiläumsausstellung „Bewegt seit 1893“ ins Mercedes-Museum ein. 35 Geburtstagskinder kamen, darunter die 34 Jahre alte Ramona. „Ich fand das eine schöne Idee“, freut sie sich. Sie hält dem VfB die Treue, seit sie neun ist. „Der VfB bedeutet mir sehr viel“, sagt sie. „Er ist Teil meines Lebens. Abstieg, Aufstieg – ich habe alles miterlebt. Bei der Meisterfeier 2007 stand ich heulend im Stadion. Das war ein ganz besonderer Moment für mich.“ Von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich zum Wiegenfest beglückwünscht worden zu sein wird ihr sicher ebenfalls in Erinnerung bleiben.

Julius Weller und 1700 besuchte Pflichtspiele

Martin Bühler (47) hat es mit Frau und Sohn ebenfalls früh in die Ausstellung geschafft. „Ich war schon zur Feier gestern Abend hier“, berichtet der Fußballtrainer bei der SpVgg Besigheim. „Ich finde es einfach fantastisch, was man zusammengetragen hat!“ Am Vorabend habe er einen Bekannten aus Mailand dabeigehabt. Auch der sei schwer begeistert gewesen.

Manuel Bühler (15) ist ebenfalls aktiver Kicker. Natürlich gehe er gern ins Stadion, wenn es möglich sei, versichert der VfB-Anhänger. Dass er es irgendwann auf 1700 besuchte Pflichtspiele bringen könnte, wie das 2012 verstorbene Fan-Urgestein Julius Weller, dessen Stadion-Trikot im Mercedes-Museum zu sehen ist, schließt er allerdings eher aus. „Ich kann auch damit leben, wenn ich mal ein Spiel verpasse.“

Heiko Jany bezeichnet sich und seine Frau Bettina als VfB-Newcomer. „Unser Sohn ist schon länger Mitglied. Wir sind erst vergleichsweise kurz dabei“, verrät er. Die Namen des Ehepaares aus der Umgegend von Bad Mergentheim finden sich trotzdem schon in der klein gedruckten Auflistung der VfB-Mitglieder, die den Vereinsbus auf dem Museumsvorplatz ziert. Ein Beweisfoto mit dem Smartphone ist bereits gemacht. Die Laune ist bestens. „Die Ausstellung hat mir gut gefallen“, zeigt sich Jany zufrieden. „Vor allem fand ich es super, Leute wie den ­Präsidenten oder Thomas Hitzlsperger einmal aus der Nähe erleben zu können. Die kennt man sonst ja doch eher aus dem Fernsehen oder zumindest aus entsprechendem Abstand.“