Foto: www.7aktuell.de/Oskar Eyb

Rund 1200 Anwohner mussten ihre Häuser in der Nähe des Fundorts der Bombe verlassen.

Asperg - Auf einen reibungslosen Einsatzverlauf kann die Stadt Asperg nach der Entschärfung einer Fünf-Zentner-Fliegerbombe zurückblicken, die am Dienstagmorgen im Zusammenhang mit Bauarbeiten an der Asperger Umgehungsstraße unweit der Autobahn 81 freigelegt worden war. Wie die Polizei berichtet, mussten 1200 Anwohner östlich der Südlichen Alleenstraße für die Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.

Bei der Kontrolle traf die Polizei noch zwölf Anwohner an

Bereits am Dienstagabend hatte die Stadt Asperg die Anwohner mit Postwurfsendungen über die anstehende Evakuierung informiert, eine Hotline eingerichtet sowie den Transport und die Betreuung von etwa 50 bettlägerigen und gehbehinderten Personen organisiert. Am Mittwochmorgen wurden die Anwohner zusätzlich über Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr und der Polizei gebeten, die Häuser bis 11 Uhr zu verlassen.

Das Asperger Feuerwehrhaus war zur großen Einsatzleitstelle und die Stadthalle an die Carl-Diem-Straße zum Betreuungszentrum umfunktioniert worden, in dem Rettungskräfte und Notfallseelsorger zur Verfügung standen. Nach Errichten der Absperrung gingen Polizeibeamte und Feuerwehrkräfte ab 11 Uhr im Wohngebiet von Haus zu Haus, um sich zu vergewissern, dass sich alle Personen aus dem Sicherheitsbereich entfernt hatten.

Bei der Kontrolle trafen sie noch zwölf Anwohner an, die sich nicht selbst auf den Weg machen konnten und noch nicht um Hilfe nachgesucht hatten. Im Anschluss an den Kontrollflug eines Polizeihubschraubers, der den Sicherheitsbereich mit einer Wärmebildkamera nochmals absuchte, erhielten die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg um 13.50 Uhr grünes Licht zur Entschärfung der Bombe.

Die A 81 war zwischen Ludwigsburg-Süd und Ludwigsburg-Nord gesperrt

Zu diesem Zeitpunkt waren die Autobahn A 81 zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Süd und Ludwigsburg-Nord sowie die Bahnstrecke Asperg-Ludwigburg bereits gesperrt und eine Starkstromleitung über dem Evakuierungsgebiet abgeschaltet worden. Nach rund zehn Minuten war die Bombe entschärft und sämtliche Absperrungen konnten aufgehoben werden. Auf der A 81 hatten sich in Fahrtrichtung Heilbronn etwa sieben Kilometer und in der Gegenrichtung rund vier Kilometer Rückstau gebildet.

"Alle Beteiligten haben gemeinsam an einem Strang gezogen und zum Gelingen dieses Einsatzes beigetragen“, sagte Harald Prasky, Chef des Polizeireviers Kornwestheim und Einsatzleiter der Polizei. Prasky hob dabei nicht nur die Vorbereitungsmaßnahmen von Stadtverwaltung, Feuerwehr und Rettungsdienst hervor, sondern sprach auch den von der Evakuierung betroffenen Anwohnern ein großes Lob aus. "Wir haben so gut wie keine kritischen Töne gehört und die Leute haben sich verständnisvoll und besonnen verhalten und zum ganz überwiegenden Teil bereits vor Beginn der Evakuierungsmaßnahmen die Wohnungen verlassen."

Zur Bewältigung dieser nicht alltäglichen Aufgabe hatte die Stadtverwaltung rund 30 Bedienstete eingesetzt. Die Feuerwehr war mit 70 Kräften und 13 Fahrzeugen aus Asperg, Möglingen, Markgröningen und Schwieberdingen im Einsatz. Für die Betreuungsaufgaben in der Stadthalle, den Transport von gehbehinderten Personen und für die Verpflegungen hatte das DRK mehrere Ärzte und 91 Helfer mit 34 Fahrzeugen aufgeboten.

Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiter hatten sich bereits kurz nach Bekanntwerden der geplanten Maßnahmen freiwillig gemeldet. Für die Absperrungs- und Evakuierungsmaßnahmen waren rund 200 Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion Ludwigsburg und der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

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