Unter dem Gebälk der Alten Kelter werden die Künstler ihre Werke zeigen. Foto: Sigerist

Die 12. Triennale Kleinplastik steht in den Startlöchern. Die Schau ist vom 22. Juni 2013 an in der Alten Kelter in Fellbach zu sehen.

Fellbach - Aktuell steht fest, dass noch nicht alles feststeht. Es gibt ein Datum, zwei Kuratoren, zehn Künstler und einen vielversprechenden Titel für die 12. Triennale Kleinplastik in Fellbach. „Wir feilen noch“, sagen Yilmaz Dziewior und Angelika Nollert, die Kuratoren der Ausstellung.

Es ist das erste Mal, dass eine Doppelspitze verantwortlich ist

Es ist auch noch Zeit, bis im Juni 2013 die Eröffnung der Schau mit dem Titel „Utopie beginnt im Kleinen/Utopia starts small“ gefeiert wird. Gestern haben die beiden Kuratoren im Rathaus ihr Konzept vorgestellt. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Triennale, dass eine Doppelspitze – Yilmaz Dziewior ist Direktor des Kunsthauses Bregenz, Angelika Nollert leitet das staatliche Museum für Kunst und Design in Nürnberg – die Ausstellung konzipiert und die Auswahl der Künstler trifft.

Sie selbst hätten sich die Zusammenarbeit gewünscht, berichteten die Kuratoren, die sich aus früheren Projekten kennen und bei der Triennale nun zum dritten Mal gemeinsame Sache machen. „Wir ticken ähnlich, was das Arbeiten, die Interessen und das Setzen von Schwerpunkten betrifft“, erklärte Yilmaz Dziewior.

Die Ausstellung ist global ausgerichtet

Die Ausstellung ist global ausgerichtet, ganz bewusst wird mit Künstlern aus Afrika, Asien und Europa zusammengearbeitet. Zudem soll es neben dem Schwerpunkt der bildendenden Kunst auch um architektonische Werke und Modelle gehen. „Wir haben uns Gedanken über große und kleine Kunst und den Doppelsinn von klein gemacht“, sagte Angelika Nollert. Dabei seien die Kuratoren überein gekommen, dass etwas Kleines auch als Symbol für etwas Größeres stehen kann – beispielsweise in Form eines Modells. Denn: Die 12. Fellbacher Triennale konzentriert sich auf die Bedeutung der Kleinplastik im Sinne eines utopischen Modells.

Ein „prickelndes Thema“ nannte Oberbürgermeister Christoph Palm das Motto. „Den Kuratoren gelingt auf bestechende Art und Weise die Annäherung an etwas Großes“, sagte er und verwies auf den aktuellen Anspruch der Ausstellung. So sollen die bei der Schau gezeigten Kunstwerke nicht älter als drei Jahre sein.

Den Fokus legen die Kuratoren auf zeitgenössische Künstler

Rund 50 Künstler werden beteiligt sein. Den Fokus legen die Kuratoren auf zeitgenössische, junge Künstler, deren Werke in den Umbruchsituationen Osteuropas, Lateinamerikas und Asien entstehen oder schon entstanden sind. Im Hinblick auf das Thema Utopie sollen die Künstler subjektive Antworten auf neue Lebensentwürfe finden, sich mit den Zeiten des Umbruchs und mit dem Wendejahr 1989 auseinander setzen. „Utopie ist ein missbrauchter Begriff mit unglaublicher Attraktivität“, sagte Yilmaz Dziewior.

Exemplarisch stellte das Kuratoren-Duo am Dienstag einige der teilnehmenden Künstler vor. Sowohl bildende Künstler als auch Architekten werden beteiligt sein. Letztere sollen für ihre Installationen das Gebälk der Alten Kelter einbeziehen. „Wir versuchen bei jedem Projekt, auch den Ort der Ausstellung zu berücksichtigen. Fellbach sei Dank haben wir mit der Alten Kelter eine tolle Location“, sagte Angelika Nollert.

Zehn Künstler für die Triennale im Juni 2013 stehen schon fest

Für die Traditionsveranstaltung stehen 420 000 Euro zur Verfügung, und die Stadt erhofft sich 10 000 bis 15 000 Gäste. „Die Anzahl spiegelt aber nicht die Qualität der Schau wider“, sagte die Fellbacher Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolf. Christoph Palm fügte hinzu, dass man mit der Triennale bewusst keinen Besuchermagneten schaffen wolle, der mit Werken großer Künstler wie Chagall oder Picasso die Massen lockt. „Die Triennale wird gerade in ihrer Besonderheit einen neuen Meilenstein in Fellbach setzen“, sagte der Oberbürgermeister.

Auch wenn für die Schau, die am 22. Juni 2013 beginnt und bis zum 29. September gehen wird, noch nicht alles in trockenen Tüchern ist – soviel steht fest: Die zehn Künstler Neil Beloufa, Luis Camnitzer, Maria Eichhorn, Eckhard Schulze-Fielitz, Carlos Garaicoa, Michaela Melián, Pratchaya Phinthong Danh Võ, Haegue Yang und Pascale Marthine Tayou haben schon zugesagt.

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