Am 11.11. um 11.11 Uhr kehrt buntes Leben auf dem Marktplatz in Weil der Stadt ein. Die Narren sind zurück – und geben einen Vorgeschmack auf die kommende Weiler Fasnetsaison.
Es ist noch nicht ganz 11.11 Uhr, da steigt die sechsjährige Lina, verkleidet als kleine Hexe, in ihre Kiste. Und dann setzt sich der ganze Zug schon in Bewegung: Unter den Klängen des Fanfarenzugs kehren die Weil der Städter Narren auf den Marktplatz zurück, um hier die fünfte Jahreszeit einzuläuten.
Rund neun Monate lang haben die Narren auf diesen Moment gewartet, der alle Jahre wieder den ersten Streich einer langen Liste von Veranstaltungen rund um die Fasnet bildet. Bis Februar dauert die neue Saison, sie mündet am 15. Februar 2026 in einen großen Umzug.
Auch dann wird die Narrenzunft wieder über den Marktplatz ziehen, dann allerdings auch mit den Maskengruppen – diese müssen noch bis kurz nach Neujahr, wenn die Masken abgestaubt werden, auf ihren großen Auftritt warten.
Die Fasnet in Weil der Stadt ist eingeläutet – die Weiler Narren sind los
Dass die Weiler Narren überhaupt am 11.11. feiern und die ganze Stadt auf den Beinen ist, ist der besonderen Mischform zu verdanken, die hier zelebriert wird und sogar offiziell immaterielles Weltkulturerbe ist: Denn die Weiler Fasnet verbindet die schwäbisch-alemannische Fasnet mit ihren Maskengruppen mit einigen Elementen des rheinischen Karnevals.
Der 11. November wird deshalb auch hier dick im Kalender angestrichen. Außerdem gehören zur Weiler Narrenzunft ein eigenes Ballett und ein Siebenerrat anstelle des rheinischen Elferrats.
Zur Weiler Tradition gehört aber auch das kleine Hexle, das am Ende der Büttenrede auf dem Marktplatz aufgeweckt wird und aus seiner Kiste steigt. Die sechsjährige Lina bekommt zum Dank gleich mehrere Packungen Smarties vom neuen Zunftmeister Tobias Forstenhäusler (Nachfolger des zuvor 17 Jahre amtierenden Daniel Kadasch) geschenkt – und winkt wie ein Profi in die närrische Menschenmenge, die schunkelnd und mitsingend in die nächste Fasnetsaison startet.