Finanzminister Lars Klingbeil (links) und Kanzler Friedrich Merz: beim Thema Bonus sind sie Zielscheibe großen Unmuts. Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Vorschlag für einen Krisenbonus von 1000 Euro hat eine Welle der Ablehnung ausgelöst. Dies hätte sich mit einer sinnvollen Ausgestaltung verhindern lassen, meint unser Autor.

Die Idee des Kanzlers und des Finanzministers, die Beschäftigten mit einer steuerfreien Krisenprämie von 1000 Euro zu beglücken, erweist sich als Rohrkrepierer. Eine breite Welle der Ablehnung hat sich aufgebaut. Empörung herrscht vor allem im Arbeitgeberlager. Die Unternehmen fühlen sich in populistischer Weise unter Druck gesetzt, den Bonus auszuzahlen – ausgerechnet in einer Situation, in der sich viele Betriebe in Finanznöten sehen und sparen wollen. Sich von der Regierung den Schwarzen Peter zuschieben lassen, darauf ist niemand erpicht. Es wäre daher auch eine absurde Nummer, wenn der öffentliche Dienst jetzt zahlen würde, was die private Wirtschaft im Großen und Ganzen nicht zu leisten vermag.

 

Was bei Inflationsausgleichsprämie und Coronaprämie ganz gut geklappt hat, das hat jetzt kaum eine Chance auf großflächige Realisierung. Die wenigen Unternehmen, die die Idee bisher aufgreifen, sind nicht der Rede wert. Das liegt auch an der arg übereilten Ausarbeitung: Der Umsetzungszeitraum 2026 ist zu begrenzt, um den Bonus sinnvoll in den nächsten Tarifrunden unterzubringen. Tarifpolitische Schwergewichte wie Chemie und Pharma haben gerade erst verhandelt. So könnte die Masse der nicht Begünstigten die Prämie als ungerecht empfinden. Die Regierung müsste daher nachbessern, was es für den Staat wiederum teuer machen würde. Insofern ist das Ansinnen von vorneherein völlig kontraproduktiv.