Die Europäische Zentralbank stellte neue 100- und 200-Euro-Scheine vor, die es Fälschern schwerer machen sollen. Bis sie aus dem Geldautomaten kommen, dauert es aber noch. Foto: dpa

Europas Verbraucher müssen sich bald an weitere neue Geldscheine gewöhnen. Zunächst dürfen sie den überarbeiteten 100- und 200-Euro-Schein aber nur anschauen.

Frankfurt/Main - Die beiden neuen Scheine komplettieren die sogenannte „Europa-Serie“. Diese ist die zweite Generation der Banknoten, die seit 2013 schrittweise die erste Generation von 2002 ersetzt. Die Serie heißt so, weil ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa aus der Welt der griechischen Sagen an bestimmten Stellen auf den Geldscheinen abgebildet ist. Erhalten bleiben die architektonischen Abbildungen aus verschiedenen Epochen. Auch die bisherigen Hauptfarben der Scheine werden beibehalten, sind aber kräftiger als in der ersten Serie. So erscheint der 100-Euroschein weiterhin in grün und mit Motiv im Stil des Barock and Rokoko. Der 200-Euroschein ist gelb und bildet eine Eisen- und Glasarchitektur aus dem 19. Jahrhundert ab.

Neue Sicherheitsmerkmale

Die Scheine der zweiten Serie zeichnen sich durch ein „Porträt-Fenster“ aus. Wird die Banknote gegen das Licht betrachtet, erscheint im durchsichtigen Fenster am oberen Ende des Hologramms ein Porträt der Europa. Dies ist auch im Wasserzeichen zu sehen. Zudem gibt es eine sogenannte Smaragdzahl, auf der sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die Zahl verändert ihre Farbe von Smaragdgrün nach Tiefblau. Bei den neuen Scheinen sind zudem in der Wertzahl Euro-Symbole zu erkennen. Diese Symbole erscheinen auch oben im Folienstreifen rund um die Wertzahl. Durch das Sicherheitsupdate will die EZB Geldfälschern einen Schritt voraus sein. Das sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn die Zahl der Fälschungen ist laut Notenbank nach wie vor gering. Im ersten Halbjahr 2018 zogen die Behörden gut 300.000 gefälschte Scheine aus dem Verkehr - bei insgesamt mehr als 21 Milliarden Scheinen im Umlauf.

Einführung und Gültigkeit

Nach der Erprobungsphase werden die neuen Noten zunächst parallel zu den alten in Umlauf sein. Dann wollen EZB und nationale Notenbanken die alten Scheine Schritt für Schritt aus dem Verkehr ziehen. Die alten Noten behalten aber ihren Wert. 100-Euroscheine sind deutlich weiter verbreitet als 200-Euroscheine. Erstere sind nach dem 50-Euroschein die wichtigste Banknote in der Eurozone. Sie machen laut EZB 13 Prozent des Umlaufs der Banknoten und 23 Prozent des Werts aller ausgegebenen Scheine aus. Die 200-Euronote ist bei Europäern hingegen unbeliebt. Sie macht gerade einmal ein Prozent der umlaufenden Banknoten und vier Prozent des Gesamtwerts aus. Die deutlich beliebtere 500-Euro-Note wird übrigens abgeschafft. Sie wird laut EZB nämlich vor allem von Kriminellen genutzt, um illegale Einkünfte zu verschleiern und Geld zu waschen.

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