Bürgermeister Reinhard Molt hat sich in Filderstadt schon eingelebt. Foto: Häusser

Bürgermeister Reinhard Molt fühlt sich nach 100 Tagen im Amt in Filderstadt angekommen. Zu den Projekten die er ins Visier genommen hat, gehört ein zentrales Rathaus für die Große Kreisstadt.

Filderstadt - Er hat das Beispiel seiner bisherigen Wirkungsstätte noch vor Augen. In Remshalden, dort wo Bürgermeister Reinhard Molt elf Jahre lang Beigeordneter war, wurde während seiner Amtszeit ein zentrales Rathaus gebaut – im größten Ortsteil Geradstetten.

Nun schwebt ihm etwas Ähnliches für Filderstadt vor. In Bernhausen auf dem Gelände bei der Stadtbücherei sieht er einen idealen Standort. Er werde mit den Grundstückseigentümern reden. Bevor der Gemeinderat jedoch die Sache berate, müsse sich die Verwaltung möglichst in einer Klausur Gedanken darüber machen, welche Ämter im zentralen Rathaus gebündelt werden sollen.

Nach 100 Tagen im Amt sieht sich Molt in Filderstadt „angekommen und angenommen“. „Es war ein guter Einstand, dass ich beim Partnerschaftsjubiläum in La Souterraine Filderstadt repräsentieren konnte“, sagt er. Bei dieser Reise, die von Vereinen begleitet wurde, habe er auch viele Bürger kennengelernt. „Das fand ich sehr schön.“

„Engagiertes Mitarbeiterteam“

Im Plattenhardter Rathaus sei er auf ein engagiertes Team gestoßen. „Ich habe Mitarbeiter, die bereit sind zu agieren und nicht nur zu reagieren.“ Es sei ihm recht, wenn die Leute nicht mit Problemen, sondern mit Lösungen zu ihm kommen.

Molt zeigt sich erleichtert darüber, dass die Entscheidung über Befreiungen im Baurecht wieder ganz in seinem Dezernat liegt. Bei seinem Vorgänger Dieter Lentz hatte Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker die Kontrolle übernommen. Sie wollte die Zahl der Befreiungen durch Änderungen von Bebauungsplänen eindämmen. Molt will diese Fälle nun pragmatisch lösen. Sowohl bei Befreiungen als auch bei Änderungen des Bebauungsplans seien die Nachbarn involviert. Bebauungsplanänderungen seien jedoch viel aufwendiger, sagt der Bürgermeister. „Da gilt es abzuwägen.“

Zu den aktuellen „Aufregern“ Hohenheimer Straße und Feuerwehrfestzug sagt Molt auch etwas. In Sachen Schutzstreifen für Radfahrer in der Hohenheimer Straße plädiert er für mehr Toleranz. Autofahrer und Radler sollten sich in die Rolle des anderen hineindenken. Das Fehlen der Dreschmaschine beim Feuerwehrfestzug in Bonlanden bedauert Molt: „Da ist etwas schief gelaufen.“ Mit Ordnern an der Seite hätte das Gefährt der Plattenhardter nach seiner Meinung mitfahren können.

Wichtige Themen für Molt

Zu ganz wichtigen Themen gehören für den Bürgermeister Stuttgart 21, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und die Verlängerung der S-Bahnstrecke. Bei letzterer müsse man jetzt vorankommen. Schließlich laufe das Gemeindefinanzierungsgesetz und damit die Förderung im Jahr 2019 aus.

„Der Filderdialog war sehr holprig“, sagt Molt. Aus Filderstädter Sicht sei er mit dem Ergebnis jedoch zufrieden. Für Leinfelden-Echterdingen gehe es noch darum, mehr Lärmschutz als gesetzlich erforderlich bezahlt zu bekommen. Der ISEK-Prozess gehe im Herbst in eine neue wichtige Runde. Man wolle die Bürger zu Stadtteilspaziergängen motivieren. Dazu sollen Plakate in Kindergärten und Geschäften aufgehängt werden. „Wir wollen Leute dabei haben, die sich sonst nicht beteiligen.“ Die bei den Spaziergängen aufgedeckten Probleme könnten dann in einer zweitägigen Stadtteilkonferenz diskutiert werden. Molt erhofft sich davon auch Anregungen für den neuen Flächennutzungsplan. Es bleibe das Ziel, Außenflächen zu schonen und in den Stadtteilen nachzuverdichten.

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