Die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Ostfildern hat viel Erfahrung mit großen Veranstaltungen. Dabei kommt es auf gute Zusammenarbeit an. Foto: Nils Reeh

Die Rettungskräfte des Roten Kreuzes in Ostfildern feiern am 15. September ihr 100-jähriges Bestehen. Mit Sanitätseinsätzen bei Großveranstaltungen haben sie viel Erfahrung – ebenso wie mit der Feldküche.

Beim Feuerwerksfestival Flammende Sterne ist die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Ostfildern jedes Jahr voll im Einsatz. Im Schulterschluss mit dem Kreisverband des DRK meistern die Männer und Frauen die Großveranstaltung aber souverän. Da muss nach den Worten von Rainer Lechner, dem langjährigen Vorsitzenden, ein Rädchen ins andere greifen. Am Sonntag, 15. September, feiern die Lebensretter das 100-jährige Bestehen in ihrem Bereitschaftszentrum in Nellingen In den Anlagen.

 

Auf die Feier mit den Bürgerinnen und Bürgern bei einem Tag der offenen Tür freut sich Rainer Lechner, der als ehemaliger Erster Bürgermeister von Ostfildern im März 2003 den Vorsitz übernommen hat. Zuvor war der spätere Oberbürgermeister Herbert Rösch Vorsitzender des DRK. Obwohl Lechner 2023 in den Ruhestand ging, füllt er sein Amt seit Jahrzehnten mit großer Leidenschaft aus. Er kümmert sich nicht nur um die Organisation des Vereins und sorgt dafür, dass die Aktiven die bestmögliche Ausrüstung und Ausbildung bekommen. In Ostfildern mit seinen 40 000 Einwohnern sind die Herausforderungen groß. Bei der Einweihung der Stadtbahn im Jahr 2000 war das DRK ebenso präsent wie bei der Landesgartenschau 2002 – da haben die Männer und Frauen nicht nur den Sanitätsdienst übernommen. Auch bei der Bewirtung haben sie mitgemacht. Mit einer modernen Großküche hat das Kochteam da die besten Möglichkeiten.

Der ehemalige Finanzbürgermeister sitzt auch gerne mal an der Kasse und unterstützt die Aktiven des DRK, das im Jahr 2004 als eigenständiger Verein eingetragen wurde. Mit dieser Leidenschaft motiviert Lechner die Rettungskräfte ebenso wie die passiven Mitglieder. Da das DRK in der Stadt mit 40 000 Einwohnern sehr groß war, habe sich diese eigenständige Organisationsform angeboten. Dennoch arbeitet das DRK Ostfildern eng mit dem Kreisverband zusammen.

Gute Nachbarschaft mit der Feuerwehr

Mit dem Bereitschaftszentrum direkt neben der Feuerwehr In den Anlagen in Nellingen ist Lechner sehr glücklich. Lange waren die Räume des DRK in der Reformstadt auf verschiedene Stadtteile verteilt. 2006 fiel die Entscheidung im Vorstand, dass ein Neubau aus wirtschaftlichen Gründen für den Ortsverein eher ausscheidet. „Dennoch sollte am Ziel eines zentralen Standorts festgehalten werden“, blickt Rainer Lechner zurück. Durch den Auszug des Landessportbundes aus einem Flügel des THW-Gebäudes im Gewerbegebiet Zinsholz habe sich eine solche Alternative ergeben, erinnert er sich. „Nach Besichtigung durch den Vorstand wurden entsprechende Gespräche über Anmietung oder Kauf mit dem THW und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geführt, die aber letztendlich erfolglos verliefen.“ Dann ergab sich nach seinen Worten die viel bessere Alternative, in dem frei werdenden Bauhofgebäude neben der Feuerwehr in Nellingen ein DRK-Zentrum aufzubauen. „Dieses Vorhaben hat die Stadt maßgeblich unterstützt“, lobt Lechner die gute Kooperation mit der Stadt.

Wie kam es dazu, dass der ehemalige Erste Bürgermeister Ostfilderns selbst die Verantwortung als Vorsitzender des DRK übernommen hat? „Es ist schön, den Verein zusammenzuhalten und dafür zu sorgen, dass unsere Helferinnen und Helfer optimal ausgestattet sind. Durch sein Amt in der Verwaltungsspitze haben sich aus seiner Sicht auch viele Synergien ergeben.

Wichtig ist ihm auch die Jugendarbeit. Schon die Kleinsten möchte Lechner für die Arbeit des DRK begeistern. Deshalb gibt es beim Tag der offenen Tür am Sonntag auch ein Bärenhospital. Da dürfen die Jungs und Mädchen Teddys selbst betreuen und verarzten. Um die erfolgreiche Jugendarbeit des DRK kümmert sich Michael Pulzer. Dass die Jugendlichen einen guten Stand im Ostfilderner Verein haben, zeigt einer der Lastwagen, der im großen Fuhrpark des DRK steht. Die Plane ist mit Graffiti besprüht. „Alle sollen sich hier im Verein wohlfühlen.“

Wichtig war Lechner immer der Kontakt zu den Partnerstädten Ostfilderns. „In Mirandola halfen wir dem ‚Croce Blu’ mit einer Geldspende beim Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben.“ Diese Hilfe war ihm ein besonders Anliegen. „Mit unserer Feldküche waren wir auch bei Festen in Italien vertreten“, sagt Lechner. Die Italiener hätten noch lange von den „Ravioli Tedesco“ – sprich – den Maultaschen aus der bestens ausgestatteten Feldküche des DRK geschwärmt. Durch persönliche Kontakte nach Berlin sind die Ostfilderner auch immer mal wieder bei der Grünen Woche präsent.