Hauspatin Dorit Hornstein (rechts) und Einrichtungsleiterin Manuela Epting stellen die „Treff am See“-Jubiläumsbroschüre vor. Foto: Holger Schmidt

Der Böblinger „Treff am See“ feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Online-Ausstellung und einer Broschüre. Normalerweise treffen sich rund 80 Initiativen und Vereine im Haus. Während der Corona-Pandemie wurde das Programm heruntergefahren.

Böblingen - Eigentlich hätte es ein geselliges Frühlingsfest geben sollen, um den runden Geburtstag gebührend zu feiern. Aber in Coronazeiten mit ihren mannigfaltigen Verboten ist eben alles anders. Und so findet das kleine Jubiläum des Böblinger „Treff am See“ vor allem in Form einer Ausstellung mit Nutzer-Statements und –Rückblicken statt, die aktuell und noch bis Mitte August per „click and see“ von der interessierten Öffentlichkeit angeschaut werden kann.

 

Außerdem wurde ergänzend eine gut 80-seitige Broschüre mit allen Beiträgen erstellt. Dabei hatte Corona ausnahmsweise auch einmal etwas Gutes. „Denn sonst wäre das bunte, kreative Heft, das auch ein Wegweiser durchs Haus ist, wahrscheinlich gar nicht entstanden“, lobte Tobias Heizmann. Im übrigen habe der „Treff am See“ die „Erwartungen mehr als erfüllt“, fasste Böblingens Erster Bürgermeister bei der Vorstellung des Werkes zusammen. „Es summt wie im Bienenstock“, weiß er aus knapp dreijähriger eigener Erfahrung vor dem Corona-Lockdown.

Dorit Hornstein: „Tolles Beispiel für einen Bürgerbeteiligungsprozess in Böblingen“

Dorit Hornstein, ehrenamtliche Hauspatin seit 2015, ist von Anfang an mit beteiligt und erinnert sich noch sehr gut, wie Mitte der 2000er-Jahre im Rahmen des städtischen Leitbildprozesses „Böblingen 2020“ mit viel Bürgerbeteiligung die Idee zum Bürgertreff und Mehrgenerationenhaus reifte und der „Treff am See“ schließlich im März 2011 seiner Bestimmung übergeben und schnell von den Nutzergruppen und der Stadt in Betrieb genommen wurde. „Ein tolles Beispiel für einen Bürgerbeteiligungsprozess in Böblingen“, brennt Hornstein nach wie vor für das Projekt, in dem sie als „Sprachrohr zur Kommune“ und „Verbindung zur Politik“ fungiert.

Einrichtungsleiterin seit einem Jahr ist Manuela Epting. Was sie berichtete – wöchentlich über 700 Leute und 2000 Veranstaltungen im Jahr von der Bewegungsgruppe für Kleinkinder bis „Rückenfit“ für weit über 80-Jährige – konnte sie deshalb, abgesehen von einer kurzen eingeschränkten Öffnungsphase im vergangenen Sommer, selbst noch gar nicht erleben. Rund 80 Initiativen und Vereine seien vor Corona regelmäßig im Haus gewesen, staunt sie.

Natürlich soll es dahin so bald wie möglich Schritt für Schritt wieder gehen. „Das Haus lebt von den Menschen, die hier Aktivität ermöglichen“, weiß auch Tobias Heizmann. „Viele haben sich digital getroffen, aber ein Ersatz ist es nicht“, ergänzt Dorit Hornstein. Denn schließlich sei der „Treff am See“ wie früher die Großfamilie „gegen Vereinsamung und Rückzug“ gedacht. Jetzt müsse man nach monatelanger Zwangspause eben teilweise auch wieder lernen, soziale Kontakte zu knüpfen. „Jeder ist willkommen“, machte sie außerdem zusammen mit Bürgermeister Tobias Heizmann und Einrichtungsleiterin Manuela Epting mit Blick auf die immer vielfältiger werdende Böblinger Einwohnerschaft deutlich.