10 Jahre App Store Frag’ doch mal die App

Von Steffen Haubner 

Für jedes Bedürfnis gibt es inzwischen eine App fürs Smartphone. Foto: Paolese/Adobe Stock
Für jedes Bedürfnis gibt es inzwischen eine App fürs Smartphone. Foto: Paolese/Adobe Stock

Im Juli 2008 führte Apple den App Store ein. Damals standen gerade mal 500 Anwendungen auf der Plattform – inzwischen sind es mehr als zwei Millionen. Zum Zehnjährigen stellen wir zehn Apps vor.

Stuttgart - Am Anfang waren es gerade mal 500 Anwendungen, die auf der digitalen Verkaufsplattform angeboten wurden. Welche Auswirkungen die Handy-Applikationen auf das öffentliche Leben, das Freizeitverhalten und die Kommunikation haben würden, ahnte damals wohl noch niemand. Der Apple-Konzern schüttete über 100 Milliarden Dollar an die Entwickler aus und strich selbst 30 Prozent der Erlöse ein – doch selbst Firmengründer Steve Jobs hat das Potenzial der Anwendungen unterschätzt. Angeblich wollte er das iPhone-Betriebssystem zunächst nicht für Drittentwickler öffnen – aus Sicherheitsgründen. Doch schon einen Monat nach Einführung des App Stores machte der Apple-Konzern damit etwa eine Million Dollar Umsatz täglich. Heute gibt es über zwei Millionen Apps auf der Plattform, die in 155 Ländern verfügbar ist. Und auch das Wort „App“ hat sich längst durchgesetzt.

Das Geschäftsmodell fand zahlreiche Nachahmer. Allen voran den Play Store von Google, der das Original inzwischen überflügelt hat. Zumindest was die Zahlen angeht. Doch während bei Android einige fragwürdigen Angeboten finden, steht bei Apple die Qualität im Vordergrund. Das könnte erklären, warum iPhone-Besitzer Untersuchungen zufolge eher bereit sind, Geld für Apps auszugeben. Weil man bei der Vielzahl an Anwendungen kaum einen Durchblick hat, haben wir eine Auswahl an nützlichen Apps zusammengestellt.

WhatsApp Der Messenger revolutionierte die Kommunikation. Ohne die kostenlosen Kurzbotschaften an Einzelne oder Gruppen funktioniert heute kein Sportverein, keine Reisegruppe oder Freundesclique mehr. Wegen der Übernahme durch Facebook und den kürzlichen Abgang des Firmengründers sehen Experten allerdings die Nutzerdaten in Gefahr. Alternativen, sogar mit besserer Funktionalität, gibt es zwar viele, doch dem kostenlosen „WhatsApp“ kann derzeit niemand ernsthaft das Wasser abgraben.

Wheelmap Die App bietet eine interaktive Karte, über die Rollstuhlfahrer barrierefreie Einrichtungen finden und Hindernissen ausweichen können. Die App von Sozialhelden e.V. ist kostenlos. Beim Zusammentragen der Daten arbeiteten alle Nutzer zusammen. Für die Betreiber von nicht barrierefreien Einrichtungen kann das ein Anstoß zum Umdenken sein. Die App will so auch in der realen Welt für mehr Barrierefreiheit sorgen.

Codecheck Der in der Schweiz ansässige gemeinnützige Verein Codecheck AG nutzt die Strichcodes auf Waren, um über Inhaltsstoffe und Risiken aufzuklären. Mikroplastik in Kosmetika geht man damit ebenso auf den Grund wie Chemie in der Nahrung. Die Bewertungen stammen unter anderem von der Verbraucherzentrale, von Greenpeace und dem BUND. Die Maßstäbe sind teils sehr streng, vollkommen Unbedenkliches findet sich kaum. Die App, die ohne Werbung 99 Cent pro Monat kostet, dient Verbrauchern aber als gute, unabhängige Informationsquelle.

Procreate Zu den tollsten Möglichkeiten von Touchscreens gehört es, dass man darauf malen und zeichnen kann. Kreativ-Apps gibt es zuhauf, die vielfältigsten Möglichkeiten bietet allerdings diese App für 10,99 Euro. Die Firma Savage Interactive hat damit ein fortgeschrittenes System geschaffen – mit 250 Ebenen, zahllosen Pinselvarianten, Filtern, 64-Bit-Farbtiefe und einigen andere Funktionen. Ob mit dem bloßen Finger oder einem digitalen Eingabestift: Pinselauswaschen ist passé!

Die Maus Apps für Kinder sind im Hinblick auf Datenschutz, Werbung und Kinderschutz nicht immer unbedenklich. Für die kostenlose Maus-App haben Verbraucherschützer aber grünes Licht gegeben. Hier können Kinder im Wlan einzelne Sendungen streamen, im Fotoautomaten ein Bild aufnehmen und anschließend mit Maus-Augen und Schnurrhaaren verzieren oder die Maus in einem Spiel mit ihrem Wakeboard unbeschadet an Hindernisse vorbeinavigieren.

Werkzeugkiste Werkzeugkisten sind eine ganz eigene App-Kategorie. Grundlage der meistens kostenlosen App-Sammlungen – so auch „Werkzeugkiste“ – ist das in das Smartphone integrierte Gyroskop. Damit lässt sich die Position des Handys exakt bestimmen, weshalb man es unter anderem als Wasserwaage, Winkelmesser oder Senklot benutzen kann. Hinzu kommen nützliche Funktionen wie Taschenlampe, Maßumrechner und Messschieber.

Instant Buttons Hupen, Reifenquietschen, Darmgeräusche oder bellende Hunde: Die App „Instant Buttons“ spielt auf Fingerdruck alle erdenklichen Geräusche ab, mit denen man so gut wie jeden aus der Fassung bringen kann. Oder man kommentiert Alltagssituationen mit Zitaten aus Film, Funk und Werbung, um die Nerven seiner Mitmenschen auf die Probe zu stellen. Die App ist kostenlos, werbefrei bekommt man sie für 3,49 Euro.

Scanbot Digitale Helfer könnten manchem Papierwust ein Ende bereiten. Denn mit der richtigen App kann man Rechnungen, Belege, Artikel, Kochrezepte und andere Dokumente einfach einscannen und als PDF in einem Online-Speicher sichern. „Scanbot“ macht von allen Scan-Apps den besten Job, mit der Pro-Version für 7,99 Euro kann man sogar PDFs bearbeiten. Eine integrierte Texterkennung ist ebenfalls an Bord.

Sid Meier’s Civilization VI Die Reise durch die Jahrhunderte ist ein Games-Klassiker schlechthin – und fesselt Fans über Stunden und Wochen. Es ist ein kleines Programmierwunder, dass das Strategiespiel auch auf dem iPad funktioniert. Opulent ist aber leider nicht nur das Spiel selbst, sondern mit 65,99 Euro auch der Preis. Immerhin kommt man im Gegensatz zu vielen vermeintlichen Free-to-Play-Games schnell auf seine Kosten.

Maps.me Es gibt viele Navigations-Apps, aber diese eignet sich besonders gut für Wanderungen – auch auf seltener begangenen Pfaden irgendwo auf der Welt. Maps.me ist kostenlos und bezieht seine detaillierten Karten von „OpenStreetMap“. Die jeweils passenden Karten können runtergeladen werden, sodass sie auch Offline verfügbar sind. Auch die aktuelle Verkehrslage lässt sich anzeigen und wer die App mit Wikipedia verbindet, erhält direkt Informationen zum jeweiligen Ort.

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