Mächtig stolz: Als Teil des neunköpfigen „Black Forrest BBQ Team“ holte Martin Kohler den ersten Platz in der Kategorie Soße. Foto: Moritz Hertneck

Beim berühmten Barbecue-Contest „The Jack“ in Tennessee holt ein deutsches Team den ersten Platz für die beste Sauce. Ihr Schöpfer: Der Renninger Metzger Martin Kohler.

Was braucht eine richtig gute Barbecue-Soße? Martin Kohler ist sich sicher: „Eine gute Süße, etwas Schärfe, ein bisschen Glanz“, sagt er. Von allem ein wenig. Und: „Es muss passen auf den ersten Löffel.“ Seine hausgemachte Barbecue-Soße, die der Metzgermeister aus Renningen auch in seiner Metzgerei verkauft, bringt wohl all das mit. Denn bei der renommierten Barbecue-Meisterschaft „The Jack“, die jährlich in Lynchburg, Tennessee, vom Spirituosenhersteller Jack Daniels ausgetragen wird, hat eben jene Soße kürzlich den ersten Platz geholt – und das von rund 90.

 

Ein unbekanntes Gesicht ist Kohler bei den Meisterschaften im Süden der USA nicht, im Gegenteil. Zum achten Mal war der Malmsheimer in diesem Jahr dabei, wie immer als Teil des „Black Forrest BBQ Teams“, das seit jeher vom Metzgermeister Heinz Schaal aus Pfrondorf angeführt wird. Einige der neun Teammitglieder kommen aus der Region Leonberg, die meisten sind Metzgermeister – und jeder hat seine Expertise. Da wäre etwa Andreas Baral, der Cousin von Martin Kohler, der zwar kein Metzgerhandwerk gelernt hat, dessen Spezialgebiet aber trotzdem die Spareribs sind. „Er macht die am besten von uns allen“, sagt Kohler stolz.

Ein Jahr an der Rezeptur getüftelt

Antreten müssen die rund 90 amerikanischen und internationalen Teams, die hier nur auf Einladung teilnehmen dürfen, in sieben Kategorien. In einer davon wird die beste Barbecue-Soße prämiert. Und das Spezialgebiet Soße belegt im Black-Forrest-Team: Martin Kohler. Seine Kreation hatte beim Wettbewerb 2023 bereits den 13. von rund 90 Plätzen belegt.

Seitdem hat der Malmsheimer Metzgermeister an seiner Rezeptur gefeilt: „Jedes Mal, wenn ich die Soße gemacht habe, habe ich etwas anders gemacht als zuvor“, erzählt er. Etwas mehr oder weniger Kardamom, Pfeffer, Chili, geräucherte Paprika oder Kreuzkümmel sind dabei in den Topf gewandert. Die Soße, die für den Wettbewerb eingereicht wird, muss außerdem – so will es der Veranstalter – einen Schuss Jack Daniel’s enthalten. Dass es dann beim Wettbewerb so gut gepasst hat und die Soße den ersten Platz belegen konnte, sei auch dank einer kleinen Portion Glück so passiert, sagt Kohler. „Wir waren total erstaunt, als wir ausgerufen wurde“, berichtet er. Freilich: Barbecue-Soßen werden auch bei anderen Wettbewerben und Weltmeisterschaften prämiert, es gibt also nicht nur eine vermeintlich weltbeste Barbecue-Soße. Der Sieg in Lynchburg ist für Kohler und seine Kreation aber allemal ein dickes Lob.

Alle 30 Minuten muss ein neues Gericht auf den Tisch

Bevor am Ende des mehrtägigen Wettbewerbs die Sieger der Kategorien bekannt gegeben werden, müssen die 90 Teams erst mal ganz schön schuften: Alle 30 Minuten müssen die Teilnehmer der Jury eins der sieben Gerichte, die gewertet werden, präsentieren. Weil die Speisen teilweise mehrere Stunden oder sogar einen ganzen Tag gegart werden, etwa das Pulled Pork, braucht es dafür ein gutes Zeitmanagement und entsprechende Vorbereitung am Vortag. Das Black-Forrest-Team muss nach der Anreise außerdem erst mal das Fleisch für die Gerichte organisieren. Dafür, berichtet Martin Kohler, haben er und seine Mitstreiter einen kleinen „Butcher Shop“, einen Metzger, zwischen Lynchburg und Nashville ausfindig machen müssen.

Dem neunköpfen Team aus Baden-Württemberg geht es bei der Teilnahme derweil nicht unbedingt um den Sieg. Für Martin Kohler zählt vielmehr der Austausch mit den anderen Teams, das Dazulernen und Beisammensein. „Man steht zusammen, man unterhält sich. Das macht gute Laune“, sagt Kohler.

Im kommenden Jahr wollen er und das Team rund um den Pfrondorfer Heinz Schaal wieder nach Lynchburg. „Fast schon Pflicht“ sei das, sagt Kohler. 2025 wäre es seine neunte Teilnahme an dem Wettbewerb. Langweilig wird es ihm nicht werden, da ist er sich sicher. „Es ist jedes Mal wie Heimkommen.“