Ein geplanter Boykott der organisierten Fan-Szene des SC Freiburg für das Bundesligaspiel bei RB Leipzig wirkt sich auf die Sicherheitsvorkehrungen der Regionalligapartie 1. Göppinger SV gegen SCF II aus. Wir nennen die Einzelheiten.
Paul Lambert sieht die Sache positiv: „Es ist doch erfreulich, wenn viele Fans des SC Freiburg zu uns ins Stadion kommen, gerne dürfen es auch 500 sein“, sagt der Vorsitzende des Fußball-Regionalligisten 1. Göppinger SV. Es geht um die Regionalligapartie am kommenden (14 Uhr) seines GSV gegen den aus der dritten Liga abgestiegenen SC Freiburg II.
Mit zwei Bussen zum SC Freiburg nach Göppingen
Warum dieses Duell plötzlich für so viele Auswärtsfans interessant sein soll, darauf kam Lambert erst durch einen Hinweis des Polizeireviers Göppingen, für das das Polizeipräsidium Ulm zuständig ist. Szenekundige Beamte des SC Freiburg teilten ihren Kollegen mit, dass die organisierte Fan-Szene des Sport-Clubs das Auswärtsspiel ihres Bundesligateams am 26. Oktober (15.30 Uhr) bei RB Leipzig boykottieren wird. „Red Bulls Fußball-Imperium zerschlagen – weltweit!“, so die Devise der Freiburger Ultras der Gruppen "Corrillo" und "Synthesia", mit der sie RB Leipzig und die dahinter stehenden Strukturen schon seit Jahren kritisieren.
Stattdessen haben die Ultras der Gruppierung Synthesia 79 offenbar bereits zwei Busse gechartert, um ihre in der vergangenen Saison aus der dritten Liga abgestiegene U 23 an jenem Samstag unterm Hohenstaufen zu unterstützen. Laut Sportclub werden wohl rund 450 Freiburger im Stadion sein.
Beim Auswärtsspiel des Freiburger Bundesligisten beim 1. FC Heidenheim am 21. September waren die SC-Ultras fünf Stunden vor Anpfiff bereits mit rund 100 Personen in der Heidenheimer Innenstadt vertreten und veranstalteten auch einen Fan-Marsch zur Voith-Arena.
Keine Probleme gegen Suttgarter Kickers
„Was die Sicherheitsvorkehrungen betrifft, waren wir am Anfang noch etwas grün hinter den Ohren“, sagt der Göppinger Sportvereinschef Lambert. Doch die erste Bewährungsprobe nach dem Aufstieg aus der Oberliga hat der GSV gut bewältigt. Beim Regionalligaduell mit den Stuttgarter Kickers (0:0) am 30. August gab es sicherheitstechnisch keine Beanstandungen. Bei dem württembergischen Derby vor 4000 Zuschauern im Stadion an der Hohenstaufenstraße (darunter knapp 2000 Kickers-Fans) lief diesbezüglich alles nach Plan.
„Wir freuen uns über die größere Einnahme, wenn mehr Gästefans zu uns ins Stadion kommen“, betont Lambert. Einziges Manko: Es werden deutlich mehr Ordnungskräfte benötigt. Lambert: „Wenn wir gegen Freiburg 50 statt 20 Ordner von einem externen Sicherheitsdienst benötigen, kann das einen mittleren fünfstelligen Betrag ausmachen.“