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Freie Betten Rechnung vieler Hotels geht nicht auf

Heidemarie A. Hechtel , vom 23.02.2010 05:30 Uhr
  Foto: Hörner
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Stuttgart - Bei den Hoteliers will die rechte Freude über die Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen nicht aufkommen. Knallharte Rabattforderungen von Firmenkunden und der Verzicht vieler Gäste aufs Frühstück aus steuerlichen Gründen lassen die Rechnung nicht aufgehen.

Jahrelang hatte das Gastgewerbe die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf das niedrigere Niveau bei den europäischen Nachbarn gefordert, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu haben. Seit 1. Januar verteuern nun nur noch sieben Prozent den Übernachtungspreis. Prompt standen die Firmen, auf deren Buchungen per Vertrag verlässlich gezählt werden kann, auf der Platte: "Ich bekomme laufend Anfragen mit Forderungen nach Rabatten und neuen Preisen", berichtet der Stuttgarter Hotelier Erich Franck. In seinem Betrieb, dem Hotel Royal, machen Geschäftsreisende 60 Prozent der Gäste aus.

80 Euro und keinen Cent mehr

Noch deutlicher schildert Markus Hofherr vom Hotel Ketterer, das zur Best Western Kette gehört, die Folgen der Steuersenkung. "Entweder gehen Sie mit dem Preis um zwölf Prozent runter oder wir lösen den Vertrag mit Ihrem Haus", hätten ihm zwei große Unternehmen Daumenschrauben angelegt, so der Vorsitzende der Fachgruppe Tourismus in der Stuttgarter Kreisstelle des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

80 Euro und keinen Cent mehr wollen die Stammgäste bei ihm fürs Einzelzimmer zahlen. Vorgestellt hatte sich Hofherr einen Preisnachlass von 92 auf 89 Euro, nachdem andere Unternehmen schon vor der Steuersenkung auf Preise unter 90 Euro pochten. Bei 80 Prozent Geschäftsreisenden unter seiner Klientel bleibe ihm keine Wahl. "Der Prozess wird sich noch weiter hinziehen", ist er auf weitere Ansinnen gefasst. Denn auch die Unternehmen bekommen bei der Abrechnung ihrer Übernachtungsspesen nur sieben Prozent Mehrwertsteuer rückerstattet.

Kommentare (6)
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FEB
27
23:26 Uhr, geschrieben von C@t
Frühstückspauschale
Also, die Frühstückspauschale für Firmenreisende gab es schon immer. Im Übrigen liegt diese immer noch erheblich über den Tagessatz an Essen für einen ALG2-Empfänger. Entweder bezahlte die Firma die Differenz aus Kulanz, zur Mitarbeitermotivation oder eben nicht. Das hat sich mit der Absenkung der MwSt für die Übernachtung nicht geändert. Das Einzige was sich allmählich ändert, ist dass Privatreisende feststellen dass man für 22 Euro im Café nebenan schon fast zu dritt frühstücken kann, im Hotel kostet das Einzelfrühstück schon so viel und wie voll soll ich mir den Magen denn vollschlagen. Natürlich sind Vielreisende auh etwa anspruchsvoller, aber eher über den Preis. Für 22 Euro erwarte ich auch eine wirkliche Menge an Produkten und Besonderheiten. Aber es reichen auch zwei Croissants mit Marmelade und einen Becher Kaffee für 5,10 im Café nebenan.
FEB
27
02:26 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Lustig hoch drei
Was schreiben hier eigentlich für Experten in den Kommentaren?! Der eine meint, die Hotels müssten den Nettopreis senken, um den achso armen Firmen ihre grundsätzlich überbilligen Firmenraten nicht zu verteuern. Hat man hier den Grundsatz von Netto und Brutto überhaupt verstanden? Der nächste wiederholt die polemischen Stammtischparolen der Zeitung mit den vier Buchstaben ... Eigenes Nachdenken fällt wohl echt schwer. Ein Investor, der Anteile an einem Unternehmen besitzt, spendet einer Partei seiner Wahl eine Summe und *zack* sind alle Hoteliers am Pranger?! Das kann ja wohl nicht ernst sein! Davon abgesehen - die Abwrackprämie war ja auch nur eine ganz eigene Erfindung der Politik ... Der Unterschied ist nur - beim einen hat man einen privaten Gewinn auf Kosten der Steuerzahler (Abwrackprämie), das andere (nämlich das Frühstück) muss man als Geschäftsreisender aus der eigenen Tasche zahlen (weil es der Arbeitgeber nicht übernimmt. Schuld sind natürlich die "geldgeilen Hoteliers" ...
FEB
25
14:24 Uhr, geschrieben von TG
Mwst.
Tja, Satz mit X. Das angebliche Steuergeschenk an die Hotelliers ist eigentliche eines an die Firmen die dort Übernachten! Wer hätte dass den gedacht? Wie im Bericht aufgeführt leiden nun die Hotelliers darunter und ich würde dieses Leiden ernst nehmen. Zum einen arbeiten sehr viele Menschen im "Niedriglohn"-Segment in diesem Bereich. Es wäre sicher sehr bitter für die FDP, wenn gerade diese "römisch Dekadenten" die sich ihren Lohn durch die Arge aufbessern lassen müssen, dann durch Hotelschließungen ganz von der Wohlfahrt abhängig wären. Dies ist kein Horroszenario, es gibt wenige so anfällige Produkte wie eine Hotelübernachtung. Ein Hotelzimmer kann man naturgemäß nur einmal Verkaufen. Der Preis spielt für den Firmenkunden dabei keine Rolle, will er sein Geschäft machen, muss er zahlen was der Markt hergibt. Über Jahre ist der Anspruch an die Hotel seitens Firmenkunden immer weiter gestiegen: WLAN Zugang, modernste Konferenztechnik, multilinguale Mitarbeiter, Serviceansprüche wie in Dubai, Frühstücksbuffets die einem über den ganzen Tag bringen. Dies zu finanzieren eine Gradwanderung, denn ob das Geschäft in Zukunft gerade am Standort eines Hotels weiterbesteht kann niemand mit Bestimmheit sagen. Während sich die Industrie neue Märkte für ihre Produkte erarbeitet, schaut der Hotellier in Sindelfingen (wenn der Daimler hustet) in die Röhre. Und jetzt diese Idiotie: zwei Mehrwertsteuersätze auf der Rechnung, Frühstück extra ausgewiesen, wird nicht von den Spesen abgedeckt - keine Einnahme für den Hotellier. Besserer Vorschlag: kippt die 7% bei Außerhaus-Geschäften (Catering), macht daraus 19%. Dann gäbe es in diesem Bereich wieder ein gleichen Wettbewerb und tausende von Burgerbratern wäre die Möglichkeit der Steuerhinterziehung genommen. Dann könnte der Staat auch wieder dern Billiglohn Jobs finanzieren.
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