Stuttgart - Fersensporn-OP, Achillessehnenprobleme, Virusinfektion - Tobias Unger (29) kennt die Schattenseiten des Sports: In der WM-Saison 2009 will der Sprinter von Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg an frühere Erfolge anknüpfen. Doch zuvor sollte er beim Sparkassen-Cup am 7. Februar die Norm für die Hallen-EM (6. bis 8. März) in Turin knacken.
Die Vorzeichen stehen günstig - seit mehreren Wochen schon fühlt sich Unger fit für große Aufgaben. "Ich hatte vor dem Start in Leipzig am vergangenen Sonntag zwar einen kleinen Infekt, aber der stellte kein Problem dar. Ansonsten habe ich keine Probleme - toi, toi, toi. Die Behandlung in der Physiotherapie und der Reha ist zwar ziemlich zeitintensiv, aber sie lohnt sich. Ich will nichts riskieren durch Schlamperei oder übertriebene Eile."
Vier Stunden pro Woche lässt er sich behandeln, alles reine Vorsichtsmaßnahmen. In diesem Jahr hat sich der 29-Jährige zwei große Ziele gesetzt. Die Teilnahme an der Hallen-EM in Turin im März und der Start bei der WM in Berlin im August. "Mein Ziel beim Sparkassen-Cup ist, die Norm für die Hallen-EM, die bei 6,66 Sekunden steht, zu schaffen."
Der Auftritt in Turin soll aber nur eine Zwischenstation sein. Die Freiluft-WM in Berlin spornt alle deutschen Leichtathleten in diesem Jahr ganz besonders an. Unger bildet da keine Ausnahme. "Natürlich ist eine WM im eigenen Land immer eine großartige Sache. Da will man dabei sein und auch eine gute Leistung bringen." Allerdings ist noch nicht entschieden, ob der Sprinter über 100 und über 200 Meter in den Startblock geht. "Wenn ich super drauf bin, ist über 200 Meter der WM-Endlauf drin", sagt er, "über 100 Meter wäre es für mich schon ein großer Erfolg, wenn ich bis ins Halbfinale käme." Vor Beginn der Freiluftsaison setzt sich Unger mit Trainer Micky Corucle zusammen, um die wichtige Entscheidung zu treffen. Hauptsache ist: gesund bleiben.