Berlin (dpa) - Die SPD-Spitze macht sich für Korrekturen an den Reformen zum Arbeitsmarkt und den Hartz-IV-Regelungen stark. Sieben Jahre nach Verkündung der «Agenda 2010» durch den früheren SPD- Kanzler Gerhard Schröder legte das SPD-Präsidium dafür ein Konzept vor. Wie Parteichef Sigmar Gabriel mitteilte, gehört dazu ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Außerdem will die SPD das Arbeitslosengeld I künftig wieder länger als zwölf Monate lang zahlen, wenn dafür eine Fortbildung absolviert wird.
Berlin (dpa) - Genugtuung für Claudia Pechstein: Sie freute sich über die Initiative deutscher Hämatologen, die ihr aus medizinischer Sicht eine vererbte Blut-Anomalie bescheinigt hatten. Das sei aber nur ein Schritt in die richtige Richtung, sagte die Eisschnelllauf- Olympiasiegerin. Alle Zweifler sollten sich ihren Fall noch einmal durch den Kopf gehen lassen und ihre Meinung revidieren. Die Anomalie soll für die erhöhten Blutwerte verantwortlich, wegen der Pechstein vom Eislauf-Weltverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden war.
Rom (dpa) - Der Papst will sich zum sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen äußern. Benedikt XVI. werde sein Schweigen brechen und schon bald in einem Hirtenbrief an die irischen Bischöfe klare Maßnahmen bekanntgeben. Das sagte Erzbischof Rino Fisichella in einem Interview des Mailänder «Corriere della Sera». Ob der Hirtenbrief an die irischen Bischöfe auch ausdrücklich auf die Fälle in Deutschland eingehen wird, ließ er offen. In Irland ist Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche seit langem ein Thema.
Wiesbaden (dpa) - Im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im vergangenen Jahr jeder 20. Job verloren gegangen. Die Zahl der Beschäftigten sank zum Ende Januar binnen eines Jahres um 251 500, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Auch die geleisteten Arbeitsstunden gingen um knapp 5 Prozent zurück. Die Bruttoentgelte sanken um knapp 4 Prozent. Überdurchschnittlich hohe Jobverluste gab es unter anderem im Maschinenbau und bei den Herstellern elektrischer Anlagen.
Berlin (dpa) - Guido Westerwelle geht in die Offensive: Der Außenminister hat die anderen Parteien aufgefordert, während seiner Auslandsreisen künftig auf Kritik an ihm zu verzichten. Der FDP-Chef steht wegen der Mitnahme von befreundeten Geschäftsleuten auf seinen Dienstreisen in der Kritik. Westerwelle hielt der Opposition vor, mit «zweierlei Maß» zu messen. Die «Einladungspraxis», die ihm vorgeworfen werde, sei bei seinem Vorgänger Frank-Walter Steinmeier «völlig kritiklos» hingenommen worden, sagte Westerwelle in Berlin.