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Zwei Platzhirsche und etliche Konkurrenten

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 14.06.2010 02:40 Uhr
Rems-Murr-Kreis Die Zahl der Stromnetzbetreiber im Kreisgebiet istüberschaubar, doch neue Allianzen entstehen. Von Oliver Hillinger

Würde man eine Karte der Stromnetzbetreiber im Rems-Murr-Kreis zeichnen, so würde man zurzeit mit wenigen Farben auskommen. Zwei Großbetreiber und drei Stadtwerke teilen sich zurzeit die hiesigen Netze. Der größte Mitspieler ist die RWE-Tochter Süwag, die nördlich einer Linie Schwaikheim, Winnenden, Althütte und Murrhardt alle Stromnetze kontrolliert. In 18 der 31 Rems-Murr-Kommunen hat das Unternehmen Konzessionen laufen, die aber in Remshalden, Rudersberg und Schorndorf nur für einzelne Ortsteile gelten. Die Länge des eigenen Netzes gibt die Süwag mit 2600 Kilometern an, 40 Mitarbeiter seien für die Wartung zuständig.

Genauso wie die Süwag hat sich auch die EnBW um die Netze der acht Kommunen beworben, die ihre Konzessionen nun ausgeschrieben haben (siehe Artikel oben). Das Gebiet des Karlsruher Konzerns setzt sich aus jenem der früheren Neckarwerke im Remstal sowie Vorgängerfirmen der EnBW im östlichen Kreisgebiet zusammen. Der Karlsruher Konzern gibt die Länge seines hiesigen Stromnetzes mit 1600 Kilometern an, er verfügt über einen eigenen Betriebshof in Urbach und versorgt ein Gebiet von gut 130 000 Einwohnern. Für die EnBW steht mit der Neuvergabe der Konzessionen viel auf dem Spiel, der Konzern gibt sich verhandlungsbereit. Man stehe nicht nur als Netzbetreiber sondern auch als Anteilseigner für ein gemeinsames Remstalwerk zur Verfügung, lässt der EnBW-Regionalleiter Thomas Miksa verlauten.

Das Angebot soll wohl jenen Kommunen die Zustimmung zum Remstalwerk erleichtern, die den drei bestehenden Stadtwerken diese Aufgabe nicht alleine zutrauen. Die Gebiete ihrer bisherigen Netze liegen wie Inseln im Gebiet der beiden Konzerne. Die Stadtwerke Waiblingen verfügen nach eigenen Angaben über 761 Kilometer Stromnetz, im Falle von Fellbach sind es rund 480 Kilometer. Die Stadtwerke Schorndorf haben mit 230 Kilometern zwar das kleinste Netz im Kreis, zeigen jedoch Avancen, zu wachsen. In Schorndorf wird seit langem darüber diskutiert, die Netze der Teilorte zurückzukaufen. Im Falle des Teilortes Schlichten wurde bereits Vorsorge getroffen. Unter der Trasse der gegenwärtig sanierten Landesstraße befinden sich Leerrohre der Stadtwerke, über die der Teilort per Erdleitung an das Netz der Stadtwerke angebunden werden könnte.

Unter den übrigen Bietern sind auch andere kommunale Versorger, die sich verbündet haben. Bei der Kommunalpartner Beteiligungsgesellschaft handelt es sich um ein gemeinsames Unternehmen der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen, Friedrichshafen, Göppingen, Mühlacker, Schwäbisch Hall und Tübingen, das mit seiner Unabhängigkeit wirbt. Kritischer wird in vielen Städten und Gemeinden hingegen der Neckarelektrizitätsverband (NEV) als Bewerber gesehen. Moniert wird, dass dieser Verband durch seine Eigentümerstruktur zu abhängig von der EnBW sei. Der Ostfilderner Bürgermeister Christoph Bolay fordert daher, der NEV solle auch die Zusammenarbeit mit anderen Partnern prüfen.

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