Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Wolff & Müller Föll entschuldigt sich für "Fehleinschätzung"

Konstantin Schwarz , vom 09.08.2010 15:58 Uhr
  Foto: Kraufmann
Foto: Kraufmann

Föll, argumentierten die Fachleute, habe diesen Sachverhalt mit seinem Ausscheiden aus dem SWSG-Vergabeausschuss auch selbst erkannt. Aus ihrer Sicht hätte der Bürgermeister die praktisch dienstlich veranlasste Aufgabe im Vergabeausschuss gar nicht zugunsten des Nebenamts aufgeben dürfen.

Föll sieht das anders. Weder im Gesellschaftsvertrag noch in der Geschäftsordnung des SWSG-Aufsichtsrats stehe, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender überhaupt im Vergabeausschuss sitzen müsse. "Insoweit ist die Feststellung des Haupt- und Personalamts nicht zutreffend", schreibt der Finanzbürgermeister in seiner am Montag von der Pressestelle der Stadt veröffentlichten Erklärung. Auch wenn er nun nicht mehr im Wolff-&-Müller-Beirat sei, "werde ich nicht wieder im Vergabeausschuss der SWSG tätig werden", so Föll.

Sein Ausscheiden bei Wolff&Müller bedaure er, "weil ich diese Firma als familiengeführtes, mittelständisches Stuttgarter Unternehmen schätze und einen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik grundsätzlich für sinnvoll erachte", so Föll weiter.

Föll entschuldigt sich für "Fehleinschätzung"

Albert Dürr, geschäftsführender Gesellschafter der 1600 Mitarbeiter zählenden Firma, und Föll hatten sich laut Dürr bei den Verhandlungen über den Kauf des Mineralbads Cannstatt durch die Stadt kennengelernt. Im Beirat sollten laut Dürr "keine Themen besprochen werden, die Mitglieder in Schwierigkeiten bringen könnten".

Nach Fölls eigener Einschätzung war die Stadt durch seine Beiratstätigkeit in keiner Weise betroffen. Er lege den Posten dennoch nieder und "bedaure, dass ich die politische Sensibilität einer solchen Beiratstätigkeit nicht frühzeitig in vollem Umfang erkannt habe. Für diese von mir zu verantwortende Fehleinschätzung entschuldige ich mich ausdrücklich." Die Grünen im Gemeinderat kritisieren die Erklärung. Föll zeige "wenig Einsicht" und mangelndes Fingerspitzengefühl. Der Vorgang sei "peinlich", so Fraktionschefin Muhterem Aras. Die Grünen fordern, dass alle Bürgermeister ihre genehmigten Nebentätigkeiten und die Aufwandsentschädigung offenlegen.

In einer persönlichen Erklärung hat Michael Föll am Montag bekannt gegeben, dass er seine Beratertätigkeit bei der Firma Wolff & Müller mit sofortiger Wirkung aufgebe.

tte ich nichts zu tun. Auch wenn zu keinem Zeitpunkt die unvoreingenommene Wahrnehmung meiner Aufgaben als Bürgermeister der Stadt Stuttgart in Frage stand, so bedauere ich, dass ich die politische Sensibilität einer solchen Beiratstätigkeit nicht frühzeitig in vollem Umfang erkannt habe. Für diese von mir zu verantwortende Fehleinschätzung entschuldige ich mich ausdrücklich.“

Kommentare (12)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
AUG
10
22:19 Uhr, geschrieben von Rainer Daeschler
@Interessierter / Vergabeausschuss
Aufsichtsräte bilden zu Arbeitsteilung Ausschüsse. Dafür kandidieren kann jedes Aufsichtsratsmitglied , so wie es möchte und zeitlich einrichten kann, bzw. dazu von den anderen Aufsichtsräten gewählt wird. Ob der Aufsichtsratsvorsitzende, oder der Baubürgermeister gerade hier den Vorsitz ausübt, das ist nebensächlich. Allerdings darf man sich nicht der Illusion hingeben,wenn Michael Föll nicht im Vergabeausschuss der SWSG sitzen würde, er sich beliebigen Unternehmen im Stuttgarter Raum andienen könne, um in deren Gremien die Vertiefung der Beziehung zwischen Politik und Wirtschaft zu pflegen, so dass man ihn im Rathaus steckbrieflich suchen müsste.
AUG
10
18:59 Uhr, geschrieben von Interessierter
Annahme - Aussage!
Ich nehme etwas an, ich werde es aber nicht behaupten. *** Wenn ich mir den Zeitablauf (auch noch einemal im Internet nachverfolgt) anschaue, schließe ich nicht aus, dass zumindet Mitarbeiter im Hauptamt vor der Demo (wo es öffentlich wurde) die Sache gewußt haben. Weil die Einschätzung die man von dort hörte, steht heute noch so! Entweder hatten die Demonstranten volles Wissen bei gleichzeitigem Bezug zu Landesrechtexperten - bevor es öffentlich wurde! Oder aber die Einschätzung auf der Demo stammt von MA von der Stadt! Das wäre prekär! --- Solange weder das eine noch das andere belegt ist, gibt es für mich eine wahrscheinliche Variante! *** Zum generellen Thema. Da habei ich einen Aussage. Ich habe da eine ganz andere Sicht. Die Konsequenz den Aufsichtratschef von der Mitgliedschaft im Vergabeausschuss zu trennen finde ich gut! Das sollte immer so sein - weil Aufsichtsratscheffe kontrolliert! Wenn es nicht im Aufsichtrat an sich behandelt wird, dann sollte man sich überlegen ob der Vergabeausschuss mit dem Aufsichtratschef besetzt sein soll! Im Vergabeausschuss würde ich (wenn, dann) den Baubürgermeister sehen!
AUG
10
13:03 Uhr, geschrieben von Steckroth
Wie lange lassen wir uns das noch gefallen....
Es wird Zeit dass dieser schwarze Filz im Stuttgarter Rathaus und im Landtag abgewählt wird. Langsam kapiert dies auch der Letzte! Ein ehemaliges CDU-Mitglied!
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  4
nächste


Eltern fordern flexiblere Schulzeiten
Gesamtelternbeirat und Verwaltung informierten über das Ganztagskonzept und stießen auch auf Skepsis
Nebenrolle im Tatort wird verlost
Unter den Premieren-Guckern am Freitagabend wird eine Nebenrolle im nächsten "Tatort" verlost.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
05:56   Deutschland bietet Entsorgung von indischem Giftmüll aus Bhopal an
05:51   EU setzt auf Wachstum - Sorge um Griechenland bleibt
05:46   ADAC-Kindersitztest: 5 von 33 Modellen fallen durch
04:50   Nach Lafontaines Rückzug: Wagenknecht als Linke-Chefin im Gespräch
04:48   Vereidigung von Bundesumweltminister Altmaier
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Prospekte

Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise