Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]

Wirtschaft Experte: Ost und West noch lange nicht gleich

dpa, vom 01.01.2012 08:56 Uhr
Der Wirtschaftsforscher Oliver Holtemöller ist Konjunkturexperte des IWH. Foto: Marcel Mettelsiefen Foto: dpa
Der Wirtschaftsforscher Oliver Holtemöller ist Konjunkturexperte des IWH. Foto: Marcel Mettelsiefen Foto: dpa

Halle - Gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West wird es nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) noch lange nicht geben. "Aus ökonomischer Sicht sind wir da noch meilenweit entfernt, das wird auch noch mehrere Jahrzehnte dauern".

Das sagte der Konjunkturchef des Instituts, Oliver Holtemöller, der Nachrichtenagentur dpa. Die Arbeitsproduktivität pro Erwerbstätigem etwa liege in Ostdeutschland derzeit zwischen 75 und 80 Prozent im Vergleich zu der im Westen, sagte er. Ein Grund dafür sei die unterschiedliche Zusammensetzung der Branchen in Ostdeutschland.

"Die hochproduktiven deutschen Industrien wie der Export- Maschinenbau sind in den alten Ländern angesiedelt", sagte der Wirtschaftsprofessor. Im Vergleich dazu sei etwa in Sachsen-Anhalt die Nahrungsmittelbranche sehr stark vertreten. Dort sei die Wertschöpfung aber relativ niedrig. Zudem verfüge Ostdeutschland über eine niedrigere Kapitalintensität. Es gebe weniger privates Kapital, das in Unternehmen fließen könne. Ostdeutschen Firmen sei es vor 1990 nicht möglich gewesen, Kapital anzuhäufen.

Ein weiteres Problem in Ostdeutschland sei die Überalterung. "Das führt dazu, dass der Anteil, der arbeitet, niedriger ist als im Westen, weil es in den neuen Ländern mehr Rentner gibt", sagte Holtemöller. "Ostdeutschland kann nur aufholen, wenn die Arbeitsproduktivität schneller zunimmt als im Westen. Dazu sind innovative Kräfte und Ideen nötig", sagte der Konjunkturexperte. So müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen, damit gut ausgebildete junge Menschen in den ostdeutschen Ländern bleiben, Familien gründen und möglichst nach dem Studium innovative Firmen gründen.

"Dafür bieten gute Bedingungungen zur Kinderbetreuung und gute Studienbedingungen eine doppelte Chance", sagte er. Holtemöller sprach sich zugleich klar gegen eine Verlängerung des Solidarpakts aus. Dieser laufe 2019 aus, und daran sollte auch nichts geändert werden. "Man muss erreichen, dass man sich nicht daran gewöhnt, auf Dauer von Subventionen zu leben."

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Titel *  
     
Autor *  
     
Kommentar *  
             
(optional)
E-Mail   (wird nicht veröffentlicht)
             
Straße     Hausnr.  
             
PLZ     Wohnort  
             
    (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
             
      * Pflichtfelder
Facebook-Börsengang wird zum Desaster
Die Facebook-Aktie geht baden. Nun mehren sich auch noch die Zweifel, ob alles mit rechten Dingen zuging.
Dekra stellt 3000 Mitarbeiter ein
Stuttgarter Prüfkonzern peilt 2012 weiteren Umsatzrekord an – Zukäufe im Ausland sollen helfen.

 

Anzeige
Nachrichtenticker
05:56   Deutschland bietet Entsorgung von indischem Giftmüll aus Bhopal an
05:51   EU setzt auf Wachstum - Sorge um Griechenland bleibt
05:46   ADAC-Kindersitztest: 5 von 33 Modellen fallen durch
04:50   Nach Lafontaines Rückzug: Wagenknecht als Linke-Chefin im Gespräch
04:48   Vereidigung von Bundesumweltminister Altmaier
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
Man kann sich online informieren, wo man Tagesgeld mit günstigen Konditionen bekommt.
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise