Unklar ist noch, ob die veränderte Studienstruktur auch zu einer besseren Bezahlung der Lehrer führt. Für entsprechende Änderungen bleibt der Landesregierung noch etwas Zeit: Die ersten Absolventen der neuen Studiengänge kommen 2017 in den Schuldienst.
Die Gewerkschaft Erziehung und Bildung und der Verband Bildung und Erziehung fordern, dass die Bezahlung der Lehrer angepasst wird. Sie kritisieren, dass die Hauptschullehrer derzeit noch schlechter bezahlt werden als die Realschullehrer und zugleich mehr Stunden unterrichten müssen.
Ein Hauptschullehrer, der noch nicht von einer Beförderung profitiert hat, kann maximal 3959 Euro brutto monatlich verdienen. Sein Kollege an der Realschule kommt laut Kultusministerium auf bis zu 4392 Euro brutto. Bisher wurde dies mit den unterschiedlichen Regelstudienzeiten begründet. Diese betragen beim Lehramt für Grund- und Hauptschullehrer bisher sechs, beim Lehramt Realschule sieben Semester.
Chaos bei der Besoldung von Hauptschullehrern
2007 hatte die Landesregierung angekündigt, Hauptschullehrer künftig wie Realschullehrer zu bezahlen. Zum 1. September 2009 wurden 20 Prozent der Hauptschullehrer befördert. Rund 2700 Stellen werden seitdem besser bezahlt - statt nach Besoldungsstufe A12 nach A13. Brutto entspricht das monatlich zwischen 345 und 427 Euro mehr. Dies sei endlich ein Einstieg in die Gleichstellung der Hauptschullehrer mit den Realschullehrern, erklärten die Lehrervertretungen damals. Inzwischen überwiegt allerdings der Unmut. Zum einen konnten nur bestimmte Lehrerjahrgänge befördert worden, junge Kollegen gingen leer aus. Das Besoldungsgefüge sei aus dem Gleichgewicht geraten, bemängeln vor allem Schulleiter. So verdienen beispielsweise beförderte Hauptschullehrer ebenso viel wie Konrektoren.
Eine weitere Neuerung ist geplant: Damit die Studenten früh überprüfen können, ob sie überhaupt für den Lehrerberuf geeignet sind, sollen sie schon im ersten Semester ein mindestens zweiwöchiges Orientierungspraktikum an den Schulen absolvieren.