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Winterdienst nur noch auf Sparflamme

HIER_FILD, vom 05.02.2010 04:31 Uhr
Filder. Der Winter ist hartnäckig. Das Streugut wird knapp und die Räumfahrzeuge sind im Dauereinsatz. Von Nina Faecke

Zuerst Daisy und nun auch noch Jennifer: Die Sturmtiefs dieses Winters haben auch die Filderregion mit Eiseskälte, Schnee und glatten Straßen fest im Griff. Die Streufahrzeuge sind im Dauereinsatz. Doch das Salz ist fast aufgebraucht. Noch vor drei Wochen wirkten die Bauhofmitarbeiter optimistisch: Engpässe sollte es in diesem Winter nicht geben. In L.-E. werden seit gestern nicht mehr alle Straßen gestreut.

300 Tonnen Salzvorrat vor Ort, 80 Tonnen Streugut im Silo und 20 Tonnen Salz aus der Lagerhalle in Echterdingen sind fast aufgebraucht, berichtet Bauhofleiter Jürgen Kunz. ¸¸Die Salzbergwerke kommen nicht nach. Und die Kommunen stehen bei der Belieferung nicht an erster Stelle', sagt er. Auf rund 100 Tonnen Salz, die Kunz vor fast drei Wochen bestellt hat, wartet er noch immer. Die Lieferung, so habe man ihm mitgeteilt, könne sich bis Ende Februar hinziehen. ¸¸Der Winter ist für mich im Moment schwer planbar', gibt Kunz zu. In den vergangenen Wochen wurde fast so viel Streugut verbraucht, wie sonst in einem ganzen Winter. Durchschnittlich 320 Tonnen Salz landen üblicherweise auf den Straßen der Großen Kreisstadt. Wie viel Salz genau jetzt noch übrig ist, verrät Kunz nicht.

Solange der Nachschub beim Bauhof nicht ankommt, kann in manchen Gewerbe- und Wohngebieten nicht gestreut werden. Geräumt wird weiterhin. Schneehaufen, die beim Freischieben der Straßen entstehen, transportieren die Bauhofmitarbeiter nicht ab. ¸¸Wir platzieren die Schneehaufen so, dass Einfahrten und Eingänge nicht versperrt werden.' Von den Bürgern der Stadt erhofft sich Kunz Mithilfe: ¸¸Die Anwohner neigen dazu, den Schnee, den sie vor ihren Türen wegschippen, auf die Straße zu werfen. Dadurch kann es glatt werden', sagt Kunz. Beim Räumen empfiehlt der Bauhofleiter deshalb, den Schnee am Straßenrand abzulegen. Um den Räumfahrzeugen den Weg nicht zu versperren, sollten parkende Autos eine Gasse von mindestens drei Metern vom einen zum anderen Fahrbahnrand freilassen.

¸¸Auf Sparflamme' läuft der Winterdienst nach Angaben von Bauhofleiter Wolfgang Feucht auch in Filderstadt. Er wartet ebenfalls auf eine Lieferung von 100 Tonnen Salz, deren Eingang ungewiss ist. ¸¸Noch können wir alle Straßen räumen', so Feucht. 350 Tonnen Streusalz hat der Bauhof in Filderstadt bereits verbraucht, die durchschnittliche Jahresmenge, die bei 250 Tonnen liegt, ist damit überschritten. Als ¸¸besonders massiv' empfindet der Bauhofleiter diesen Winter auch, weil er und seine Mitarbeiter seit dem 19. Dezember mindestens jeden zweiten Tag zu einem Einsatz gerufen werden. Darüber, wie viel Streusalz der Bauhof in Bernhausen noch vorrätig hat, will auch er nicht sprechen. Um das Salz notfalls zu strecken, gibt es einige Tricks: ¸¸Wir könnten Splitt zum Salz dazu mischen. Der Splitt würde aber in unseren Kanälen das Abwasser bremsen. Mir wäre es lieber, wenn der Winter nächste Woche ein bisschen Ruhe gibt.'

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