Winnenden - Astrid Hahn, die Rektorin der Albertville-Realschule, muss ihr Amt länger ausüben, als sie es eigentlich geplant hatte. Ihren Vorruhestand hat die 58-Jährige jetzt auf Ende September verschoben. Der Grund: Die Ausschreibung für die Stelle in der vom Amoklauf gebeutelten Schule hat bisher kein Ergebnis gebracht.
Ende März dieses Jahres hatte die Pädagogin (Schwerpunkte: Mathematik und Chemie) erklärt, dass sie im Sommer mit Ende des Schuljahres aus dem Dienst scheiden werde. "Meine Kraftreserven sind ausgeschöpft", begründete sie ihren Sinneswandel, nachdem sie ursprünglich noch bis zum Sommer 2011 im Amt bleiben wollte, wenn die Schule wieder in ihr dann umgebautes Gebäude zieht. Die Aufgabe, die ihr durch den Amoklauf vom 11. März gestellt worden sei, "war wohl die schwierigste, die man als Schulleiterin bekommen kann".
Noch lange keine normale Schule
Der Leitende Regierungsschuldirektor Wolfgang Schiele ging Ende März noch von einem "nahtlosen Übergang" am besten zum 1. August 2010 aus. Daraus wird nun jedoch nichts. Im Mai wurde die Stelle bundesweit ausgeschrieben. Doch gab es darauf nach Auskunft des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP) keine einzige Bewerbung. Als sich abzeichnete, dass die Besetzung nicht ohne Probleme über die Bühne gehen könnte, sprach die Schulbehörde deshalb gut ein Dutzend Rektoren und Konrektoren aus der Winnender Umgebung an. Doch auch die zuletzt übrig gebliebenen drei Interessenten sagten kurzfristig ab. Womöglich erschien ihnen die Aufgabe zu komplex. So hatte auch Hahn im Frühjahr ihre Schule als "gestörtes System" bezeichnet und erklärt, es werde "noch vier bis fünf Jahre dauern, bis wieder von einer normalen Schule die Rede sein kann".
Im Stuttgarter Kultusministerium hofft man, so eine Sprecherin am Donnerstag, die Nachfolgefrage bis zu den Herbstferien geklärt zu haben. Eine Neuausschreibung sei nicht vorgesehen. Astrid Hahn hat sich unterdessen bereiterklärt, die Schule auch in den ersten Wochen nach den Ferien zu leiten. Anschließend wird die Aufgabe kommissarisch von einem der zwei Konrektoren übernommen.