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Winnenden Albertville-Realschule findet keinen Rektor

Dirk Herrmann , vom 29.07.2010 19:15 Uhr
Darf noch nicht in Ruhestand gehen: Rektorin Astrid Hahn Foto: AP
Darf noch nicht in Ruhestand gehen: Rektorin Astrid Hahn Foto: AP

Winnenden - Astrid Hahn, die Rektorin der Albertville-Realschule, muss ihr Amt länger ausüben, als sie es eigentlich geplant hatte. Ihren Vorruhestand hat die 58-Jährige jetzt auf Ende September verschoben. Der Grund: Die Ausschreibung für die Stelle in der vom Amoklauf gebeutelten Schule hat bisher kein Ergebnis gebracht.

Ende März dieses Jahres hatte die Pädagogin (Schwerpunkte: Mathematik und Chemie) erklärt, dass sie im Sommer mit Ende des Schuljahres aus dem Dienst scheiden werde. "Meine Kraftreserven sind ausgeschöpft", begründete sie ihren Sinneswandel, nachdem sie ursprünglich noch bis zum Sommer 2011 im Amt bleiben wollte, wenn die Schule wieder in ihr dann umgebautes Gebäude zieht. Die Aufgabe, die ihr durch den Amoklauf vom 11. März gestellt worden sei, "war wohl die schwierigste, die man als Schulleiterin bekommen kann".

Noch lange keine normale Schule

Der Leitende Regierungsschuldirektor Wolfgang Schiele ging Ende März noch von einem "nahtlosen Übergang" am besten zum 1. August 2010 aus. Daraus wird nun jedoch nichts. Im Mai wurde die Stelle bundesweit ausgeschrieben. Doch gab es darauf nach Auskunft des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP) keine einzige Bewerbung. Als sich abzeichnete, dass die Besetzung nicht ohne Probleme über die Bühne gehen könnte, sprach die Schulbehörde deshalb gut ein Dutzend Rektoren und Konrektoren aus der Winnender Umgebung an. Doch auch die zuletzt übrig gebliebenen drei Interessenten sagten kurzfristig ab. Womöglich erschien ihnen die Aufgabe zu komplex. So hatte auch Hahn im Frühjahr ihre Schule als "gestörtes System" bezeichnet und erklärt, es werde "noch vier bis fünf Jahre dauern, bis wieder von einer normalen Schule die Rede sein kann".

Im Stuttgarter Kultusministerium hofft man, so eine Sprecherin am Donnerstag, die Nachfolgefrage bis zu den Herbstferien geklärt zu haben. Eine Neuausschreibung sei nicht vorgesehen. Astrid Hahn hat sich unterdessen bereiterklärt, die Schule auch in den ersten Wochen nach den Ferien zu leiten. Anschließend wird die Aufgabe kommissarisch von einem der zwei Konrektoren übernommen.

Kommentare (4)
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AUG
17
17:40 Uhr, geschrieben von Eva-Maria
Schade dass das Beamtensystem so starr ist,...
... es gäbe Lehrer, die sich dieser Herausforderung stellen würden. Kürzlich habe ich mit meiner besten Freundin über dieses Thema geredet, da auch sie eine Freundin bei diesem Amoklauf verloren hat. Sie meinte, dass sie gerade aus diesem Grunde dies machen würde, im Andenken an all die Verstorbenen, allerdings ist sie noch zu jung und wird aus diesem Grund hier keine Chance bekommen. Natürlich müsste sie an die Hand genommen werden, bis sie in diese Schuhe hineingewachsen ist, aber muss das nicht jeder? Für diese Herausforderung wäre genau sie die Richtige!
JUL
30
10:33 Uhr, geschrieben von Thomas Melber
@Beobachter
Keineswegs! Bloß: soll man die Schule auflösen und abreißen, die Schüler auf andere Schulen verteilen? Was geschehen ist, ist schrecklich. Aber: das Leben geht weiter. Die Position des Schulleiters muß besetzt werden, findet sich kein Freiwilliger dann wird eben bestimmt, wer es zu machen hat.
JUL
30
09:29 Uhr, geschrieben von Beobachter
Kein Fingerspitzengefühl...
Ah, mein Vorschreiber hat wohl kein Fingerspitzengefühl. Anscheinend hat er nicht verstanden, worum es geht. Schade.
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