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Windräder in der Region Energiewende gerät ins Stocken

Von Alexander Ikrat 

Viele Windräder sollten in Landschaftsschutzgebieten errichtet werden Foto: dpa
Viele Windräder sollten in Landschaftsschutzgebieten errichtet werdenFoto: dpa

In der Praxis kommt die Energiewende nicht voran. In der Region Stuttgart etwa können seit Januar faktisch keine Windräder mehr errichtet werden, und die neuen Pläne lassen auf sich warten.

Stuttgart - Immer mehr zeigt sich, dass das Ziel, Atomkraft durch regenerative Energien zu ersetzen, in der Praxis auf viele Hindernisse stößt. Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Beschluss des Bundestags, aus der Atomkraft auszusteigen, ist in der Region Stuttgart ein zusätzliches Windrad in Betrieb. In ganz Baden-Württemberg kamen 2012 sechs Anlagen dazu. Um seine Energieziele zu erreichen, bräuchte das Land bis 2020 rund 120 neue Windräder pro Jahr.

Im Ballungsraum Stuttgart zeigt sich, dass die Windkraft oft mit anderen Zielen in Konflikt steht. 42 von 96 geplanten Standorten liegen im Landschaftsschutzgebiet. Zwar hat das Land in seinem Winderlass festgelegt, dass die Landkreise Ausnahmen prüfen sollen. Doch äußern sich die Naturschutzbehörden nur zögerlich. Im Rems-Murr-Kreis heißt es etwa, dass trotz der neuen Vorgaben auch alle Regeln zu Natur-, Arten- und Landschaftsschutz weiter gültig seien. In Stuttgart ist eine Diskussion um Windräder hinter der Kulisse des Baudenkmals Grabkapelle entbrannt: Auch das Landschaftsbild prägende Bauten „waren nicht von Anbeginn der Zeiten vorhanden“, sagt Peter Pätzold (Grüne). Der Chef der größten Gemeinderatsfraktion will diskutieren, „ob sich eine Kulturlandschaft nicht verändern darf und auch soll“.

Land und Region sind sich nicht einig

Da das Land die alten Windkraftpläne zum 1. Januar aufgehoben hat und die neuen nicht beschlossen werden können, bevor alle Verordnungen der Schutzgebiete geändert sind, kann es laut Planungsdirektor Thomas Kiwitt vom Verband Region Stuttgart noch Jahre dauern, bis wieder Windräder ohne aufwendige Einzelverfahren gebaut werden können. Die Region erwägt, alle strittigen Gebiete zu streichen, um bis Ende 2013 einen Beitrag zur Energiewende vorlegen zu können. Unter den Streichkandidaten seien aber „qualitativ mit die besten Standorte“.

Beim Landesumweltministerium hat man von den Problemen bei der Umsetzung der Windkraftziele nichts mitbekommen. Ein Sprecher sagte unserer Zeitung, dass man im Winderlass mögliche Wege aufgezeigt habe. Beim Land habe aber noch niemand um Unterstützung gebeten. Regionalpolitiker beklagen derweil, das Land sei nach den ersten Protesten gegen Windräder abgetaucht.

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