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Windkraft Tauschwald für Stadtwerke Verlustgeschäft

Von Konstantin Schwarz 

Die lautstark auftretenden Gegner der Windräder im Tauschwald haben ich durchgesetzt Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die lautstark auftretenden Gegner der Windräder im Tauschwald haben ich durchgesetztFoto: Lichtgut/Leif Piechowski

Aus den geplanten Windrädern im Tauschwald bei Weilimdorf wird nichts. Die Stadtwerke Stuttgart haben damit einen sechsstelligen Betrag vergeblich in die Planung investiert.

Stuttgart - Die Stadtwerke Stuttgart müssen nach dem endgültigen Aus für zwei Windrad-Standorte im Tauschwald bei Weilimdorf 250 000 Euro Planungskosten abschreiben. Die Regionalversammlung hatte die lange umstrittenen Flächen am Mittwoch endgültig aus ihrem Windkraft-Plan gestrichen. Er bedauere die Entscheidung, sagt Michael Maxelon, der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Wir sind von der Qualität unserer bisherigen Planung überzeugt und hätten den Standort gerne weiter entwickelt.“

Das städtische Unternehmen steht laut Maxelon nun vor der „besonderen Herausforderung, die jährlich 14 Millionen Kilowattstunden Ökostrom der beiden geplanten Anlagen durch andere erneuerbare Energien oder hocheffiziente Erzeugungsanalgen zu ersetzten“.

OB Fritz Kuhn (Grüne) hat angekündigt, alle Stuttgarter Initiativen, auch die, die sich gegen den Standort gewandt haben, der Energiewende aber positiv gegenüber stehen, zu einer Ideensammlung einzuladen. Alexander Kotz, Chef der CDU-Fraktion im Gemeinderat, warnte am Donnerstag vor Kirchturmdenken. Als Ausgleich für die gescheiterte Planung dürften nun nicht nur die Bürger in Weilimdorf, Feuerbach und Botnang in die Verantwortung genommen werden. Die Freien Wähler im Gemeinderat bezeichnen die Entscheidung des Regionalparlaments als „guten Tag für die Lebensqualität im Stuttgarter Norden“.

Stadtwerke erzeugt für 50 000 Haushalte Ökostrom

Kuhn selbst habe im Fall des Scheiterns einen Plan B zugesagt. Davon nun nichts mehr wissen zu wollen sei „nicht gerade ein souveräner Umgang mit der eigenen Niederlage in Sachen Tauschwald“, so Alexander Kotz. Kuhn habe zu lange an diesem Standort festgehalten. In der Region gebe es zahlreiche Standorte mit besseren Rahmenbedingungen.

Gut möglich, dass sich die Stadtwerke diesen zuwenden, denn um 14 Millionen Kilowattstunden umweltverträglich zu erzeugen oder einzusparen müssten Tausende Häuser mit Fotovoltaikmodulen belegt oder mit besseren Heizungen ausgestattet werden. Dadurch erzielen die Stadtwerke aber keine Rendite. Das Unternehmen betreibt bald 24 Windräder im Land, in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Mit insgesamt 58 Megawatt Gesamtleistung können rechnerisch 50 000 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden.

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