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Wilhelma trauert Elefantendame Vilja ist tot

Wilhelma/StN, vom 11.07.2010 19:46 Uhr
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Nicht nur die Pfleger und ihre Artgenossen werden die alte Dame vermissen, vielen Besuchern war das Tier ans Herz gewachsen. Foto: Wilhelma
Nicht nur die Pfleger und ihre Artgenossen werden die alte Dame vermissen, vielen Besuchern war das Tier ans Herz gewachsen. Foto: Wilhelma

Stuttgart - Vilja, die betagte Elefantendame der Wilhelma, ist tot. Das Tier verstarb am Samstagnachmittag vermutlich aufgrund eines Kreislaufkollapses. Europas älteste Elefantenkuh hatte im letzten Jahr ihren 60. Geburtstag gefeiert. Vilja gehörte zu den bekanntesten Tierpersönlichkeiten im Zoologisch-Botanischen Garten, den sie 1952 noch als Jungtier bezogen hatte.

Am Samstagmorgen hatte eine Tierpflegerin Vilja beim Vorbeigehen auf der Außenanlage stehen sehen. Als sie kurz darauf, von Besuchern alarmiert, zurückkam, fand sie die Elefantin im Graben des Geheges liegend. Dort konnten die Elefantenpfleger wenige Minuten später nur noch ihren Tod feststellen. Besucher berichteten daraufhin, Vilja sei plötzlich auf der Anlage mit den Vorderbeinen eingeknickt, zusammengebrochen und dann in den Graben gerutscht.

Bei der Bergung des toten Elefanten half die Feuerwehr, so dass ein Tierärzteteam des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUAS) in Fellbach und ein Tierarzt der Wilhelma noch am späten Nachmittag mit der Untersuchung beginnen konnten. Nach dem vorläufigen Sektionsergebnis hat Vilja auf der Anlage einen Kreislaufkollaps erlitten und ist infolge dessen in den Graben gerutscht.

„Auch wenn wir sehr traurig sind, so können wir also zumindest sicher sein, dass Vilja sich nicht lange hat quälen müssen“, so Wilhelma-Direktor Professor Dieter Jauch. Wie Pfleger Volker Scholl berichtete, hatte Vilja in den Tagen vor ihrem Tod keine Anzeichen für eine Erkrankung oder besondere Schwäche gezeigt: Zwar hatte sie im letzten Jahr altersgemäß weiter abgebaut, aber in den letzten Tagen sei sie für ihre Verhältnisse besonders „fit“ und aktiv gewesen und hatte sich noch am Samstagvormittag ausgiebig mit kühlendem Schlamm beworfen.

Im Januar 2008 war die Feuerwehr schon einmal für Vilja im Einsatz gewesen. Damals war die be­tagte Elefantenkuh von einer Artgenossin geschubst worden und in den Graben gestürzt. Sie konnte jedoch in einer spektakulären Rettungsaktion mit Hilfe eines Kranes so gut wie unverletzt geborgen werden. Seither hatten die Tierpfleger sie mit Spezialfutter aufgepäppelt und viel Rücksicht auf ihre diversen Altersbeschwerden und Verwöhnwünsche genommen. So durfte Vilja morgens oft länger im Haus bleiben, um ihre Futterration „unbelästigt“ verspeisen zu können.

Anfangs, nach dem Graben­sturz 2008, hatte man ihr zudem aus Sicherheitsgründen eine abgesperrte Zone fernab vom Graben eingerichtet. Dort war sie jedoch von den anderen Elefanten isoliert und in ihrer Bewegungs­freiheit und damit Lebensqualität eingeschränkt, so dass man sie später wieder ins große Gehege ließ.

Kommentare (7)
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JUL
17
04:18 Uhr, geschrieben von Dani
@ Eva + Charls
Interessant zu lesen, was tatsächlich passiert ist. In der Tat war ein Neubau des Elefantengeheges schon lange angedacht, musste aber sehr weit nach hinten verschoben werden, und zwar wegen des Stuttgart 21 Projektes, wegen dem neuen Rosensteintunnel. Der Tunnel soll unter der Fläche wo die neue Anlage hinsoll gebaut werden, doch das geht nicht wenn die Elefanten drauf stehen, das vertragen die Tiere nicht. Das heisst erst muss untertunnelt werden, dann kann man erst das Gehege bauen. Das alles hat der Wilhelma viel Ärger bereitet weil sie die Projektreihenfolge Menschenaffenhaus und Elefantenanlage umdrehen mussten, die Gelder die man bereits für die Elefantenanlage hatte, durfte man nicht einfach so fürs Menschenaffenhaus verwenden, etc. Jedenfalls kann man Vilja tatsächlich als ein Opfer von Stuttgart 21 betrachten. =( Natürlich würden das die Verantwortlichen nie in der Öffentlichkeit breittreten. Das wird genauso totgeschwiegen, wie das was in dem Elefantengehege anscheinend wirklich passierte. Ich bin wütend und traurig.
JUL
12
22:48 Uhr, geschrieben von Eva + Charls
Ein ganz normaler Besuch der Wilhelma sollte es werden!
Wegen der Hitze führte uns unser Weg nicht wie üblich durch die Gewächshäuser, sondern wir schauten bei den Seelöwen vorbei, gingen durch den maurischen Garten und bestaunten dort die Seerosenblüte und von dort ging es weiter zu den Elefanten. Zunächst war da noch die Freude über die schwarz-rot-golden bemalten Elefantenschwänze. Die Stimmung unter zwei der vier Elefantinnen war nicht zum Besten, sie war gereizt. Dann das schockierende Erlebnis! Eine der Elefantenkühe macht einige Schritte zurück und setzt sich danach wieder in Richtung Vilja in Bewegung und stößt die Elefantenseniorin in den Graben. Der Ausgang des tragischen Vorfalls ist bekannt. Wir würden uns wünschen, dass die Geschichte mit dem traurigen Tod der Elefantin Vilja genug Anlass ist, die Situation in der Anlage zu ändern. Über artgerechte Tierhaltung in Zoos lässt sich streiten. Gräben zwischen Elefantengehege und Zoobesuchern zählen sicherlich nicht dazu, wenn Elefanten darin zu Tode kommen können. Es müssen dringend Pläne her, die die Situation im Elefantengehege für die Tiere verbessern. Die Vergrößerung des Geheges, das ohne Gräben tieferliegen könnte und ausreichende Beschattung für die Elefanten bietet, muss angedacht und realisiert werden. Wir erhoffen uns als treue Wilhelmabesucher eine rasche Lösung für die Elefanten und vertrauen auf das Pflegerteam, das bestimmt genügend praktische Ideen parat hat und das Zoomanagement.
JUL
12
10:09 Uhr, geschrieben von Tom
Verantwortungsbewusster Umgang?
Vilja war eine alte Dame, da frag ich mich warum man sie bei diesem Wetter überhaupt den Nachmittag über in die pralle Sonne lässt. Für mich grenzt das an einem verantwortungslosen Umgang mit dem Tier. In dem Artikel wird ja darauf bezug genommen, dass man sie erst wieder richtig aufpäppelt und dann stellt man sie am mit heissesten Tag in die Aussenanlage. Da braucht man sich nicht wundern, dass ihr Kreislauf nicht mitgespielt hat. So ein Verhalten ist der Wilhelma unwürdig und macht traurig!!!!
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