Stuttgart - Von Leserin Ursula Pfleiderer aus Wendlingen stammt dieser Schwäbisch-Beitrag:
„Zwölf Jahre lang lebten wir mit vier Generationen unter einem Dach. So war es problemlos möglich, dass meine Tochter weiterarbeiten konnte und ihr Töchterchen (die vierjährige Lena), wenn sie morgens aufwachte, einfach ein Stockwerk tiefer kam zu ihrer Oma. Lena hatte lange Haare und ließ sich nur ungern kämmen.
Ich sagte zu ihr: ,Wenn wir heute in die Wilhelma gehen würden, müsstest du dortbleiben als Zottelbär.‘
Lena fragte: ,Wann gehen wir denn wieder in die Wilhelma?‘
Oma: ,Eventuell nächste Woche.‘
Lena: ,Gehen wir da auch zu den Seelöwen?‘
Oma: ,Natürlich, aber du weißt ja, die Biene (der größte Seelöwe) ist gestorben. Sie hat versehentlich die Mütze eines Kindes verschluckt, weil sie dachte, es wäre Futter.‘
Lena: ,Oma, wo ist denn die Biene dann jetzt?‘
Oma zögert: ,Im Himmel!‘ (Eigentlich war sie anschließend noch im Rosensteinmuseum zu sehen.)
Bis ich fertig bin und wir uns zum Kindergarten aufmachen, geht Lena noch zu den im Haus lebenden Urgroßeltern. Sie frühstücken gerade. Dem Urgroßvater geht es nicht so gut, und er sagt zu Lena:
,Oh, i glaub ich stirb bald!‘
Lena: ,Opa, kommst du dann in Himmel?‘
Opa: ,I glaub’s et!‘
Lena denkt kurze Zeit nach und hat die Lösung: ,Opa, dann musst du einen Hut fressen!‘
Mein Vater lebte damals noch ein halbes Jahr. Wenn es ihm nicht gutging, sagte er zu uns des öfteren: ,I glaub, s’ isch Zeit, dass i den Huat friss!‘“ Dazu passt „ein besinnlicher Spruch“ von Frau Weiß aus Wolfschlugen – es ist unser schwäbischer Spruch des Tages. Frau Weiß zitiert ihren Schwiegervater Hermann Weiß aus Stuttgart-Riedenberg: „Asa jong muass mr sich en Stegga schnitza, an dem mr sich em Alter heba ka!“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart , Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de