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Wilhelma Bau des Affenhauses zerrt an aller Nerven

Von Michael Deufel 

An manchen Stellen des Menschenaffenhauses sind bereits die Scheiben eingesetzt und das Gelände zum Gebäude hin modelliert. Foto: Max Kovalenko
An manchen Stellen des Menschenaffenhauses sind bereits die Scheiben eingesetzt und das Gelände zum Gebäude hin modelliert.Foto: Max Kovalenko

Kosten des Projekts steigen weiter. Wilhelma will Affenhaus noch vor Sommerferien öffnen.

Stuttgart - Mehr Besucher, stabile Eintrittspreise, große und kleine Tiere - Wilhelma-Direktor Dieter Jauch hat 45 Minuten über Gewesenes und Kommendes referiert. Nur zum offenbar immer teurer werdenden Menschenaffenhaus sagte er kaum mehr, als dass er dessen Eröffnung im Sommer für "realistisch" hält.

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Das Gorilla-Waisenkind Tano schläft selig im Jungtieraufzuchthaus. Silberrücken Kibo im Nachbargebäude kratzt sich gelangweilt am Kopf. Dass für sie wenige Meter oberhalb eines der modernsten Affengehege Europas entsteht, bekommen beide nicht mit - stattdessen die künftigen Nachbarn Giraffen, Erdmännchen und Somali-Wildesel, die neugierig zur Baustelle glotzen und sehen, wie ein Kran ein Fassadenelement an Ort und Stelle hievt.

Bau strebt Fertigstellung entgegen

Teile der Außenhaut und angeschüttete Erde verdecken längst den Rohbau und lassen erahnen, welch respektables Domizil die Gorillas und Bonobos demnächst beziehen werden. Nach Jahren eines teils unwürdigen Debattierens um Planung und Kosten strebt der Bau der Menschenaffenanlage seiner Fertigstellung entgegen. Eigentlich müsste das nun alle Beteiligten, den Zoo als Nutzer, das Land Baden-Württemberg als obersten Dienstherr und den Verein der Freunde der Wilhelma als freiwilligen Mitfinanzier, mit Erleichterung erfüllen.

Tut es aber nur bedingt. Wilhelma-Chef Dieter Jauch bat Medienvertreter ins neue Gebäude der Wilhelma-Schule, um Bilanz zu ziehen und Ausblicke zu geben. Am wenigsten sagte der Zoo-Chef Jauch in seinem 45-minütigen Vortrag zur Menschenaffenanlage, obwohl deren Einweihung in diesem Jahr den Höhepunkt in der Wilhelma markiert.

200.000 Besucher mehr pro Jahr

Dass der Eröffnungsakt für den Sommer geplant ist, "erscheint mir schlüssig", so Jauch. Ein Termin noch vor den Sommerferien, also vor August, dem in der Regel besucherstärksten Monat, sei "absolut wünschenswert". Jauch erhofft sich durch die künftige Attraktion dauerhaft 150.000 bis 200.000 Besucher mehr pro Jahr. Das war's. Fragen nach Kosten und Baufortschritt möge man den "kompetenten Partnern" in der zuständigen Landesbauverwaltung stellen - eine gewisse Gereiztheit des Zoochefs war bei diesem Thema kaum zu überhören.

Zuletzt waren als Baukosten 17 statt der ursprünglich veranschlagten 15 Millionen Euro genannt worden. Ein Mitarbeiter der Landesbauverwaltung spricht nur schmallippig von "unabweisbaren Mehrkosten". Deren Höhe werde derzeit ermittelt.

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