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Wetterdienst braucht noch Monate für Gutachten

"Blick vom Fernsehturm", vom 25.08.2010 02:45 Uhr
Degerloch. Wer Schuld ist an den überschwemmten Häusern am Wacholderweg, bleibt weiterhin unklar. Von Rüdiger Ott

Die Anwohner des Wacholderwegs werden sich weiter in Geduld üben müssen. Nach wie vor ist unklar, wer oder was für die Überschwemmung vor fast vier Wochen verantwortlich ist. Eine Analyse des deutschen Wetterdienstes (DWD) sollte Klarheit schaffen, ob es sich bei dem Regen tatsächlich um einen äußerst seltenen Starkregen gehandelt hat oder nicht. Die Expertise sollte inzwischen vorliegen. "Aber wenn wir Pech haben, müssen wir darauf noch mehrere Monate warten", sagt Ekkehardt Schäfer, Abteilungsleiter beim Tiefbauamt und zuständig für die Stadtentwässerung. Der Grund für die Verzögerung ist das schlechte Wetter der vergangenen Wochen. Der DWD habe deshalb viele Gutachten zu erstellen.

Die Schuldfrage ist damit verbunden, wer den entstandenen Schaden zu bezahlen hat. Der liegt mindestens im sechsstelligen Bereich. Am 29. Juli war das Wasser nach einem Regen aus einem Kanal geschossen und hatte mehrere Garagen, Keller und Autos geflutet. Das Wasser war von der nahen Baustelle an der Ramsbachstraße gekommen. Dort lässt die Stadt derzeit einen neuen Abwasserkanal bauen. An der Überleitung vom alten zum neuen Kanal hatte sich das Nass gesammelt.

Schon eine Woche zuvor hatte sich das Wasser an dieser Stelle gestaut und war durch Toiletten und Waschbecken in einige Häuser gedrückt worden. Mitte August war es zudem zu einer erneuten Überschwemmung gekommen. Das Wasser floss jedoch lediglich auf der Baustelle die Ramsbachstraße entlang, ohne Schaden zu verursachen. In der Zwischenzeit war die Überleitung vergrößert worden, offenkundig ohne Erfolg.

"Der Regen und die Baustelle, das hat dreimal nicht gepasst", sagt Schäfer, "aber deswegen von einer Fehlplanung zu sprechen, ist falsch". Bei der Sichtung der Bauzeichnungen sei ihm kein Fehler aufgefallen. Wessen Haus über keine Rückstausicherung verfüge, sei selbst schuld. Eine solche Sicherung verhindert, dass Wasser durch die Kanäle ins Gebäude gedrückt wird. Und für Überschwemmungen aufgrund von Starkregenereignissen "kann ich nur auf die Hochwasserschutzfibel des Bundes verweisen". Schäfer kann die Aufregung der Anwohner nicht verstehen. "Ich als Anlieger wäre froh, wenn vor meinem Haus die Straße und der Kanal erneuert würde", sagt er.

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