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Wegen Sanierung Verkehrsinfarkt für Umland der B 312

Annette Mohl, 16.02.2013 14:00 Uhr
Vor 53 Jahren wurde die B 312 bei Aichtal als Umgehungsstraße eingeweiht. Jetzt muss der Abschnitt bis Neckartailfingen acht Monate lang grundlegend saniert werden. Die Umleitungsstrecken führen durch die Nachbarorte – die Städte und Gemeinden befürchten ein Verkehrschaos.

Aichtal - Die Baumaschinen stehen bereit, am kommenden Montag sollte die Sanierung des vier Kilometer langen Straßenabschnitts losgehen. Doch es ist zu kalt: „Für die Straßenmarkierung brauchen wir Plusgrade, und es muss trocken sein“, sagt Nadine Hilber vom Regierungspräsidium. Deshalb wurde der Baubeginn noch einmal vertagt – um etwa eine Woche. Dann aber müssen viele Anwohner entlang der Umgehungsstraßen acht Monate lang die Zähne zusammenbeißen. Zwar bleibt während der ganzen Bauphase die Fahrtrichtung Süden (Reutlingen) offen. In Fahrtrichtung Stuttgart aber geht es dann quer über die Dörfer.

Bei Aichtals Bürgermeister Lorenz Kruß klingeln deshalb die Alarmglocken. „Wir haben die Umleitungsstrecken sehr spät erfahren und hatten keine Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen oder über Lärmschutz zu reden.“ Er hoffe, dass sich wenigstens die Lkw-Fahrer an die offiziellen Umleitungen hielten: Das untergeordnete Netz sei auf Schwerverkehr nicht ausgelegt. Kruß hofft außerdem, dass wenigstens die Autofahrer Richtung Süden auf der B 312 bleiben, auch wenn dort das Tempo auf 50 reduziert wird.

In Nürtingen sind die Stadtteile Neckarhausen und Oberensingen betroffen. „Wir rechnen aber nicht mit einem großen Chaos“, sagt Sprecherin Bettina Bernhard. Die U 3 sei die nachrangigste der drei Umleitungsstrecken und werde wohl von den wenigsten Fahrern genutzt. Prophylaktisch würden die Ampelanlagen jedenfalls nicht umgestellt. „Wir haben das aber im Auge.“

Tempolimit von 50 km/h soll vor Unfällen schützen

Die Sanierung kostet insgesamt fünf Millionen Euro und wird vom Bund bezahlt. Neben der 250 Meter langen Aichtalbrücke und dem Kreuzungsbauwerk B 297/B 312 sind fünf weitere kleinere Brücken an Feldwegen und einer Gemeindestraße zu sanieren. Außerdem werden Geländer, Schutzplanken, Abdichtungen, Fugen und der Fahrbahnbelag erneuert. Das Tempolimit von 50 km/h soll Verkehrsteilnehmer und Bauarbeiter vor Unfällen schützen. Die Fahrbahn ist während der Bauzeit nur drei Meter breit.

Umleitung Metzingen: Der Verkehr aus Süden wird an der Anschlussstelle Metzingen-West über die U 1 ausgeleitet. Die führt über die L 378 a über Rommelsbach (Kreis Reutlingen) zur B 464 und über die B 27 Richtung Stuttgart. Vier provisorische Ampeln unterstützen den Durchgangsvkehr. Umleitung Riederich: Die U 2 wird ab Riederich über die L 374 und die B 297 Richtung Tübingen ausgeschildert. Von dort geht es durch Gniebel auf die B 27 Richtung Stuttgart. Umleitung Neckartailfingen: Autofahrer, die kurz vor dem Sanierungsabschnitt immer noch auf der B 312 sind, müssen an der Ausfahrt B 297 runter und über die U 3 Neckartailfingen nach Nürtingen. Von dort geht es über die B 313 und die A 8 Richtung Stuttgart. Wer nach Aichtal, Filderstadt oder Leinfelden-Echterdingen-Süd will, muss über die L 1185 und Aichtal-Grötzingen bei Aichtal-Nord zurück auf die B 312.

 
 
Kommentare (3)
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recht so Ist schon länger als 1 Jahr her
Jedem ist klar das die B27 zwischen Aichtal und Echterdingen dringend einen 6 spurigen Ausbau benötigt. Zumal jetzt dann wohl auch noch die LKWs aus Nürtíngen dazukommen werden. Aber Dank unsere tollen Regierung wird dies wohl nie passieren. Lieber stellt man Ampeln auf und setzt auf die grüne Wunderwaffe 'langsam fahren'. Wer dort jeden Tag im Stau steht und Grün wählt muss wohl eine ausgeprägte masochistische Ader haben.
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Bahnmüller Ist schon länger als 1 Jahr her
Alternativvorschlag: Parallel zur bestehenden Trasse zwei Spuren dazubauen, vom Maienwaldknoten in Metzingen bis Bonlanden - dann die alte Trasse instand setzen - dann Freigabe als vierspurige Straße - dann Weiterbau zwischen Sielmingen und Bernhausen durch zur A 8, zur B10 ins Neckartal, Nordostring bis zur B27 nördlich Stuttgart und zur A81. Ist längst überfällig! Aber wir bauen ja nur noch Radwege. Bahntrassen, Bahnhöfe, Straßen, Flughäfen, Kanäle, Industriegebiete, Einzelhandelsvorhaben, Kraftwerke, landwirtschaftliche Produktionsbetriebe ist ja alles bäh. Hat darüber schon mal jemand nachgedacht???
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Verkehrsinfarkt Ist schon länger als 1 Jahr her
Ist doch klar dass es einen Verkehrsinfarkt gibt, da gibt es in den nächsten Jahren immer mehr. Warum? Weil man hätte frühzeitig an die Zukunft denken sollen und hier und da hätte ausbauen müssen - scheitert aber entweder am Geld oder an grünen Blockierern und Umweltschützern. Ob der Umwelt durch Staus mehr geholfen ist, ich glaube nicht.
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