Ein Haus sollte es sein. Keines von der Stange, sondern ein Gebäude, in dem Büro- und Wohnräume sowie ein Lager Platz finden. Der Entwurf eines Fellbacher Baubetreuungsunternehmens gefiel der Familie Sørensen aus Plattenhardt. Außerdem konnte die Firma ein Unternehmen in der Nähe von Mosbach für die Bauabwicklung empfehlen. Im Mai 2008 wurde der entsprechende Vertrag unterzeichnet.
Der Rohbau in Plattenhardt ist fertig, schon seit über einem Jahr. Der Elektriker hat Kabel verlegt, die Türen sind nach Worten des Hausbesitzers genauso ausgesucht und bezahlt wie die Sanitäranlagen. Doch aus dem für Silvester 2009 geplanten Einzug wurde nichts. Bis heute. Er ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen.
Der Grund: Nach Regenfällen steht das Wasser auf den Terrassen und hat wohl, wie Thomas Sørensen sagt, den Weg in die darunter liegenden Stockwerke gefunden. "Darauf aufmerksam geworden sind wir, als von uns ein dunkler Fleck an einer Wand im Erdgeschoss entdeckt wurde", so der Bauherr. Bei einer Besprechung habe man herausgefunden, dass die Entwässerung bei der Planung wohl vergessen wurde, sagt er. Nachbesserungen konnten das Problem nicht beseitigen, weshalb an einen Einzug derzeit nicht zu denken ist.
Den Streit mit dem Wohnbauunternehmen führt er nun nicht nur über das Gericht, sondern auch via Internet. Auf der Seite "www.baupfusch.eu" breitet Sørensen ausführlich seine Erlebnisse mit dem Generalunternehmer aus. "Diese Homepage soll allen Bauwilligen als Mahnmal dienen, damit ihr Geld nicht verbrennt!", ist dort in roten Lettern zu lesen.
Bereits knapp 7900 Mal wurde die Internetseite bisher aufgerufen. Einige der 14 Einträge im Gästebuch bekräftigen die von ihm mit den beiden Unternehmen gemachten Erfahrungen. Andere danken für die Warnung, mit den Firmen ins Geschäft zu kommen. Genau das war der Grund, warum Sørensen Zeit und Geld in seinen Internetauftritt gesteckt hat. "Der Generalunternehmer hat auf uns einen soliden Eindruck gemacht", sagt er und betont, auch im Internet nichts Negatives gefunden zu haben. Und bis zum Rohbau sei sogar alles gut verlaufen.
Das betroffene Generalunternehmen, das für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, wehrt sich via Internet gegen die Darstellung des Plattenhardters. "Wir möchten die haltlosen Behauptungen dieser Familie richtig stellen", ist auf deren Internetseite zu lesen. Detailliert schildert dort der Geschäftsführer seine Sicht der Dinge, die jedoch am 31. Mai 2010 endet.
Ob die Familie Sørensen in absehbarer Zeit ihr neues Haus beziehen kann, ist unklar. "Das hängt vom Ergebnis eines Gutachtens ab", sagt der geplagte Bauherr. Schlimmstenfalls drohe ein Teilabriss, sagt Sørensen und beziffert die Mehrkosten auf rund 100 000 Euro. Ein Schaden, aus dem er klug wurde. "Nie wieder würde ich ohne Architekt oder Fachingenieur bauen" fasst Sørensen seine Erfahrungen zusammen. Erst nachträglich hatte er bemerkt, dass die nicht nur nach seinen Worten ungenügenden Pläne wohl ohne Zutun eines Architekten gemacht worden waren.