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Während des Kriegs Tee statt Tabak in der Pfeife

StN, vom 27.07.2011 20:59 Uhr
In schlechten Zeiten kam in die Pfeife auch mal Tee Foto: AP
In schlechten Zeiten kam in die Pfeife auch mal Tee Foto: AP
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Aus Oberboihingen schreibt uns Leserin Waltraut Braun: "In meinem Heimatort Rohrdorf bei Nagold hatten die Häuser, die unten an der Nagold gebaut wurden, keinen Keller - wegen des Hochwassers. So kam es, dass viele Bewohner ihre Keller oben im Berg hatten. Auch wir hatten einen Keller, jedoch keine Landwirtschaft, so dass wir in dem Keller Platz übrig hatten. Ein Bauer aus dem Tal - Gottlieb - hatte deshalb in unserem Keller immer ein Mostfass stehen. Wenn er abends zum Vesper seinen Most holte, kam er zu uns die Treppe herauf und holte den Kellerschlüssel. Der Bauer rauchte dann immer seine Pfeife. Da man während des Krieges aber keinen Tabak bekam, stank unser Treppenhaus jeden Abend merkwürdig nach Gottliebs Pfeife. Einmal fragten wir ihn, was er denn so rauche. Da meinte er: ,Rauch Tee, sauf Tee. Herrgott, do muaß mr doch gsond werda!' Damals kam alles in die Pfeife, was rauchte."

Unser schwäbischer Spruch des Tages kommt von Leser Herbert Off aus Fellbach. Er berichtet von einem Gespräch mit einem älteren Schwaben, der ihm sagte: "Wenn mich meine Mutter etwas gefragt hat, und sie bekam nicht umgehend eine Antwort, hieß es oft: ,Schwätz, Kerle oder scheiß' Buchstaba!"'

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

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