4. September 1911)
Stuttgarter Kickers I schlagen M.-T.-V. München I mit 7:1... Halbzeit 1:0 für Kickers. Zum ersten und gleichzeitig letzten Privatwettspiel auf eigenem Platze vor Beginn der diesjährigen Ligaspiele hatte gestern der Fußballklub "Stuttgarter Kickers" eine spielstarke Mannschaft des Ostkreises verpflichtet. Der Männerturnverein München war es, der den Blauweißen den Gegner stellte. Eine stattliche Zuschauermenge - die Tribüne war gut besetzt - fand sich auf dem Kickers-Sportplatz ein, dessen Eingangstor nunmehr nach vornen in der Verlängerung des Waldwegs vom Bopser her verlegt wurde, für das Publikum eine weitere Bequemlichkeit. Für den Anfang einer neuen Spielperiode nahm das Treffen einen hochinteressanten Verlauf. Das abwechslungsreiche Spiel wurde trotz der Hitze mit einem ... raschen Tempo geführt, das sich noch steigerte, als die Münchener kurz nach Halbzeit das Ehrentor erzielt und ein Ausgleich drohte. Besonders angenehm berührte auch die noble Spielweise beider Gegner; nicht ein Freistoß mußte während des ganzen Spiels infolge robuster Kampfesweise vom Schiedsrichter gegeben werden. Jede der beiden Mannschaften war von dem Gedanken beseelt, ein schönes Spiel vor Augen zu führen und durch Kombination Erfolge zu erzielen.
Die offizielle Ligaelf konnten die Stuttgarter beim gestrigen Spiel noch nicht ins Feld stellen. Ohne die bewährten Spieler Krebs, Kühnle, Löhle und Rüdinger mußten sie in den Kampf ziehen, so daß die Siegeshoffnungen nicht allzugroße waren. Es wäre immerhin zweckmäßig gewesen, den Ersatzleuten, welche bei den vielen Ligaspielen wohl mehrmals in Anspruch genommen werden müssen, schon rechtzeitig Fühlung mit der 1. Mannschaft zu verschaffen. Mit ihrem pflichteifrigen und guten Spiel haben sie bewiesen, daß im Bedarfsfalle in der Ligaersatzmannschaft erprobtes Spielermaterial vorhanden ist. Die ganze Kickersmannschaft arbeitete schön zusammen und legte große Schußfreudigkeit an den Tag. Auch die Bayern befleißigten sich eines ... raschen Zusammenspiels und hielten sich, mit nur 10 Mann spielend, recht wacker... (Stuttgarter Neues Tagblatt, 4. September 1911)