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Volkshochschule Abendgymnasium liegt dem Land am Herzen

Barbara Czimmer-Gauss , vom 22.03.2011 19:05 Uhr
Offenbar doch ein Herz fürs Abendgymnasium der Stuttgarter Volkshochschule: Kultusministerin Marion Schick Foto: dpa
Offenbar doch ein Herz fürs Abendgymnasium der Stuttgarter Volkshochschule: Kultusministerin Marion Schick Foto: dpa
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Stuttgart - Das hohe Defizit des Abendgymnasiums der Stuttgarter Volkshochschule hat das Kultusministerium nun doch aufgerüttelt. Einen Tag nach der Berichterstattung dieser Zeitung lud Kultusministerin Marion Schick die Stadt Stuttgart zu "umgehenden Gesprächen zur Rettung des Abendgymnasiums" ein. So schnell wie diesmal hat die Behörde noch nie reagiert, wenn sie zur Mitfinanzierung aufgefordert war.

Wie am Wochenende bekanntgeworden ist, hat das bundesweit größte Abendgymnasium mit zurzeit 610 Schülern gravierende finanzielle Probleme, die Schließung droht. Schulleiter werden höher als an anderen Privatschulen bezahlt, erstattungsfähig sind diese Mehrkosten aber genauso wenig wie ein erhöhter Verwaltungsaufwand - für beide Posten gibt es lediglich Pauschalen. Um den Zuschussbedarf des Abendgymnasiums zu decken und ein seit längerem bestehendes Darlehen abzulösen, wären laut eines Gutachtens 1,1 Millionen Euro nötig.

"Wir nehmen das Angebot dankend an"

Die Stadt hat deshalb am Montag die Hilfe des Landes eingefordert, zumal die VHS in dessen Auftrag den Gymnasialbetrieb führt, Sachkosten sowie Lehrergehälter aber nur zu 90 Prozent erstattet. Darauf hat nun die Kultusministerin prompt reagiert: "Es ist mir ein großes Anliegen, die finanzielle Situation des Stuttgarter Abendgymnasiums schnell auf eine stabile und nachhaltige Grundlage zu stellen und eine Schließung zu verhindern", schreibt sie in einer Mitteilung vom gestrigen Dienstag.

Von dieser Nachricht überrascht, reagierte Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann am Dienstag zunächst abwartend: "Ich freue mich über die Reaktion des Landes, und wir nehmen das Angebot dankend an." Zuerst müsse die VHS allerdings ihre Hausaufgaben machen, dem Aufsichtsrat in einer Sondersitzung die Details darlegen und Vorschläge unterbreiten, wie der hohe Zuschussbedarf minimiert werden könne.

Die Stadt selbst bezahlt pro Schüler jährlich einen Zuschuss in Höhe von 87,30 Euro, allerdings seit 2003 nur für Stuttgarter Gymnasiasten. Nur die Hälfte der 610 Studierenden stammt aus der Landeshauptstadt. Für Sachkosten gibt es 15 Prozent Zuschüsse, während Vollzeitschulen 45 Prozent erhalten. So bleibt offen, ob Vereinbarungen über weitergehende finanzielle Hilfen nach der Landtagswahl zustande kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne das Land noch keine Aussage dazu treffen, heißt es aus Schicks Pressestelle.

 

Kommentare (3)
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MRZ
23
18:28 Uhr, geschrieben von Niclas Steigelmann
Abendgymnasium muss erhalten bleiben
Sowohl aus politischer, als auch persönlicher Sicht kann ich nur für einen Erhalt des Abendgymnasiums plädieren! Zig Studien haben bewiesen, dass ein höherer Bildungsgrad zu besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt führt. Die Politik verspricht ständig, etwas gegen Arbeitslosigkeit und für bessere Bildung zu tun. Hier hat sie nun die Möglichkeit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dass diese Investition nicht sinnlos wäre und das Angebot von der Bevölkerung dankend angenommen wird, zeigen die stetig steigenden Schülerzahlen des AGs. Da ich selbst derzeit mein Abitur am Abendgymnasium nachhole, spreche ich aus eigener Erfahrung. Und ich kann nur sagen, dass ich in meiner ersten Schullaufbahn nicht annähernd so gute, enthusiastische und mitreißende Lehrer hatte, wie hier. Diesen Leuten liegen ihre Schüler und die Schule am Herz. Einen so guten "Nährboden" kann man nicht einfach verkommen lassen!
MRZ
23
10:05 Uhr, geschrieben von Gutbürger
Pures Taktieren
Ab nächsten Montag stellen sich die Dinge klarer dar. Frau Schick gehört auch zu den Hardlinern dieser NOCH-Regierung!
MRZ
22
19:44 Uhr, geschrieben von r:steiner
Mal sehen ob Schick einsteigt, sie ist doch für ein "durchlässiges" Bildungssystem.
Jetzt kann sie ihren Worten Taten folgen lassen.


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