Volksabstimmung Stuttgart 21 Bahn: Akzeptanz für Stuttgart 21 steigt

dapd/StN, 27.11.2012 16:55 Uhr
In einer von der Bahn in Auftrag gegebenen Studie sprechen sich 66 Prozent der Bürger in Baden-Württemberg für einen Weiterbau von Stuttgart 21 aus; 23 Prozent sind dagegen.

Stuttgart - Die Akzeptanz für das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“ ist deutlich gewachsen: Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrage der Bahn zufolge sind nur noch 23 Prozent der Bevölkerung im Südwesten gegen den Weiterbau und für den Ausstieg aus dem Projekt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Genau vor einem Jahr bei der Volksabstimmung am 27. November 2011 stimmten noch rund 41 Prozent der Baden-Württemberger gegen eine Fortführung des Bauvorhabens.

„Das sind heute 18 Prozent weniger. Dies ist eine Entwicklung, die mich persönlich sehr hoffnungsfroh stimmt“, kommentierte Bahn-Projektsprecher Wolfgang Dietrich die Ergebnisse. Die Parkschützer-Initiative kritisierte die Umfrage dagegen als „methodisch und inhaltlich äußerst dürftig“.

Selbst bei den Grünen-Wähler sei die Akzeptanz gestiegen

Der repräsentativen Umfrage des Instituts für Marktforschung zufolge, die im Auftrag der Deutschen Bahn entstanden ist, stimmten aktuell insgesamt 66 Prozent der mehr als 1.000 Befragten für das Projekt. Auch im Stadtgebiet um Stuttgart herum hat der Widerstand der neuen Erhebung zufolge nachgelassen: Für „Stuttgart 21“ sprachen sich 59 Prozent aus, 35 sind für einen Stopp des Projekts, sechs Prozent stimmten mit unentschieden.

Zum Vergleich: Bei der Volksabstimmung im vergangenen Jahr wollten 47 Prozent der Stuttgarter Bürger einen Ausstieg aus dem Bauvorhaben erwirken. Vor der Wahl des neuen Stuttgarter Oberbürgermeisters waren es immerhin noch 37 Prozent.

Selbst in den Reihen der Grünen-Wähler ist die Akzeptanz für das Projekt Bahnangaben zufolge deutlich gestiegen: Während sich 2011 bei einer Erhebung nur 36 Prozent für den Bau aussprachen, sind es heute 45 Prozent. Unter den SPD-Anhängern stimmten aktuell 67 Prozent für den Weiterbau, bei den CDU-Wählern waren es 86 Prozent.

Auffällig sei, dass vor allem Jüngere das Projekt befürworten, sagte Dietrich.

Volksabstimmung für Kretschmann rückblickend wichtig

Der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag begrüßte die Ergebnisse der Umfrage. Der Bürgerentscheid sei bereits ein eindeutiges Votum gewesen, das durch diese Befragung nochmals in eindrucksvoller Weise bekräftigt werde, sagte Präsident Peter Kulitz. Die Zunahme an Akzeptanz sollte nun den Gegnern des Tiefbahnhofes als Anlass dienen, das Projekt in positiver Weise zu begleiten, forderte Kulitz.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte die Volksabstimmung zum ersten Jahrestag „richtig und erfolgreich“. Die grün-rote Koalition habe die Volksabstimmung in dieser Frage ebenfalls „befriedet“.

 
 
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Kommentare (51)
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Degerlocher Ist schon länger als 1 Jahr her
Ich leide ebenso an den Defiziten an Schulen, Straßen, und so weiter. – Das Geld wird sich aber trotz allem Bedarf, nicht hierfür umleiten lassen. – Wenn es allerdings eintrifft, daß die Bahn uns übervorteilen will, dann sind wir wahrlich verloren. – Da die Bahn ein Staatsunternehmen ist und keiner Reglementierungen zum Geld unterliegt, habe ich Hoffnung, daß unser Stuttgart 21 früher oder später fertig werden wird.
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Sturm Ist schon länger als 1 Jahr her
Argumentationskette. Oder auf die Mitteilung, dass endlich eine 'Stiftung zur Rettung des privatwirtschaftlichen Bahnprojekt S 21 der DB' mit einem Stiftungskapital von mindestens 1,5 Milliarden gegründet wurde. Danach können wir ja weiter diskutieren. Länderfinanzausgleich hin oder her - es sind Steuergelder, die ich und hoffentlich auch Sie bezahlen Herr Degerlocher. Und mit meinen Steuergelder hätte ich lieber einmal die Schulen im saniert und wie wäre es mit dem Verstopfen der Schlaglöchern in den Landesstraßen und in den Straßen der Stadt? Schon vergessen wir haben einen Bahnhof, der ja einmal ein Baudenkmal war - und bislang fahren noch immer Züge nach Stuttgart - wenn denn keine betriebsbedingten Störungen sind. Herr Degerlocher es gibt unter den Menschen, die S21 kritisch gegenüberstehen, Steuerzahler (nicht zu knapp) Ingenieure und Menschen die viel, viel Wissen über die Funktion und Arbeitsweise der Deutschen Bahn haben und auch über Finanzierungen...... Schönen Tach noch...
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Sturm Ist schon länger als 1 Jahr her
werfen etliche Kommentare auf: Wie kann sich ein Großprojekt verhalten? Ach so es ist eine eigenständige Person. Und deshalb werden es die Menschen mehr und mehr akzeptieren. Sie werden auch sicherlich akzeptieren, dass das Brand- und Rettungsschutzkonzept nur für den Tiefbahnhof nicht durchführbar ist. Sagt die Stuttgarter Berufsfeuerwehr - die es ja wissen muss. Und deshalb akzeptieren die Menschen das, genau so wie sie wissentlich in ein Flugzeug einsteigen werden, das wahrscheinlich oder sicherlich richte gewartet wird. Und außerdem kommt so wie so fast niemals etwas vor...... Alle Menschen werden gerettet - auch wenn es nur 100 sind - siehe Brandkatastrophe im Schwarzwald - und Tunnel stürzen niemals ein - und wenn dann im rückständigen Japan. Das akzeptieren die Menschen sicherlich..... Ich möchte bitte schön einmal die Fragen sehen die der Auswertung zugrunde liegen. Es gibt ja schon Kritiker die genau auf diesem Bereich ihre beruflichen Erfahrungen haben also ACHTUNG - es wurde schon zu viel manipuliert......
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Steuerzahler Ist schon länger als 1 Jahr her
Das Geld ist im Länderfinanzausgleich doch viel besser angelegt, als in einem Murksbahnhof der Bahn AG. Wer das nicht begreift, hat nichts begriffen.
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Degerlocher Ist schon länger als 1 Jahr her
Wenn denn wider erwarten Schulden für derartige Baumßnahmen gemacht werden müßen, ja dann, - können wir uns nochmals unterhalten. - Solange allerdings über die nächsten Jahre mehrere Millarden an Überschuss zu erwarten sind, kann man getrost die Beste aller Baulösungen wählen und auch bauen. - Herr Kretschmann hat hierzu aktuell hervorragende Zahlen von Herrn Nils Schmid erhalten. - Für die Aufteilung dieser Massen von Geld, müßen Sie sich an die aktuelle Regierung halten.
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