Ich habe da Bauchschmerzen. Man hat insgesamt das Gefühl, dass man überall überwacht werden soll. Das ist keine Lösung. Es geht viel eher darum, Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten und ihnen Perspektiven für ihre eigene Zukunft zu ermöglichen. Statt Kameras würde ich eher für mehr Schulsozialarbeiter plädieren.
Eine derartige Videoüberwachung ist für mich noch in der Toleranz. Das kann man ruhig machen. Es sind schließlich Schäden, für die die Allgemeinheit aufkommen muss. Man muss aber auch schon im Vorfeld etwas tun, damit solche Vorfälle gar nicht erst passieren. Es sollte Angebote für Jugendliche in den Sommerferien geben.
Videoüberwachung bringt doch nichts. Wer soll sich denn die Bänder anschauen? Helfen würde, wenn die Polizei mehr Präsenz vor Ort zeigt. Die Polizisten sollten nicht zentral, sondern eher dezentral arbeiten. Wenn publik wird, dass die Polizei häufiger vor Ort unterwegs ist, würde das manch einen von seinem Tun abhalten.
Ich halte das nicht für sinnvoll. Das hört sich für mich nach gläserner Mensch an. Man muss viel eher als Bürger die Augen offen halten. Da ist Zivilcourage gefordert. Zugleich sollte man darauf achten, dass Werte wieder einen höheren Stellenwert haben. Eine Videoüberwachung nützt da nichts. Ich würde darauf verzichten.
Ich finde es keine schlechte Idee, wenn öffentliche Gebäude überwacht werden. Vielleicht lässt sich mancher Jugendliche davon etwas abschrecken, wenn er weiß, dass sein Tun aufgezeichnet wird und er dadurch ausfindig gemacht werden kann. Mir würde es nichts ausmachen, wenn mich eine Videokamera filmt.
Leinfelden. Die Bilanz seit Beginn der Sommerferien ist erschreckend: Mehrere Schulgebäude sind bislang von Einbrechern heimgesucht worden. Zugleich ließ manch einer seine Wut an Scheiben oder Tischtennisplatten aus. Der entstandene Schaden ist noch nicht genau beziffert. Von der Massivität der Vorfälle zeigte sich auch die Stadtverwaltung überrascht. Er sei "entsetzt", kommentierte jüngst Manfred Kern, Leiter des Amts für Schulen, Jugend und Vereine, die Einbruchsserie und die Auswirkungen blinder Zerstörungswut. Damit rückt wieder ein Thema in den Blick, das eigentlich schon zu den Akten gelegt worden war: Der Einsatz von Videokameras an öffentlichen Gebäuden. Dafür ist freilich eine Mehrheit im Gemeinderat notwendig. Unser Mitarbeiter Kai Müller (Text und Fotos) wollte von Passanten in Leinfelden wissen, was sie von einer generellen Videoüberwachung öffentlicher Gebäude halten.