VfB Stuttgart Was Kramny tut, damit der Kramny-Effekt anhält

Von Thomas Näher 

„Kein Grund, an etwas zu zweifeln“: VfB-Trainer Jürgen Kramny. Foto: Baumann
„Kein Grund, an etwas zu zweifeln“: VfB-Trainer Jürgen Kramny.Foto: Baumann

Trotz der ersten Niederlage nach acht ungeschlagenen Spielen bleibt VfB-Trainer Jürgen Kramny ruhig. Er weiß: Der nächste Gegner Gladbach ist stark, „aber das sind wir auch – das wollen wir zeigen“.

Stuttgart - Das 1:2 gegen Hannover 96 war nicht eingeplant, passiert ist es trotzdem: Und nun? Wirft die erste Niederlage nach acht ungeschlagenen Spielen den VfB Stuttgart aus der Bahn? Verpufft der Kramny-Effekt? „Es gibt keinen Grund, an irgendwas zu zweifeln“, sagt Trainer Jürgen Kramny vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach an diesem Mittwoch (20 Uhr/Sky). So will er mit dem VfB auf Erfolgskurs bleiben:

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Personal: Kramny ist kein Trainer, der nach einer Niederlage panisch reagiert, im Gegenteil: Viel spricht dafür, dass er der Startelf gegen Hannover auch in Gladbach vertraut. „Einige spielen am Limit. Wir überlegen, ob wir frische Kräfte bringen“, sagt er zwar. Andererseits stärkt er möglichen Wackelkandidaten den Rücken. Kevin Großkreutz etwa war ­monatelang ohne Spielpraxis, beim VfB ist er gesetzt. „Er hat bei uns jedes Training absolviert und alle Spiele bestritten, das ist für ihn kein Problem“, sagt Kramny. Auch Timo Werner, der gegen Hannover eine Großchance zum 2:1 vergab, hat bei ihm einen Stein im Brett. Lukas Rupp wirkt nicht mehr so zwingend, ist aber als Defensivmann und Dauerläufer wichtig. „In den letzten Spielen ist die Mannschaft ein Gebilde geworden, das auf Zuverlässigkeit aufbaut. Wenn ich sehe, dass etwas funktioniert, gibt es keinen Anlass, etwas zu ändern“, sagt Kramny. So deutet sich nur ein Wechsel an: Daniel Didavi löst nach seiner Gelbsperre wieder Alexandru Maxim ab. „Dida“ (neun Saisontore, fünf Vorlagen) ist in Topform und hat er in der Offensive mehr Lösungen in seinem Repertoire als Maxim.

Hannover stellte den VfB zunächst vor massive Probleme

Einstellung: Hannover 96 stellte den VfB zunächst vor massive Probleme, weil Trainer Thomas Schaaf auf einen zentralen Stürmer verzichtete. Stattdessen schwirrten die Mittelfeldspieler in alle Richtungen aus, wechselten die Positionen und stießen abwechselnd nach vorne – so irrten die defensiven VfB-Spieler in den ersten 20 Minuten ohne feste Zuordnung und reichlich orientierungslos über den Rasen. Gegen Borussia Mönchengladbach wird das dem VfB kaum passieren, Gefahr droht dennoch. „Die haben eine Wahnsinns­offensivabteilung“, warnt Jürgen Kramny – 45 Gladbacher Saisontore sprechen für sich. Unter der Angriffslust leidet allerdings die Abwehr: Die Defensive ist der Schwachpunkt – mit 40 Gegentreffern hat die Borussia nur vier Tore weniger kassiert als der VfB. „Bei ­allen Stärken – wir wissen auch, wo der Gegner anfällig ist. Wir werden Gladbach die eine oder andere Aufgabe stellen“, sagt Kramny und setzt dabei vor allem auf die strategischen Qualitäten und den Torriecher von Spielmacher Daniel Didavi. „Mönchengladbach ist gut, sehr gut sogar, aber das können wir auch sein – das wollen wir zeigen“, sagt Kramny.

Training: Viel Zeit bleibt in einer englischen Woche mit Spielen am Samstag und Mittwoch ja nicht. So konzentriert sich Jürgen Kramny nach dem 1:2 gegen Hannover 96 auf das Wesentliche. Am Sonntag hatte er freigegeben, am Montag arbeitete er die Niederlage mit der Mannschaft per Video auf, analysierte die gröbsten Fehler und verzichtete auf Spielformen auf dem Platz. Umso mehr sprach er den Spielern Mut zu: „Diese Niederlage wird uns nicht aus der Bahn werfen. Wir haben in der Spielen zuvor Stabilität gezeigt, und auch gegen Hannover war unsere Leistung in Ordnung. Da wirft uns eine Niederlage nicht um.“ An diesem Dienstag geht es auf den Platz, ein Schwerpunkt wird auf den Standardsituationen liegen. Gegen Hannover 96 hat der VfB aus 17:1 Ecken kein Kapital geschlagen, „da müssen wir ansetzen“, weiß Kramny. Das gilt auch für gegnerische Freistöße, nachdem Hannover am Samstag gleich deren zwei versenkt hat. Wegen Gladbachs Anfälligkeit in der Abwehr sind Tempovorstöße eine weitere Übungsform, wegen der Gladbacher Angriffsstärke aber auch schnelles Umschaltspiel von Offensive auf Defensive.

 

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