VfB Stuttgart VfB: Eine Vorrunde, die Mut macht

Von Marco Seliger 

An diesem Mittwoch steigt das letzte Spiel des Jahres für den VfB, im Achtelfinale des DFB-Pokals geht es gegen den 1. FC Köln. Die Liga-Hinrunde ist schon beendet – und die positiven Momente überwiegen.

Mainz - Der letzte Eindruck bleibt, heißt es normalerweise. Wenn das stimmt, müssten die VfB-Profis nach dem Abschluss der Bundesliga-Hinrunde ziemlich mies gelaunt in die Winterferien gehen. 1:3 beim FSV Mainz 05 – und eine Leistung, die viele Wünsche offen ließ. „Uns hat die letzte Leidenschaft gefehlt“, sagte Innenverteidiger Georg Niedermeier, „wir waren von Beginn an nicht gut im Spiel.“ Gegen den aggressiven Mainzer Tempofußball hatte der VfB wenig entgegenzusetzen – der Hinrunden-Abschluss misslang gründlich. Dennoch gibt es wenig Gründe, missmutig in die Pause zu gehen. Die Gesamtbilanz fällt positiv aus – und es gibt einige Punkte, die Hoffnung machen auf eine gelungene Rückrunde.

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25 Punkte sind ein Erfolg – und kein Zufall. Als die Belastung nach kräftezehrenden Partien in der Europa League zu groß zu werden drohte, entwickelte Bruno Labbadia einen Plan B. „Ich hätte gerne den tollen Fußball der vergangenen Rückrunde spielen lassen“, sagte er. Weil dem Team dazu aber die Substanz fehlte, spielte es nicht den aggressiven, laufintensiven Vorwärtsfußball aus dem Frühjahr, sondern entwickelte im Spätherbst eine ökonomische, weniger kräftezehrende Spielweise – mit Erfolg.

Das Thema Substanz wird Labbadia auch in der Winterpause beschäftigen. „Im vergangenen Jahr konnten die Spieler in der Pause einiges für ihre Grundlagen tun, weil wir nicht im internationalen Wettbewerb waren“, sagt der Trainer. „Jetzt ist das anders. Die Jungs müssen sich erst mal erholen, auch mental.“ Die Folge: In der Vorbereitung auf die Rückrunde wird Labbadia erst einmal Kondition aufbauen müssen. „Ich rechne damit, dass wir das sogar bis zur nächsten Partie in der Europa League machen werden“, sagt er. Denn wer viel Substanz gelassen habe, müsse sich erst erholen, um neue Substanz aufbauen zu können. Das Hinspiel im Sechzehntelfinale steigt am 14. Februar.

Der Trainer jedenfalls hat einen klaren Plan – wenn es nach Fredi Bobic geht, soll das beim VfB noch länger so weitergehen. Der Club will den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Labbadia verlängern – im Idealfall gelingt das in der Winterpause, damit sich alle Beteiligten in der Rückrunde auf das Sportliche konzentrieren können. „Ich bin sicher, dass wir im Januar zum Abschluss kommen“, sagt Bobic. Der Trainer meint, dass es keinen Zeitdruck und keinen Stress gebe: „Ich gehe da ganz entspannt ran.“

Etwas angespannter ist Labbadia, wenn es um das erste Rückrundenspiel am 19. Januar beim VfL Wolfsburg geht. Denn da ist Stürmer Vedad Ibisevic wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Weil Cacau nach seinem Kreuzbandriss wohl erst Mitte Februar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird, fehlt ein echter Stürmer. Nicht nur deshalb dringt Labbadia auf Verstärkungen. „Wir haben in der Vorrunde gesehen, dass die Qualität in unserem Kader reichen kann“, sagt Fredi Bobic zwar – doch der Manager signalisierte, dass es einen gewissen finanziellen Spielraum für Wintertransfers gebe: Das Hauptaugenmerk liegt auf der ­Offensive, im Gespräch ist Ishak Belfodil (20) vom FC Parma. Lange Zeit war auch Arkadiusz Milik (18) von Gornik Zabrze ein heißer Kandidat, jetzt scheint aber Bayer Leverkusen das Rennen zu machen: Der junge Pole war bereits zum Medizincheck in Leverkusen. Offenbar winkt ihm bei Bayer ein höheres Gehalt. Falls der abwanderungswillige Innenverteidiger Maza den VfB im Winter in Richtung Mexiko verlässt, ist Bobic auch im Abwehrbereich gefordert.

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VfB Stuttgart Mit Embalo, ohne Langerak?

Von 24. Mai 2016 - 13:59 Uhr

Bei der Kaderplanung für die nächste Saison gibt es viele Fragezeichen – auch weil es an Geld fehlt.