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VfB Stuttgart Ultras gegen den Rest der Fans

Marco Seliger, 17.12.2012 12:25 Uhr

Mainz - Sie standen hinter demselben Tor. In derselben Kurve. Mit den gleichen Schals. Die steile Mainzer Stehplatz-Tribüne war wie immer prall gefüllt – ansonsten aber war nichts so, wie es mal war. Auf dem Spielfeld spielte der FSV gegen den VfB. Im Fanblock hieß das Duell Mainz gegen Mainz. Ultras gegen sogenannte Normalos. Das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat die Fans gespalten. Die Ultras des FSV und des VfB feuerten ihre Teams aus Protest nicht an. Das Einzige, was von ihnen zu hören war, waren Schmähgesänge gegen den DFB. Die übrigen Mainzer Anhänger antworteten darauf stets mit Pfiffen oder lauter Anfeuerung – und wurden dann von den Ultras beider Clubs ausgepfiffen.

Das Szenario machte Mainz-Präsident Harald Strutz wütend: „Diese Fans sollen zu Hause bleiben. Sie glauben, sie können den Fußball kaputt machen. Da haben sie aber keine Chance, dazu ist die Gruppe zu klein.“

Alex Schulz, Sprecher der übergreifenden Vereinigung von Pro Fans und Teil der Mainzer Fanszene, war ebenfalls erschüttert. „Die Spaltung ist fatal als Signal für außen“, sagte er. Es werde ganz schwierig, diese Trennung wieder rückgängig zu machen, „weil viel kaputtgegangen ist“.

Der Mainzer Stadionsprecher richtete Mitte der zweiten Hälfte einen Appell an die Ultras: „Wir akzeptieren, dass ihr das Team nicht unterstützen wollt – aber unterlasst bitte die diskriminierenden Äußerungen.“ Der Aufruf blieb ungehört – die Schmähgesänge wurden noch lauter.

Thomas Tuchel, Trainer des FSV Mainz, warb nach dem Spiel um Verständnis auf beiden Seiten: „Jeder muss das Schweigen der Ultras akzeptieren – die Ultras müssen aber auch akzeptieren, wenn die anderen Fans unser Team unterstützen wollen.“ VfB-Manager Fredi Bobic forderte alle Beteiligten auf, „zur Sachlichkeit“ zurückzukehren.

Beim VfB werden der Sicherheitsgipfel der DFL und die Vorkommnisse in Mainz an diesem Montag bei der Sitzung des Fan-Ausschusses ein Thema sein. Einige Anhänger stört es, dass Präsident Gerd Mäuser bei einigen umstrittenen Anträgen auf der Liga-Versammlung in der vergangenen Woche ­zugestimmt hat. Beim Thema Ganzkörperkontrollen und bei der möglichen Beschränkung des Kontingents für Gastvereine forderten die Fans etwa eine Gegenstimme. Mäuser aber sagte, nach den durch die DFL vorgenommenen Änderungen und Entschärfungen in den Anträgen habe es keinen Punkt mehr gegeben, bei denen der VfB mit den Fans auseinander l iege.

Auch in anderen Bundesliga-Stadien gab es derweil Spaltungen auf den Rängen. Als Ultras des VfL Wolfsburg während des Spiels gegen Frankfurt eine Rauchbombe zündeten, wurden sie von den anderen Fans ausgepfiffen. Die Ultras von Fortuna Düsseldorf verließen nach zwölf Minuten ihren Block und kamen nicht wieder. Sie verpassten den 2:1-Sieg gegen Hannover – und die Anfeuerungen der restlichen Fans.

 
 
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Kommentare (23)
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DEZ
29
Batschuli, 17:12 Uhr

'Ultra Hype'

Ich gehöre nicht zu den Ultras des VfB`s. Ich fühle mich im Stadion heute genau so sicher wie 1978 als ich zum ersten Mal da war.Bin auch nicht der einzige: https://www.ich-fuehl-mich-sicher.de/ Ich denke es hat früher schon schlechte Politiker gegeben wie Hr.Friedrich, der doch nur unsachlich auf Stimmenfang geht. Schade nur das auch die Medien auf den Zug aufgesprungen sind und die meisten alles Glauben was geschrieben wird. Die meisten hier wissen doch gar nichts von den Ultras und halten ihn für einen wütenden Mob. Deshalb findet auch überall (so wie hier) die gleiche Unsachliche Diskussion (Hype) statt, oder kann mir jemand von den Ultragegnern sagen wieviel Pyrotechniktote wir 2012 mehr zu 2011 hatten... Bleibt doch mal auf dem Boden, Idioten gabs damals auch schon und wirds auch trotz Überwachungsstaat weiterhin geben. Guten Rutsch an alle ...Ultras, ihre Gegner und sonstige Fußballfans (und natürlich au Politiker).

DEZ
21
Anwesender, 14:22 Uhr

Ganzkörperkontrollen

An den Winkinger: Anbei ein Bericht der Kölner Fans (nicht Ultras) vom Spiel in Stuttgart. Verhältnismäßig und schnell war das woll nicht: http://effzeh.com/ganzkoerperkontrollen-in-stuttgart/

DEZ
20
Anwesnder, 10:47 Uhr

DFL Papier

Also es ist richtig, dass mit dem Papier Verbesserungen zur ersten und zweiten Version vorhanden sind. Das ist ein großer Erfolg der Proteste und das zu vergessen ist schade. Was sie jedoch schreiben beweist doch, dass sie sich mit dem Themenkomplex auch nicht voll auskennen. Die Ursache der Diskussion ist eine Medienhype nach dem Relegationsspiel in Düsseldorf. Das war ein Platzsturm von ganz normalen Fans die Emotionen hatten und dies zu früh ausdrückten. Es gab auch keine Verletzten - Aber es erfolgte eine völlig unsägliche Hysterie und auf die sind die Innenpolitiker abgefahren und die Funktionäre sind denen gefolgt. Das solch eine Abfolge wieder passieren kann wurde mit dem Papier nicht verhindert sondern bestätigt. Ja und bzgl der Kontrollen wenn sie ewig warten müssen wird Ihnen ein Ordner ein müdes Lächeln entgegen bringen wenn sie sich aufs Papier berufen sie sollen verhältnismäßig und schnell sein.

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