VfB Stuttgart Ultras gegen den Rest der Fans

Von Marco Seliger 

Die Ultras des FSV und des VfB feuerten ihre Teams aus Protest nicht an. Das Einzige, was von ihnen zu hören war, waren Schmähgesänge gegen den DFB.

Mainz - Sie standen hinter demselben Tor. In derselben Kurve. Mit den gleichen Schals. Die steile Mainzer Stehplatz-Tribüne war wie immer prall gefüllt – ansonsten aber war nichts so, wie es mal war. Auf dem Spielfeld spielte der FSV gegen den VfB. Im Fanblock hieß das Duell Mainz gegen Mainz. Ultras gegen sogenannte Normalos. Das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat die Fans gespalten. Die Ultras des FSV und des VfB feuerten ihre Teams aus Protest nicht an. Das Einzige, was von ihnen zu hören war, waren Schmähgesänge gegen den DFB. Die übrigen Mainzer Anhänger antworteten darauf stets mit Pfiffen oder lauter Anfeuerung – und wurden dann von den Ultras beider Clubs ausgepfiffen.

Das Szenario machte Mainz-Präsident Harald Strutz wütend: „Diese Fans sollen zu Hause bleiben. Sie glauben, sie können den Fußball kaputt machen. Da haben sie aber keine Chance, dazu ist die Gruppe zu klein.“

Alex Schulz, Sprecher der übergreifenden Vereinigung von Pro Fans und Teil der Mainzer Fanszene, war ebenfalls erschüttert. „Die Spaltung ist fatal als Signal für außen“, sagte er. Es werde ganz schwierig, diese Trennung wieder rückgängig zu machen, „weil viel kaputtgegangen ist“.

Der Mainzer Stadionsprecher richtete Mitte der zweiten Hälfte einen Appell an die Ultras: „Wir akzeptieren, dass ihr das Team nicht unterstützen wollt – aber unterlasst bitte die diskriminierenden Äußerungen.“ Der Aufruf blieb ungehört – die Schmähgesänge wurden noch lauter.

Thomas Tuchel, Trainer des FSV Mainz, warb nach dem Spiel um Verständnis auf beiden Seiten: „Jeder muss das Schweigen der Ultras akzeptieren – die Ultras müssen aber auch akzeptieren, wenn die anderen Fans unser Team unterstützen wollen.“ VfB-Manager Fredi Bobic forderte alle Beteiligten auf, „zur Sachlichkeit“ zurückzukehren.

Beim VfB werden der Sicherheitsgipfel der DFL und die Vorkommnisse in Mainz an diesem Montag bei der Sitzung des Fan-Ausschusses ein Thema sein. Einige Anhänger stört es, dass Präsident Gerd Mäuser bei einigen umstrittenen Anträgen auf der Liga-Versammlung in der vergangenen Woche ­zugestimmt hat. Beim Thema Ganzkörperkontrollen und bei der möglichen Beschränkung des Kontingents für Gastvereine forderten die Fans etwa eine Gegenstimme. Mäuser aber sagte, nach den durch die DFL vorgenommenen Änderungen und Entschärfungen in den Anträgen habe es keinen Punkt mehr gegeben, bei denen der VfB mit den Fans auseinander l iege.

Auch in anderen Bundesliga-Stadien gab es derweil Spaltungen auf den Rängen. Als Ultras des VfL Wolfsburg während des Spiels gegen Frankfurt eine Rauchbombe zündeten, wurden sie von den anderen Fans ausgepfiffen. Die Ultras von Fortuna Düsseldorf verließen nach zwölf Minuten ihren Block und kamen nicht wieder. Sie verpassten den 2:1-Sieg gegen Hannover – und die Anfeuerungen der restlichen Fans.

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