VfB Stuttgart So viel verdienen die VfB-Profis

Von Dirk Preiß 

Der VfB Stuttgart rüstet sich für den Rückrundenauftakt am Samstag (15.30 Uhr) in Wolfsburg – und für die Zukunft. Das Gerüst des künftigen Teams steht dank der Vertragsverlängerungen der vergangenen Tage. Offene Stellen bleiben dennoch.

Stuttgart - Mit dem Wert von Trainingslagern ist es so eine Sache – man erkennt ihn meist erst im Nachhinein. Zumindest in sportlicher Hinsicht. Da wird der Rückrundenauftakt beim VfL Wolfsburg am kommenden Samstag (15.30 Uhr) Aufschluss darüber geben, ob der VfB Stuttgart in Belek gut gearbeitet hat. Aus strategischer Sicht waren die Tage in der Türkei schon jetzt ein Erfolg.

Die Frage, ob Bruno Labbadia über die Saison hinaus Trainer des VfB bleibt, ist zwar weiter unbeantwortet. Nebenbei bastelte Sportdirektor Fredi Bobic dennoch weiter am Team der Zukunft – und schaffte mit einigen weiteren Vertragsverlängerungen Fakten, die auch den zweifelnden Coach von einer reizvollen Per­spektive auf dem Wasen überzeugen könnten. Das Gerüst der Mannschaft jedenfalls steht – auch auf lange Sicht.

Je besser die Leistung, desto besser ist das Gehalt

Nun ist klar: Allein die langfristigen Kontrakte von Sven Ulreich, Gotoku Sakai, Georg Niedermeier, Christian Gentner oder Martin Harnik garantieren noch keinen Verbleib der Profis bis zu deren Vertragsende. Dennoch geht ein Signal von den Kickern aus: Sie alle glauben an die sportliche Entwicklung des VfB – auch wenn der Club nicht mit Geldscheinen um sich wirft.

Die Gehälter der Berufsfußballer im gehobenen Dienst sind wenige Tage vor Beginn der Rückrunde mal wieder Grundlage emotionaler Diskussionen. Kein Wunder bei zum Teil unvorstellbaren Summen. Franck Ribéry soll beim FC Bayern München zehn Millionen Euro im Jahr verdienen, Diego in Wolfsburg immerhin noch über acht. Beim VfB sind solche Summen fernab jeglicher Vorstellungen – ganz im Gegenteil: Selbst Verträge, wie sie die verbliebenen Großverdiener wie Serdar Tasci oder Cacau einst abgeschlossen haben, sind heute nicht mehr denkbar. Beiden steht ein Brutto-Grundgehalt von rund drei Millionen Euro jährlich zu. Mittlerweile gilt: Wer beim VfB unterschreibt oder verlängert, muss zwar nicht darben, die leistungsbezogene Komponente fehlt aber nie. Soll heißen: Kommt ein Profi häufig zum Einsatz und fährt mit dem Team eifrig Punkte ein, stockt er sein Gehalt noch einmal ordentlich auf.

Der Vertrag von Kuzmanovic wird wohl nicht verlängert

Diese Bedingungen haben zuletzt weitere Spieler akzeptiert, nachdem im vergangenen Jahr schon Sven Ulreich, Martin Harnik und Daniel Didavi ihre Verträge verlängert hatten. Zum Beispiel Georg Niedermeier, der sagt: „Der Weg, den wir einschlagen, ist positiv. Die Verlängerungen zeigen, dass hier etwas entsteht.“ Christian Gentner ergänzt: „Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung angekommen.“ Von der vermeintlichen Stammelf haben nur Serdar Tasci, Cristian Molinaro und Ibrahima Traoré keinen Vertrag über 2014 hinaus.

Für VfB-Präsident Gerd Mäuser sind all die Personalien „klare und wichtige Bausteine unseres Plans“ – der nun vorsieht, alle weiteren Planstellen optimal für die Zukunft zu besetzen. Oder manche zunächst erst einmal frei zu machen.

Der im Sommer endende Vertrag von Zdravko Kuzmanovic wird wohl nicht verlängert, bei Cacau besteht eine Option auf ein weiteres gemeinsames Jahr. Eine weitere Personalie, über die sicher bald geredet wird, ist Serdar Tasci – der Vertrag des Kapitäns endet 2014. Würde er vorzeitig den Verein verlassen, käme wohl eine ordentliche Summe in die klamme Vereinskasse. Andererseits hat auch Tasci Gefallen gefunden an den Signalen seiner Mitspieler: „Das zeigt, dass wir hier unseren Weg weitergehen wollen.“ Der am Samstag in Wolfsburg fortgesetzt wird.

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