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STUTTGART. Es war wie immer in den vergangenen Spielen. Auch gegen Slovan Bratislava bildeten Khalid Boulahrouz und Georg Niedermeier die Innenverteidigung des VfB. Serdar Tasci, fit, gesund und voller Tatendrang, saß auf der Bank und verstand die Welt nicht. Sechs Pflichtspiele haben die Roten absolviert, der Nationalspieler war noch keine Minute im Einsatz. Klar, dass Tasci sich damit schwer arrangieren kann. Wie sehr ihn seine Reservistenrolle bedrückt, sagt er nicht. Tasci grollt und schweigt. Dafür sagt sein Berater Uli Ferber: "Ich sehe Gesprächsbedarf." Und fügt hinzu: "Ich dachte immer, beim VfB wird nach dem Leistungsprinzip aufgestellt."
Daran hat Tasci speziell seit dem 0:2 in Mainz Zweifel, als Boulahrouz eklatante Schwächen zeigte und auch Niedermeier nicht überzeugte. Gegen Bratislava würde er spielen, war Tasci überzeugt. Gross erfüllte ihm den Wunsch gestern nicht - auch nicht, als Niedermeier das Gegentor zum 0:2 verschuldet hatte. Als sich die Kollegen zum Warmlaufen erhoben, blieb Tasci sitzen: "Warum soll ich mich warmlaufen, wenn ich weiß, dass ich sowie nicht spiele?"
Tasci spiele in seinen Planungen weiter eine wichtige Rolle, versichert Gross: "Serdar wird seine Chance ganz sicher bekommen." Nur schnell muss es gehen. Nächsten Dienstag endet die Transferperiode, und falls Tasci am Sonntag gegen Dortmund wieder nicht spielt, dürfte er auf den letzten Drücker einen Vereinswechsel anstreben. "Tasci bleibt beim VfB", versicherte Sportdirektor Fredi Bobic gestern. Uli Ferber hielt dagegen: "Das Interesse von verschiedenen Clubs in Europa ist nach wie vor da", sagte er und vereinbarte mit Bobic einen Gesprächstermin. "Serdar", sagt Gross, "geht sehr professionell mit seiner Situation um." Genau deshalb muss der VfB darauf achten, dass er den Bogen nicht überspannt.
Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.