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VfB Stuttgart Nur nicht blenden lassen

Julia Rapp, vom 17.02.2012 17:07 Uhr
Bruno Labbadia, Trainer des VfB Stuttgart, tritt nach dem 5:0 gegen Hertha BSC Berlin auf die Euphorie-Bremse. Foto: dapd
Bruno Labbadia, Trainer des VfB Stuttgart, tritt nach dem 5:0 gegen Hertha BSC Berlin auf die Euphorie-Bremse. Foto: dapd
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Stuttgart - Der vergangene Samstag war ein Festtag. Ein 5:0 in der Bundesliga gibt es nicht jede Woche. VfB-Trainer Bruno Labbadia schwärmte noch fünf Tage nach dem Kantersieg gegen Hertha BSC: „Die Art und Weise, wie dieser Erfolg zustande kam, war sehr gut. Die Einstellung hat gestimmt, der Zusammenhalt, die Leidenschaft.“ Bruno Labbadia ist aber auch lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass nun nichts fataler wäre, als sich auf dem Kantersieg auszuruhen. Die Gefahr, den Sieg überzubewerten, ist groß. Vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96 an diesem Sonntag (17.30 Uhr/live auf Sky und Liga total) warnte der Trainer deshalb vor zu großer Euphorie: „Wir haben trotzdem nur drei Punkte geholt, es gibt keinen Grund zum Zurücklehnen. Wir sind weiter gefordert und müssen jetzt dranbleiben.“

Was passieren kann, wenn dies nicht geschieht, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Zwei umjubelte Kantersiege gab es in der Hinrunde der vergangenen Saison, die Ergebnisse danach waren – milde ausgedrückt – ernüchternd. Nach drei Pleiten zum Saisonauftakt gewannen die Roten am vierten Spieltag der Saison 2010/2011 unter Trainer Christian Gross mit 7:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Das war’s mit der Krise, dachten nicht wenige. Fredi Bobic aber warnte damals. „Auch für ein 7:0 gibt es nur drei Punkte, und auch das nächste Spiel geht bei null los“, sagte er – und sollte recht behalten. Und wie. Das nächste Spiel ging nicht nur bei null los, es endete auch bei null. Ebenso wie das nächste und auch das übernächste. Dem 7:0 gegen Gladbach folgten ein 1:2 gegen Nürnberg, ein 1:4 gegen Bayer Leverkusen und ein 1:2 gegen Frankfurt. Und der VfB steckte ­mittendrin im Kampf gegen den Abstieg. Bis zum elften Spieltag sammelten die Roten ­gerade einmal vier weitere Punkte – dann kam Werder Bremen in die Mercedes-Benz-Arena und wurde mit einer 6:0-Klatsche ­wieder nach Hause geschickt. „Wir haben keinen Grund, jetzt euphorisch zu werden“, sagte der Trainer, der mittlerweile Jens Keller hieß. Für Euphorie war auch gar keine Zeit. Ein 3:3 gegen Kaiserslautern (nach 3:0-Führung), ein 0:1 gegen Köln und ein 2:4 gegen den Hamburger SV ­folgten.

„Wir dürfen das 5:0 nicht überbewerten“

Bruno Labbadia möchte daran nicht allzu viele Gedanken verschwenden, nicht nur, weil er damals noch gar nicht VfB-Trainer war. „Ich bin keiner, der gerne in die Vergangenheit schaut“, erklärt er. Das gilt für die vergangene Saison ebenso wie für den vergangenen Spieltag. Der Blick muss nach vorne gehen. Und Hannover 96 ist in seiner derzeitigen Verfassung ohnehin ein ganz anderes Kaliber als Hertha BSC, das – ebenso wie die Roten – mit einem Negativerlebnis im Pokal in die Partie in der Mercedes-Benz-Arena gegangen war. „Hannover hat eine gute Entwicklung hinter sich“, lobte Bruno Labbadia, „sie ziehen alle an einem Strang und sind sehr ­stabil.“

Und gerade diese Stabilität fehlt den Roten in dieser Saison. 2:2 in Leverkusen, 0:2 im Pokal gegen die Bayern, 5:0 gegen Hertha – in nur acht Tagen zeigte das Team drei verschiedene Gesichter. Die spannende Frage ist nun: Welches ist das nächste? „Schwankungen wird es auch weiterhin geben, weil einfach zu viele Faktoren mitspielen. Eine Garantie, dass es gegen Hannover auch so gut läuft, gibt es nicht“, sagte Bruno Labbadia. Die Hoffnung des Trainers, dass sein Team in Hannover das Hertha-Gesicht zeigen wird, ist allerdings groß. „Der Mannschaft hat der Erfolg gutgetan, das spürt man im Training“, erklärte der Coach.

Doch vom Erfolg blenden lassen will sich keiner. „Den Sieg dürfen wir nicht zu hoch ansetzen“, erklärte Georg Niedermeier. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, bemerkte Khalid Boulahrouz. „Wir dürfen das 5:0 nicht überbewerten“, sagte Stürmer Vedad Ibisevic, der gegen Hannover wohl wieder die einzige echte Spitze sein wird. Er habe keinen Grund, etwas am Spielsystem zu ändern, erklärte Labbadia. Am System nicht und vor allem nicht an der Einstellung seiner Spieler. Denn nur mit dem absoluten Siegeswillen können die VfB-Profis verhindern, dass es nur eine Woche nach dem großen Jubel wieder ein böses Erwachen gibt.

Kommentare (5)
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FEB
18
16:35 Uhr, geschrieben von Euphorie
Fan
Euphorie wird erst mal nicht aufkommen und blenden läßt sich durch den 5:0 Sieg sicher auch niemand. Aber müssen wir in Stuttgart immer alles so trostlos/kritisch betrachten. Es gibt auch noch eine Stufe dazwischen - einfach mal positiv denken ! Die Mannschaft hatte ein Erfolgserlebnis und das gibt doch etwas Rückenwind. Sicher sind sie nicht die Favoriten gegen Hannover, aber wenn man nicht an die Möglichkeit eines Sieges glaubt, kann man auch gleich zu Hause bleiben.
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FEB
18
08:34 Uhr, geschrieben von Dito
Dito
Kann Raulfan nur zustimmen, wie soll Euphorie aufkommen, wenn man von gefühlten 10 nur eines gewonnen hat?! Herr Labadia sagt doch immer wieder, er wisse wo der VfB herkommt. Genau das wissen die Fans auch, letzte Saison gabs ein Kantersieg gegen Gladbach und eine langanhaltende Wende hat der Sieg damals auch nicht eingebracht.
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FEB
17
23:35 Uhr, geschrieben von kdhcsc
Hannover kann etwas, was der VfB nicht kann
Hannover hat gerade eben bewiesen, dass es ein Spiel drehen kann. Der VfB muss diese Fähigkeit erst noch beweisen. Solange das nicht endlich mal geschieht, glaube ich persönlich nicht an diese Mannschaft, sorry.
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