VfB-Stuttgart-Neuzugang Anastasios Donis Dribbelkünstler mit starkem Antritt

Von Heiko Hinrichsen 

Anastasios Donis (re.) zieht im Europa-League-Spiel auf Schalke an Sascha Riether vorbei. Foto: Getty
Anastasios Donis (re.) zieht im Europa-League-Spiel auf Schalke an Sascha Riether vorbei. Foto: Getty

Der Ex-VfB-Stürmer Ioannis Amanatidis beschreibt Landsmann Anastasios Donis als Stürmer mit „brutaler Grundschnelligkeit.“ Ein fertiger Spieler ist der 20-jährige Neuzugang aber noch nicht.

Stuttgart - Er ist der erste Grieche im VfB-Kader seit den Tagen des Ioannis Amanatidis, der von 1999 bis 2004 für die Cannstatter stürmte. Doch vor allem ist Anastasios Donis, den alle Tassos nennen, ein polyglotter Typ. Am vergangenen Freitag, als der 20-jährige Neuzugang in Stuttgart seine mehrstündige sportmedizinische Untersuchung absolvierte, ehe er einen Vierjahresvertrag bis 30. Juni 2021 unterschrieb, da glänzte der junge Donis am Rande des Checks mit fließenden Sprachkenntnissen in Englisch, Italienisch, Griechisch – und ein bisschen Deutsch wie „Guten Morgen“ und „Eins, zwei, drei“, das kann der Offensivspieler mit dem schnellen Antritt auch schon.

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„Er besitzt eine brutale Grundschnelligkeit, ist stark im Dribbling, also im Eins-zu-eins, und schafft damit Überzahlsituationen“, sagt Amanatidis über seinen Landsmann, der beim VfB an diesem Montag zum Trainingsauftakt des VfB seinen ersten öffentlichen Auftritt haben wird. Um 18 Uhr absolvieren die Stuttgarter im Schlienz-Stadion eine Trainingseinheit unter den Augen der Fans, die vom Stadionsprecher Holger Laser moderiert wird (Eintritt ist frei).

Zuletzt war Anastasios Donis von seinem Stammverein Juventus Turin an den französischen Erstligisten OGC Nizza ausgeliehen. Den VfB kostet er eine Ablöse von rund drei Millionen Euro. In Nizza spielte Donis unter der Leitung des Trainers Lucien Favre – und erzielte im Trikot der Südfranzosen fünf Tore in 18 Ligaspielen. Auch in der Europa League war der schnelle Stürmer, der gerne über die Außen kommt, aber auch zentral spielen kann, für Nizza aktiv. Dort kam in einer Gruppe mit dem FC Schalke das frühe Aus.

„Donis ist von der Anlage her eher ein Vorbereiter denn ein Torschütze“, sagt Ioannis Amanatidis, der nach seiner VfB-Zeit lange in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt spielte (140 Spiele, 42 Tore) und zuletzt den griechischen Erstligisten Iraklis Saloniki trainierte. Aktuell absolviert Amanatidis seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Athen – und ist dort unter anderem ein Mitschüler des langjährigen Co-Trainers von Giorgis Donis. Das ist der Vater des VfB-Neuzugangs, der ein renommierter Trainer in Griechenland ist, wo er bereits die Großvereine Panathinaikos und AEK Athen coachte; aktuell ist Donis senior für Al-Sharjah in den Arabischen Emiraten tätig.

Der Vater von Donis ist ein renommierter Trainer

Als Spieler war Giorgis Donis im Trikot der Blackburn Rovers der erste Grieche in der englischen Premier League überhaupt. In dieser Zeit wurde auch der Sohn Tassos geboren, der sich nun auf seine Zukunft in Stuttgart freut. „Der VfB ist ein großer Club mit viel Tradition und überragenden Fans. Ich bin froh, hier zu sein, und werde alles geben, um dem Team zu helfen und meinen Teil zu einer guten Saison beizutragen“, sagt der A-Nationalspieler, der aber erst noch beweisen muss, ob er dem Tempo und der Zweikampfhärte der Bundesliga gewachsen ist.

Jan Schindelmeiser ist sich sicher, mit dem 1,78 Meter großen Neuzugang, der im Internet bereits als Stuttgarts neuer „A. Donis“ gefeiert wird, einen guten Fang gemacht zu haben. „Anastasios hat bei Juventus Turin eine sehr gute Ausbildung genossen und ist in der Offensive vielseitig einsetzbar“, sagt der VfB-Manager: „Mit seiner Spielweise und mit seiner Mentalität passt er gut in unsere Mannschaft.“ Wie der erste Transfer, der 19 Jahre junge Mittelfeldspieler Orel Mangala, ist Donis aber längst kein ausgereifter Profi – spielte er doch noch in der Saison 2015/16 als Leihspieler für den FC Lugano in der Schweizer Liga.

Rüdiger-Wechsel könnte drei Millionen Euro einbringen

Und so warten die Fans weiter auf den großen Wurf des VfB auf dem Sommer-Tranfermarkt. Ein weiteres Plus an Einkaufsgeld könnte Jan Schindelmeiser dabei bald zur Verfügung stehen. Immerhin verdichten sich die Gerüchte, dass Antonio Rüdiger, der 2015 vom VfB zum AS Rom wechselte, die Roma bald in Richtung des FC Chelsea verlassen wird. In London wird er in dieser Woche zum Medizincheck erwartet. Kommt es zum Wechsel, kassieren die Stuttgarter rund drei Millionen Euro der Ablösesumme, die auf 38 Millionen Euro beziffert wird.

Auf dem Absprung scheint auch Tobias Werner, der laut Hamburger Medien beim FC St. Pauli gehandelt wird. Jean Zimmer ist dagegen weiter ein Kandidat bei Fortuna Düsseldorf, während brasilianische Medien weiter eifrig berichten, der VfB sei an dem Deutsch sprechenden Rechtsverteidiger Fabiano von Palmeiras São Paulo dran.

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