VfB Stuttgart Millionenloch nach EnBW-Teilrückzug kann nicht gestopft werden

Von Thomas Näher 

Unterm Strich klafft beim VfB Stuttgart eine Lücke von rund zwei Millionen Euro – und dabei bleibt es auch. Foto: dpa
Unterm Strich klafft beim VfB Stuttgart eine Lücke von rund zwei Millionen Euro – und dabei bleibt es auch.Foto: dpa

Neue Sponsoren und zahlreiche Vertragsverlängerungen gleichen den Teilrückzug des Stromriesen EnBW nicht aus. Unterm Strich klafft beim Fußball-Bundesligisten eine Lücke von rund zwei Millionen Euro.

Stuttgart - Noch bis zum Wochenende grüßt Fredi Bobic aus dem USA-Urlaub. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart konnte gelöst den Abflug machen, weil die Kaderplanung weitgehend abgeschlossen war. Jetzt zieht Marketingchef Jochen Röttgermann nach: In einer Groß-Offensive hat er den Sponsorenpool auf Vordermann gebracht.

Richtig glücklich kann er allerdings nicht sein: Unterm Strich klafft eine Lücke von rund zwei Millionen Euro – und dabei bleibt es auch. „In den vergangenen Jahren lagen wir deutlich über dem Plan. Jetzt müssen wir einen kleinen Schritt zurückmachen“, sagt Röttgermann, „aber wir wussten das. Deshalb hatten wir die Mindereinnahmen schon in der Jahresplanung berücksichtigt.“

Grund ist der Teilrückzug des bisherigen Exklusivpartners EnBW, der dem VfB bisher 3,5 Millionen Euro jährlich überwiesen hatte. Als neuer Partner des Jugendhauses und Trikotsponsor der Jugend- und Juniorenteams zahlt das Karlsruher Energieunternehmen nur noch eine Million Euro. Bleibt eine Lücke von 2,5 Millionen Euro. Der VfB hat zwar neue Sponsoren an Land gezogen und mit bestehenden Partnern verlängert, zur Schließung der entstandenen Lücke tragen sie aber nur unwesentlich bei.

Vergangene Runde war sportlich keine Werbung

So erhalten die jüngsten Erfolgsmeldungen einen faden Beigeschmack. Fanuc Robotics spielt zwei weitere Jahre den Doppelpass und ist von einem Teampartner, der gewöhnlich zwischen 450 000 und 750 000 Euro zahlt, zu einem Premiumpartner aufgestiegen – Sponsoren dieser Kategorie sind mit 750 000 und gut einer Million Euro dabei. Das Computerunternehmen Spectra zahlte als Clubpartner bisher unter 450 000 Euro und steigt nun bis 2016 zum Teampartner auf. Zuvor waren das Bauunternehmen Wolff & Müller und das österreichische Zillertal als Teampartner eingestiegen.

Das spült zusätzlich Geld in die VfB-Kasse, wie auch die neuen Werbepartner Turkish Airlines (Banden) und Fellbacher Weingärtner (Hospitality). Ensinger und Coca-Cola verlängerten ihre Verträge um je drei, Porsche und Würth um je zwei Jahre. Ein Jahr hängen Fischer, Breuninger, Hofmeister, LBBW, SWR1, Weru und Bauhaus dran.

Damit steht der Sponsorenpool samt finanziellem Defizit. „Wenn es sportlich läuft, kann man so eine Lücke leichter schließen“, sagt Röttgermann. Doch die vergangene Runde war sportlich keine Werbung.

Jetzt muss es der VfB besser machen. Denn die übernächste Saison wirft schon ihre Schatten voraus: Für 2014 hat Imtech, Namenssponsor des Business Center, seinen Rückzug als Teampartner angekündigt – macht weitere 750 000 Euro weniger.

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 4.0
VfB Stuttgart Harnik enttäuscht über Kritik nach Abstieg

Von red/dpa 25. Mai 2016 - 15:18 Uhr

Angreifer Martin Harnik ist nach dem Abstieg des VfB Stuttgart enttäuscht über die Kritik an seiner Person. Wegen seiner schwachen Leistungen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga war der 28-Jährige stark kritisiert worden.