VfB Stuttgart Millionenloch nach EnBW-Teilrückzug kann nicht gestopft werden

Thomas Näher, 13.07.2013 07:00 Uhr

Stuttgart - Noch bis zum Wochenende grüßt Fredi Bobic aus dem USA-Urlaub. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart konnte gelöst den Abflug machen, weil die Kaderplanung weitgehend abgeschlossen war. Jetzt zieht Marketingchef Jochen Röttgermann nach: In einer Groß-Offensive hat er den Sponsorenpool auf Vordermann gebracht.

Richtig glücklich kann er allerdings nicht sein: Unterm Strich klafft eine Lücke von rund zwei Millionen Euro – und dabei bleibt es auch. „In den vergangenen Jahren lagen wir deutlich über dem Plan. Jetzt müssen wir einen kleinen Schritt zurückmachen“, sagt Röttgermann, „aber wir wussten das. Deshalb hatten wir die Mindereinnahmen schon in der Jahresplanung berücksichtigt.“

Grund ist der Teilrückzug des bisherigen Exklusivpartners EnBW, der dem VfB bisher 3,5 Millionen Euro jährlich überwiesen hatte. Als neuer Partner des Jugendhauses und Trikotsponsor der Jugend- und Juniorenteams zahlt das Karlsruher Energieunternehmen nur noch eine Million Euro. Bleibt eine Lücke von 2,5 Millionen Euro. Der VfB hat zwar neue Sponsoren an Land gezogen und mit bestehenden Partnern verlängert, zur Schließung der entstandenen Lücke tragen sie aber nur unwesentlich bei.

Vergangene Runde war sportlich keine Werbung

So erhalten die jüngsten Erfolgsmeldungen einen faden Beigeschmack. Fanuc Robotics spielt zwei weitere Jahre den Doppelpass und ist von einem Teampartner, der gewöhnlich zwischen 450 000 und 750 000 Euro zahlt, zu einem Premiumpartner aufgestiegen – Sponsoren dieser Kategorie sind mit 750 000 und gut einer Million Euro dabei. Das Computerunternehmen Spectra zahlte als Clubpartner bisher unter 450 000 Euro und steigt nun bis 2016 zum Teampartner auf. Zuvor waren das Bauunternehmen Wolff & Müller und das österreichische Zillertal als Teampartner eingestiegen.

Das spült zusätzlich Geld in die VfB-Kasse, wie auch die neuen Werbepartner Turkish Airlines (Banden) und Fellbacher Weingärtner (Hospitality). Ensinger und Coca-Cola verlängerten ihre Verträge um je drei, Porsche und Würth um je zwei Jahre. Ein Jahr hängen Fischer, Breuninger, Hofmeister, LBBW, SWR1, Weru und Bauhaus dran.

Damit steht der Sponsorenpool samt finanziellem Defizit. „Wenn es sportlich läuft, kann man so eine Lücke leichter schließen“, sagt Röttgermann. Doch die vergangene Runde war sportlich keine Werbung.

Jetzt muss es der VfB besser machen. Denn die übernächste Saison wirft schon ihre Schatten voraus: Für 2014 hat Imtech, Namenssponsor des Business Center, seinen Rückzug als Teampartner angekündigt – macht weitere 750 000 Euro weniger.

 
 
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Kommentare (13)
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JUL
15
Fussball-laubi, 14:36 Uhr

Sponsoren

Mal muss doch mal ehrlich sein. Mittlerweile ist es doch so, das bei den CL-Teilnehmern die Sponsoren mehr oder weniger Schlange stehen und mit den Milliönchen winken, der Rest vom Fest (damit meine ich tabellarisch betracht) Platz 5 bis abwärts in der Bundesliga kämpft um jeden Euro. Wenn du Glück hast und du spielst Euro-Leaque, springt vielleicht eine Luftfahrtgesellschaft wie z.b. Turkish Airlines auf, was ja prinzipiell ganz ok ist. Dies geht fast jeden Bundesligisten so. Was man sicherlich ändern könnte und in der Vergangenheit beim VFB falsch gemacht wurde, ist eine perspektivische, lang anhaltenden, kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Sponsoren zu pflegen. Wir hüpfen hier in der Vergangenheit vom Einem zum Anderen... bis auf den lieben Mercedes Benz. Der hat sich natürlich zu vergleichsweiten günstigen Konditionen eindeutige Mehrwerte gesichert. Also auf zu MV am 22.7.2013 und dieses Thema auf die Tagesordnung bringen.

JUL
15
masquenada75, 09:05 Uhr

Wirtschaftsregion

Fehlende Sponsoren, in der Wirtschaftsregion schlechthin: mir unerklärlich! Da scheinen sich in der Vergangenheit aber viele, wenn nicht alle Verantwortlichen (NICHT die sportlich Verantwortlichen FB und BL) in ihrer Position schön eingerichtet zu haben, ohne an die Arbeit zu denken. Neben vielen anderen Fehlern, die ein Hundt gemacht gemacht hat, hätte man bei ihm auch in dieser Frage mehr erwarten dürfen, als Arbeitgeberpräsident ist er doch prädestiniert, in den Vorstandsetagen oder bei einer Runde Golf den ein oder anderen Kontakt herzustellen. Und all die anderen "Lichtgestalten" ebenso. Wenn man dann liest, dass ein Erwin Staudt einen Porsche-Deal eingefädelt hat, der dann abgewatscht wurde, wegen irgendwelchen Eitelkeiten, braucht man sich nicht über einen solchen Artikel wundern. Im Großraum Stuttgart gibt es Dutzende, wenn nicht hunderte Weltmarktführer in allen möglichen Bereichen und hier ist man froh, wenn mit Turkish Airlines ein Sponsor um ein Jahr verlängert- Herr Wahler, räumen Sie hier bitte ordentlich auf; ich persönlich traue Ihnen das auch zu. Adidas, Porsche, Bosch, Stihl, Würth, solche Namen sollen hier gehandelt werden und nicht Gazi, Öger Tours, Allgäuer Latschenkiefer und Fressnapf!

JUL
14
VfB, 20:12 Uhr

Die Großsponsoren fehlen

Der Unterbau passt, aber es fehlen die Großsponsoren - so wie es die EnBW einmal einer war. Bei den meisten Unternehmen in der Pyramide muss man sagen, dass sie entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit schon gut bezahlen. Lokale Großunternehmen wie Porsche gehen wegen Daimler nicht und andere sind nicht bereit sich im Fussball zu engagieren (z.B. Bosch). Damit muss der VfB interessant für Unternehmen sein, die nicht ihren Sitz in der Region haben. Das wird aber nur funktionieren wenn der VfB wieder überregional an Bedeutung gewinnt. Das geht in der Regel über nachhaltigen sportlichen Erfolg und einer klar definierten, ambitionierten Marke. Es gibt viel zu tun Herr Wahler..

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