VfB Stuttgart Leverkusens Lieblingsgegner

Von red/dpa 

Der VfB wirkt gegen starke Leverkusener über weite Strecken chancenlos und muss sich nach der Niederlage gegen den Champions-League-Aspiraten nun wieder mit dem Abstiegsgespenst auseinandersetzen.

Stuttgart - Bayer Leverkusen hat mit einem starken Auftritt bei Lieblingsgegner VfB Stuttgart einen Schritt aus der Krise getan und sich im Rennen um die Europokalplätze zurückgemeldet. Drei Tage nach dem Aus in der Europa League gegen den FC Villarreal gewann die ersatzgeschwächte Elf des stark unter Druck geratenen Trainers Roger Schmidt am Sonntag hochverdient mit 2:0 (1:0).

Dadurch rückte die Werkself mit dem zweiten Ligasieg in Serie auf Rang sechs der Fußball-Bundesliga vor. Der überragende Julian Brandt schoss die Rheinländer bereits in der 11. Minute in Führung, Nationalspieler Karim Bellarabi sorgte am Sonntag vor 54 522 Zuschauern für die Entscheidung (49.).

Damit verpassten die Stuttgarter, die nicht an ihre guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen konnten, den von Trainer Jürgen Kramny erhofften „großen Schritt“ im Kampf um den Klassenverbleib. Sie stehen nur noch fünf Punkte vor einem Abstiegsplatz. Bayer blieb dank seines starken Auftritts im zwölften Spiel in Serie gegen die Schwaben ungeschlagen, darunter waren neun Siege. Gegen gegen keinen Erstliga-Konkurrenten hat das Team derzeit eine bessere Bilanz.

Klein ersetzt Großkreutz

Während beim VfB Florian Klein als Rechtsverteidiger den Weltmeister Kevin Großkreutz (Muskelbündelriss) ersetzte, stellte Schmidt seine Formation gegenüber dem 0:0 gegen Villarreal auf vier Positionen um. Weil auch Hakan Calhanoglu (Erkältung) ausfiel, musste Bayer gleich auf neun Spieler verzichten. So gab auf der rechten Abwehrseite der 19-jährige Benjamin Henrichs sein Startelf-Debüt, im Angriff bildete Stefan Kießling wieder eine Doppelspitze mit Chicarito.

Trotz der vielen Ausfälle begann Bayer aggressiv und spielfreudig. Die Folge: Brandt schloss eine Kombination über Kießling und Bellarabi mit einem Schuss aus zwölf Metern zum 0:1 ab. Die Stuttgarter fanden lange keine Mittel gegen das schnelle Spiel der Gäste. Stattdessen waren sie froh, bei einem Schuss von Brandt (29.) und einem Kopfball von Kießling (30.), die Torwart Przemyslaw Tyton jeweils stark parierte, nicht schon vor der Pause das zweite Tor zu kassieren. Die erste VfB-Chance hatte Timo Werner erst in der 40. Minute, seinen Schuss lenkte Bayer-Keeper Bernd Leno zur Ecke.

Als die Stuttgarter Fans nach dem Seitenwechsel auf einen stärkeren VfB hofften, schlug Leverkusen nach einem Konter eiskalt zu. Dieses Mal war es Brandt, der Bellarabi bediente. Der 25-Jährige, der sich trotz einer Fußverletzung bis zu seiner Auswechslung (68.) durchbiss, traf zum 0:2 ins lange Eck. Kurz darauf zirkelte Brandt den Ball an den Pfosten (57.), Vladlen Yurchenko zielte an die Latte (65.).

Wenige Minuten später hätte der VfB die Begegnung noch einmal spannend machen können, doch der eingewechselte Alexandru Maxim vergab gleich dreimal nacheinander gute Einschussmöglichkeiten. Der VfB machte nun seinerseits Druck, war vor dem Leverkusener Tor aber nicht zielstrebig genug. Auf der anderen Seite verpasste erneut Brandt das dritte Tor für Bayer (77.).

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