VfB Stuttgart Kapitän Tasci spricht Klartext

Von Marco Seliger 

Serdar Tasci: Jeder einzelne muss sich hinterfragen Foto: dpa
Serdar Tasci: Jeder einzelne muss sich hinterfragenFoto: dpa

Der VfB durchlebt nach der vierten Niederlage in Folge schwere Zeiten. Auch der Kapitän Serdar Tasci wirkt angeschlagen – gelobt aber Besserung.

Stuttgart - Nach der 1:3 Pleite bei Fortuna Düsseldorf kündigte Manager Fredi Bobic an, dass es beim VfB keine Wellness-Woche geben werde. Nach vier Bundesliga-Niederlagen nacheinander steht das Team gegen Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr/Sky und Liga total) gewaltig unter Druck. Zuvor ist harte Arbeit angesagt – am Dienstagnachmittag stand das erste Mannschaftstraining in dieser Woche an. Zuvor sprach Serdar Tasci Klartext – und nahm seine Mitspieler in die Pflicht. Der Kapitän über . . .

. . . die Lehren aus der Partie in Düsseldorf : Es ist ganz bitter, wenn man etwas die ganze Woche über im Training einstudiert und es dann nicht im Spiel umsetzt. Wir hatten den Plan, uns zwischen den beiden Viererketten zu zeigen und die Bälle zu fordern – gemacht haben wir es nicht. Da muss sich jeder Einzelne hinterfragen, warum er es nicht hinbekommen hat. Der Trainer hat uns das in der Videoanalyse schonungslos aufgezeigt. Gegen Bremen müssen wir wieder das auf den Platz bringen, was wir im Training üben.

. . . die Schwächen der Führungsspieler : Wir müssen in jedem Spiel das Heft in die Hand nehmen und Verantwortung übernehmen, das haben wir zuletzt nicht getan. Es ist unsere Pflicht, die jungen Spieler zu führen. Man kann nicht von den Jüngeren erwarten, dass sie uns retten. Unsere Mittelachse mit mir und William Kvist muss wieder stehen.

. . . das Krisenmanagement : Wir richten den Fokus in dieser Woche auf das Sportliche. Aber klar ist auch, dass wir viele Gespräche führen müssen. Führungsspieler wie Sven Ulreich, Georg Niedermeier, Christian Gentner, Martin Harnik oder ich sind nicht auf Länderspielreise – wir sollten die Dinge klar ansprechen, dürfen aber auch nicht in Aktionismus verfallen.

. . . das fehlende Selbstvertrauen : Mental sind wir zurzeit nicht die Stärksten. Wir sind nicht so weit, dass wir jetzt nach vier verlorenen Spielen hinstehen und sagen: So, jetzt gewinnen wir wieder. Wir müssen uns das Selbstvertrauen erst wieder erarbeiten – im Training und dann im Spiel gegen Bremen. Andererseits hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass wir oft unsere besten Spiele gemacht haben, als wir unter Druck standen und richtig in der Scheiße steckten. Das ist schon ein bisschen komisch.

Ich kann es nicht ganz verstehen, warum wir so schlecht in die Rückrunde gestartet sind. Wir haben die beste Vorrunde seit Jahren gespielt, hatten eine gute Vorbereitung und haben uns klargemacht, wie wichtig das erste Spiel in Wolfsburg ist. Dann ging der Schuss nach hinten los, und schon bist du wieder in so einer Negativspirale drin. Wir sind eine Mannschaft, die verdammt schwer zu schlagen ist, wenn sie einen Lauf hat. Wenn es bei uns aber nicht läuft, bekommen wir große Probleme. Wir müssen jetzt die Unkonzentriertheiten und die individuellen Fehler abstellen und uns so das Selbstvertrauen zurückholen.

. . . die schlechte Stimmung im Umfeld : Es ist schwer, einen gute Beziehung zwischen Fans und Spielern aufrechtzuerhalten, wenn du eine Pleitenserie hinlegst. Da ist es normal, dass die Leute pfeifen. Gegen Bremen benötigen wir jetzt die volle Unterstützung.

Klar ist: Der VfB braucht ein Erfolgserlebnis. Ansonsten droht der Absturz und womöglich sogar der Kampf gegen den Abstieg. „Es gibt keine Ausreden mehr“, sagt Tasci, „es müssen Punkte her gegen Bremen.“

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 4.6
VfB Stuttgart gegen Sandhausen Heimspiel in der Fremde

Von 23. August 2016 - 6:00 Uhr

Bis zu 6000 VfB-Fans begleiten ihre Mannschaft am Freitag zum Auswärtsspiel nach Sandhausen. Sie könnten für einen Rekord sorgen.