VfB Stuttgart Jürgen Kramny hält das Feuer am Lodern

Von Dirk Preiß 

Selbstbewusst ins Spiel gegen den HSV: VfB-Trainer Jürgen Kramny Foto: Getty
Selbstbewusst ins Spiel gegen den HSV: VfB-Trainer Jürgen KramnyFoto: Getty

Zurücklehnen ist nicht: Der VfB Stuttgart will nach dem Sieg zum Rückrundenauftakt am Samstag gegen den HSV nachlegen. „Wir wollen dranbleiben und in einen positiven Lauf kommen“, sagt Trainer Jürgen Kramny.

Stuttgart - Die Mannschaft hatte sich ihren Dämpfer ja im Grunde selbst verordnet. Nachdem der VfB Stuttgart den Sieg beim 1. FC Köln mit der 3:1-Führung eigentlich bereits eingetütet hatte, wurde es am Ende doch noch einmal eng. Aber bitte! Deswegen gesenkten Häuptern gehen? „Nach dem Spiel hatten die Jungs ja trotzdem einen Grund zu feiern“, erinnert sich Jürgen Kramny und schwärmt vom Rückrundenauftakt: „Das war eine Befreiung.“ Also ­hütet er sich, seinen Spielern nun neue ­Fesseln anzulegen.

Jürgen Kramny hält das Feuer am Lodern. Mehr noch: Er schürt die Begeisterung in seiner Truppe. „Ich muss nichts dämpfen“, sagt er , „und ich sehe auch keinen Grund, einen auszubremsen.“ Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) demonstriert er lieber das neu gewonnene Selbstvertrauen – sein eigenes und das der Mannschaft.

„Wenn man uns ins Laufen kommen lässt . . .“, sagt Kramny, signalisiert, wie gut er über den kommenden Gegner Bescheid weiß und blickt dann zuversichtlich in die nähere Zukunft: „Wir wollen jetzt dranbleiben und in einen positiven Lauf kommen.“ Fünf Pflichtspiele in Folge ist der VfB ungeschlagen, zwei Bundesligasiege in Serie sind zuletzt gelungen, „diesen Biss, diesen Willen und dieses Feuer“, fordert der Chefcoach, „müssen wir wieder auf den Platz bringen“. Klingt alles ganz einfach. Ist es aber nicht.

Schlussphase in Köln gilt als Warnung

Und so lässt Jürgen Kramny seine Spieler zwar die lange Zeit fehlenden Glücksmomente auskosten, versäumt es aber nicht, auf Missstände hinzuweisen. Insofern taugte ihm die Schlussphase in Köln ganz gut als Warnung. „Diese letzten Minuten haben gezeigt, dass man nie lockerlassen darf“, warnt der Coach und ergänzt mit Nachdruck: „Es ist wichtig zu wissen, dass solche Phasen nicht immer gut ausgehen.“ Im Gespräch mit der Mannschaft hat er das deutlich gemacht – und wer jetzt immer noch am Ernst der Lage zweifelt, für den gibt es ja noch die Tabelle. Oder den Konkurrenzkampf.

Jürgen Kramny kann der Weisheit, wonach man eine siegreiche Mannschaft nicht verändern sollte, zwar durchaus etwas abgewinnen, mit Blick auf das Spiel gegen den HSV sagt er dennoch: „Ich weiß noch nicht, wie wir spielen werden.“ In der Abwehr zum Beispiel ist Toni Sunjic nach seiner Sperre wieder spielberechtigt, zudem wird weiter an der Verpflichtung von dessen Landsmann Ervin Zukanovic (Sampdoria Genua) gearbeitet – allerdings ist auch AS Rom heiß auf den Bosnier und hat derzeit wohl die Nase vorn. Auf rechts ist Florian Klein eine Alternative, und Martin Harnik wird zwar an diesem Wochenende noch geschont, ist für die Partie bei Eintracht Frankfurt am Samstag nächster Woche aber wieder ein Kandidat. „Er hat die Woche trainiert“, sagt Kramny – auch als Signal an jene, die zuletzt in der Startelf standen. Die konzentrierte Trainingsarbeit bestätigt den Chefcoach in seiner Art der Mannschaftsführung.

Bis Samstag will Kramny die Konzentration aufs Wesentliche noch steigern, dabei Ruhe ausstrahlen – und dann wieder zuschlagen. „Die Mannschaft ist gut beraten, so weiterzumachen“, sagt der Coach. Dann darf sie sich hinterher auch wieder freuen.

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