VfB Stuttgart Insua, der Spaßvogel vom Dienst

Von Thomas Näher 

Gewährt Einblicke in sein Leben: Emiliano Insua Foto: Baumann
Gewährt Einblicke in sein Leben: Emiliano InsuaFoto: Baumann

Im Kampf um den Ball versteht Emiliano Insua meist keinen Spaß, ansonsten umso mehr: Der Verteidiger ist die Stimmungskanone beim VfB Stuttgart – und lässt die Fans ausgiebig teilhaben.

Stuttgart - Eines der jüngsten Fotos zeigt Emiliano Insua auf Twitter, wie er mit seinem Sohn Noah (3) vor einem leergeputzten Teller sitzt. „Da hat heute einer aber Hunger gehabt“, schrieb der Argentinier dazu. Auf anderen Fotos ist er im Kreis der Mannschaft zu sehen: mal im Bus, mal in der Kabine, mal auf Reisen, mal im Training und mal im Spiel. Insua (27) präsentiert sich als Hobbykoch („Da kann ich mich am besten vom Fußball entspannen“), als stolzer Papa auf dem Spielplatz – und als treu sorgender Ehemann. Kürzlich postete er ein Foto seiner Frau Tatiana, die im fünften Monat schwanger ist, samt Ultraschallbildern ihres Bauches, dabei stand: „Ich würde gerne Noahs künftigen Bruder vorstellen.“

Keine Frage, Emiliano Insua ist der Netzwerker des VfB Stuttgart. Er ist auf Facebook und auf Instagram unterwegs, bei Twitter folgen ihm 218 000 Fans. Zum Vergleich: Der Verein bringt es auf vergleichsweise bescheidene 237 000. „Ich mag es, mein Leben zu zeigen“, sagt er, „und meine Follower haben ein Recht darauf, dass ich sie daran teilhaben lasse.“ Als Fußballer ist Insua weit herumgekommen, vom FC Liverpool über Galatasaray Istanbul, Sporting Lissabon, Atletico Madrid und Rayo Vallecano bis zum VfB. Überall war er beliebt, überall hat er die Fans zumindest virtuell auf seine nächste Station mitgenommen. Seine offene Art kommt an, auch beim VfB. „Als Fußballer ist Emiliano aus unserer Mannschaft nicht mehr wegzudenken, aber auch als Mensch. Er macht richtig Spaß“, findet Sportvorstand Robin Dutt.

Kein Wunder, er fühlt sich ja auch pudelwohl in Stuttgart. „Ich bin sehr glücklich hier, meine Frau und mein Sohn sind es auch“, sagt Insua, „die Menschen in der Stadt und im Verein sind sehr nett und zuvorkommend. Beim VfB habe ich die menschliche Wärme, die ich anderswo manchmal vermisst habe.“ Gut, die deutsche Sprache könnte, wenn es nach ihm ginge, einfacher zu lernen sein, aber sonst ist alles im Lot. Die Bundesliga schätzt er als „eine der drei besten Ligen in Europa“, die Schiedsrichter pfeifen ganz nach seinem Geschmack: „In Spanien verteilen sie mehr Gelbe Karten, hier lassen sie mehr durchgehen. Das kommt mir entgegen, ich mag die körperbetonte Spielweise.“ Und beim VfB läuft es ja auch wieder, seit Trainer Jürgen Kramny das sportliche Sagen hat.

Insua träumt von einer Rückkehr in Argentiniens Nationalelf

Dessen Vorgänger Alexander Zorniger habe „nur eine Spielidee“ gehabt, eine mit „zu viel Risiko“. Unter Kramny sei alles „kontrollierter“, was sich prompt auf die Ergebnisse ausgewirkt hat: „Wir stehen kompakter, haben dadurch mehr Anspielstationen und sind deshalb variabler.“ Und damit ist auch die linke Seite, seit Jahren ein Problemfall beim VfB, endlich stabiler geworden: Die Abstimmung mit seinem Vordermann Filip Kostic (auf Englisch) funktioniert immer besser. Das soll seine ersehnte Rückkehr in die argentinische Nationalmannschaft befördern, für die er bereits viermal im Einsatz war. Vor allem aber wirkt sich das beim VfB auf das Selbstvertrauen und die Stimmung aus: „Der Geist in der Mannschaft ist ein anderer geworden.“

Offiziell gilt die Konzentration beim VfB zwar nur dem Klassenverbleib. Insua aber räumt ein: „Natürlich müssen wir noch einige Punkte holen, aber ich schaue in der ­Tabelle in beide Richtungen. Die Europa League ist mein Traum. Ich denke, wir können die Qualifikation schaffen, der VfB hat dafür genügend Potenzial – und verdient hätte er es auch.“

Weil nach dem verpatzten Saisonstart schon der Klassenverbleib ein Erfolg wäre, dürfte es in nächster Zeit in den sozialen Netzwerken noch einige Jubelbilder aus der Kabine geben. Und bald vielleicht auch ein Foto von Tatiana Insua auf dem Flughafen – vor dem Abflug nach Buenos Aires, der ­Heimatstadt ihres Mannes, der dort bei den Boca Juniors das Kicken gelernt hat. „Unser Kind soll in Argentinien zur Welt kommen“, sagt Emiliano Insua und verrät: „Es wird wieder ein Sohn werden, und er soll den Namen Iker bekommen.“ Vier Monate noch, dann ist sein Glück vollends perfekt.

Hier eine Auswahl an Instagram-Postings des VfB-Verteidigers:

 

Dinner with the team!! #vfb #teambuilding #group

Ein von Emiliano Insua (@emilianoinsua) gepostetes Foto am

 

Me parece que alguien hoy tenia hambre! Que rica comida nos hiciste @tanachao!! #Dinner #mother #family #Noah #amor

Ein von Emiliano Insua (@emilianoinsua) gepostetes Foto am

 

#GutenNacht #goodnightworld #buenasnochesmundo

Ein von Emiliano Insua (@emilianoinsua) gepostetes Foto am

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