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VfB Stuttgart Die nächste Nervenprobe für Hleb

Thomas Näher, vom 21.02.2010 18:40 Uhr
Alexander Hleb war nach seiner Auswechslung sauer.  Foto: Baumann
Alexander Hleb war nach seiner Auswechslung sauer. Foto: Baumann

Köln - So lieben es die Fußballfans. In der Kölner Arena sitzen sie so dicht am Spielfeldrand, dass ihnen keine Regung der Spieler entgeht. Sie können hören, was die Profis sagen, und sie können bis ins Detail sehen, wie sie kämpfen, jubeln und leiden. Das ist, wie gesagt, ein angenehmer Komfort. Nur am Samstag konnte es den Besuchern in den ersten Reihen hinter der VfB-Bank angst und bange werden.

Da stapfte Alexander Hleb auf sie zu, und sein Gesicht spiegelte eine Mischung aus Enttäuschung, Unverständnis und blanker Wut wider. Der ganze Weltschmerz stand Hleb im Gesicht, als ihn Trainer Christian Gross nach einer Stunde vom Platz holte - wie bisher in jedem Spiel unter seiner Regie. "Der Gegner war kaputt, und ich will doch auch ein Tor schießen", sagte Hleb.

Hlebs Dilemma aber geht tiefer, und es erinnert an die Konflikte, die Krassimir Balakov einst mit Ralf Rangnick hatte. Der damalige VfB-Trainer verlangte von seinem Künstler die Anpassung an die ballorientierte Raumdeckung, die auch konsequente Deckungsarbeit vorsah. Erst unter Felix Magath blühte Balakov auf - weil er ihm die Freiheiten gewährte, die er benötigte.

Auch Trainer Christian Gross presst Hleb in ein Schema, in dem sich der Weißrusse sichtlich unwohl fühlt - und die Frage ist, ob er ihm überhaupt gerecht werden kann. In seinem Bestreben, das Mittelfeld mit ein, zwei Ballkontakten zu überbrücken, fordert Gross von Hleb einen Tempofußball, den dieser beim FC Arsenal gelernt hat und beim FC Barcelona in seiner ganzen Perfektion studieren konnte. Beim VfB, mit Verlaub, hat Hleb aber nicht die Anspielstationen, die seine Bälle schnell und sicher verwerten können, zum anderen suchen ihn die Mitspieler auch nicht konsequent genug - beides zusammen wirkt zuweilen so, als fühle sich Hleb auch nach einem guten halben Jahr noch fremd im Ensemble der Roten.

Den ganzen Artikel lesen Sie in unserer Printausgabe vom 22. Februar.

Kommentare (4)
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FEB
22
16:42 Uhr, geschrieben von Gutzi
Thomas Näher - Fußball(weisheiten)gott
S.g.H. Näher, in welcher Reihe saßen sie? Oder schreiben Sie, was die unerträglichen Sky-Moderatoren so Spieltag für Spieltag von sich geben, einfach auf?? 2-3 gute Pässe reichen nicht von einem millionenschweren Messi(as). Klar,dass Trainer Gross mehr fordert, von einem mit dem Werdegang. (Ich behaupte aber nicht, dass Hilbert das System besser spielt) Der VfB konnte schon immer einen der schnellsten 1Touch-Spiele umsetzen. Also an Anspielstationen mangelt es nicht, aber die Defensive ist und bleibt das wichtigste und die Raumabdeckung muß funktionieren. Ich geb ihnen recht, dass Hleb nicht oft genug geholfen wird-und er sich mit dem Kopf auf den Ball gerichtet nach 3 Gegenspieler vertendelt... vielleicht eine Reaktion der Mitspieler auf seine Eigensinnigkeit? Trotzdem kann man mehr erwarten als die bisherige Leistung von Alex! Und da darf es nicht sein, dass man mit Enttäuschung, Unverständnis und blanker Wut reagiert. Die Leistung zählt von Minute 0 an, und dawar die Leistung am Sa oft den Kölner ebenbürtig.Das sahen selbst die Kölner Fans so! Also hören Sie bitte auf, einen Multimillionären Zugeständnisse zu machen und ihn noch mehr zu verhätscheln. Ein Spieler mit seinen Ansprüchen muß mit allen Systemen und Mitspieler zurecht kommen!!!!
FEB
22
15:09 Uhr, geschrieben von Sabine K.
Die nächste Nervenprobe für Hleb
Hleb ist ein sehr guter Spieler, jedoch zu verbissen. Er möchte immer durch 3, 4 Spieler durch und bis er sich recht umsieht ist der Ball schon längst wieder weg. Das funktioniert so in diesem System nicht. Wenn er es nicht ändern kann, muß er leider auf der Bank Platz nehmen, da hat Herr Gross recht. Nicht nur in der Wirtschaft muß man heute flexibel sein, beim Fussball war das schon immer so. Also ändern, dann spielen, sonst Bank. So eigenwillig kenne ich keinen anderen Spieler vom VFB.
FEB
22
09:47 Uhr, geschrieben von Dribbler
Hleb lebt wieder
Gut analysiert Herr Näher. Genau das dachte ich mir auch als Hleb ausgewechselt wurde. Der Erfolg gibt halt Recht. Und so tat Gross das Richtige als er Cacau mitspielen ließ. Eigentlich wollte er das ja nicht. Der sich in letzter Zeit steigernde Hleb hatte diesmal beachtlichen Anteil an der spielerischen Verbesserung des VfB. Warum rausnehmen? Das Team spielt befreit auf nach dem lähmenden Coaching unter Babbel (siehe Veh). Das muss aber nicht so bleiben. Auch Kuzmanovic hat selbst nach starken Leistungen keine Sicherheit im Konstrukt Gross. Hoffentlich geht es weiterhin gut.
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